CM Controller magazin 4/06 - Thomas Kumpel / Andrea Götzen
Allerdings ist e s nur selten möglich, eine
Investition genau einer Gruppe zuzuord–
nen, da häufig meist mehrere Investitions–
zwecke miteinander verknüpft werden.
Zum Beispiel beinhalten Ersatzinvesti–
t ionen häufig Rational isierungs- und
Erweiterungsmaßnahmen. Im Folgenden
sollen nur Realinvestitionen betrachtet
werden, die das Kriterium der Aktivier-
barkeit erfüllen. Es wird also einem en–
gen bilanzorientierten Vermögensbegriff
gefolgt, der nur Sachanlagevermögen
und immaterielle Vermögenswerte be–
rücksichtigt.
2.2
Investitionsprozess
Der Investitionsprozess lässt sich in vier
Phasen einteilen, die als Regelkreislauf
dargestellt werden können:
(vgl. Borghoff, 1994 , S. 73). Hinweise auf
so l che Bereiche können intern, z. B.
durch Pläne anderer Abtei lungen wie
Produktion, Marketing, Forschung und
Entwicklung oder Controlling gegeben
werden. Wichtige zusätzl iche Informa–
t ionen werden aber auch von externen
Partnern (Kunden, Geldgeber, Gesetzge–
ber) an das Unternehmen herangetra–
gen (vgl. Schulte, 1999 , S. 45).
Es sollen
Investitionsvorschläge entwickelt wer–
den, die konform mit der Unter–
nehmensstrategie die künftige Hand–
lungsfähigkeit des Unternehmens ge–
währleisten.
Zweite Aufgabe der Inve–
st i t ionsplanung ist die Beschaffung von
Informationen zu den Investitionsvor–
schlägen, auf deren Grundlage konkrete
A l t e r na t i v e n zur Erfül lung der
Investitionsbedürfnisse entwickek wer–
den können,
bzw.
das
optimale Investi-
Investitionskontrolle
d.h. Budget- und Projektkontrolle,
Soli-Ist-Vergleich
Investitionsplanung
d.h. Anregung, technische und
wirtschaftliche Prüfung
Investitionsdurchführung
d.h. Bestel lung, Lieferung,
Inbetriebnahme
Investitionsentscheidung
d.h. Projekt- und Gesamtentscheid,
Festlegung der Sollwerte
Quelle: in Anlehnung an: Hofmann, o.J., S.IOf.
Abb. 2: Die vier Phasen des Investitionsprozesses
liehen Vorschriften übereinstimmen und
die ökonomi schen Mindestanforderun–
gen des Unternehmens erfüllen. Für die–
se Alternativen wird eine Wirtschaft–
lichkeitsrechnung durchgeführt, die be–
wertet, ob die envarteten zukünftigen
Ergebnisse der Investition die Ausgaben
rechtfertigen (vgl. Holmes,
1
998 , S. 5).
Nach der zusätzl ichen Bewertung von
Chancen und Risiken wird eine Ent–
scheidungsempfehlung abgegeben. Der
Entscheidungsträger wählt auf Basis die–
ser Empfehlung und unter Berücksichti–
gung der finanziellen Restriktionen des
Unternehmens die optimale Investitions-
al temat ive aus. Für dieses Investitions–
projekt werden Sollwerte festgelegt, um
eine fortlaufende Investitionssteuerung
und -kontrol le währ end der Durch–
führungsphase zu gewährleisten.
Anschl ießend an die
Investitionsentschei–
dung folgt die Durch–
führung der Investi–
t ion. Ma ß n a hme n
werden e inge l e i t e t
und Pläne realisiert.
Der erste Teil dieser
Phase schließt z. B.
mit der Inbetrieb–
nahme der Anlage
ab, worauf die Nut–
z ung d e s Invest i –
tionsobjektes, sei es
materiel l oder im–
materiell, folgt. Die
Phase endet mit der
Desinvestition, also
z.B. dem Verkauf des
erworbenen Paten–
tes oder dem Abriss
der erstellten Anlage.
In der Literatur werden diese Phasen, je
nachAutor, stärker unterteilt oder zusam–
mengefasst . Dieser Abschnitt soll einen
kurzen Überblick über die Inhalte der
einzelnen Phasen geben, um so eine Ein–
ordnung der Entscheidungsphase in den
Gesamtprozess zu ermögl ichen.
Die Phase der Investitionsplanung
hat
zwei wesent l i che Aufgaben. Zuerst sol
len in dieser Phase Anregungen für ei–
nen Investitionsbedarf erkannt werden.
Es werden Unt emehmensbere i che er–
mittelt, die strategisch wichtig sind, aber
Proze s s s chwächen oder Wachs tums –
engpä s s e aufwei sen, bzw. ein hohe s
Wachs tumspotenz ial erwarten lassen
t i onsprogramm ressourcenor i ent i ert
erarbeitet werden kann.
Die Entscheidungsphase beinhaket als
ersten Schritt die Vorbereitung der Ent–
scheidung und darauf folgend den Be–
schluss für oder gegen eine Investition.
Fällt der Beschluss positiv aus, mus s noch
entschieden werden, in welcher Formdie
Investition durchgeführt wird, d. h. wel–
c h e der mö g l i c h e n
Inve s t i t i ons –
alternativen gewähk wird. Zur Vorberei–
tung der Entscheidung werden zunächst
aus den in der Planungsphase ermittel–
ten Alternativen diejenigen ausgewähk,
die technisch durchführbar sind, mit der
Unternehmensstrategie und den gesetz-
Die Kontrollphase beginnt bereits wäh–
rend der Durchführungsphase mit der
Kontrolle und Steuerung der Investitions–
realisierung und setzt sich nach der In–
betriebnahme des Investitionsobjektes
fort. Sie soll gewährlei sten, da s s die
Investition ihre Ziele erreicht.
3.
INVESTITIONSENTSCHEIDUNG
Entscheidungen, die ein Unternehmen
über Investitionen fällen muss , können
sich mit mehreren unterschiedlichen Fra–
gestel lungen befassen:
>• Einzelinvestition: Im Rahmen einer
ja-Nein-Entscheidung wird geprüft, ob
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