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Controller magazin
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Wertverzehr 20 , 00 GE und die Kapital-
l<osten 1,00 GE, also in der Summe 21 , 00
(Zeile 21). Besser gerechnet (also mit ein–
he i t l i chem Bezugsze i tpunkt zum
I^riodenende) ergibt Formel (5d) den Wert
von 22 , 00 GE (siehe Zeile 22).
Für die sonstigen Kosten (Zeile 23) ist
angenommen , dass sie gleich zum
Periodenanfang anfallen, weil es sich z.B.
um Versicherungsbeiträge, Wartungs–
gebühren o
.a.
handelt. Auch diese müs–
sen natüriich auf den gleichen Bezugs–
zeitpunkt am Jahresende bezogen wer–
den. Sie werden eine Periode aufgezinst.
Im mehrjährigen Fall werden die Annui–
täten mit den aus der investitions-
rechnung bekannten Wiedergewinnungs–
faktoren aus den Barwerten aller Aus–
zahlungen gewonnen. Üblicherweise wird
bei dieser Problemstellung bereits die
nachschüssige Variante gewählt (vgl. hier–
zu Schneider, S. 2 5 2 4 oder Hoberg
2004a) , was perfekt zu dem hier gewähl–
ten Bezugszeitpunkt passt.
Nach diesen Umrechnungen kann der
Controller guten Gewissens alle Elemente
saldieren und dann beurteilen, wo solche
Probleme liegen, die sein Eingreifen er–
forderiich machen. Insbesondere kann er
dann besser Vergleiche durchführen, um
feststellen zu können, welche Produkte,
Regionen, Kunden, Vertriebskanäle etc. gut
bzw. schlecht für das Unternehmen sind.
7. Sclilussbetrachtung für den Con–
troller
Viele Controller haben bis jetzt Äpfel und
Birnen addiert, weil sie Rechengrößen
saldiert haben, die zu unterschiedlichen
Zeitpunkten anfallen.
Aus diesem Grunde wurde in diesem Bei–
trag der einheitliche Bezugszeitpunkt ein–
geführt. Er sollte am Ende der Periode
liegen, in welcher die Leistung erbracht
wurde. Wenn nun alle Teilelemente der
Kosten und Leistungen auf diesen ein–
heitlichen Zeitpunkt bezogen werden,
erhält das Unternehmen richtige Ent–
scheidungsgrundlagen.
Diese richtige und notwendige Vorgehens–
weise im Bereich der Entscheidungsunter–
stützung ist nur mit einigem Aufwand auf
den zweiten Bereich, der Wirtschaft–
lichkeitskontrolle, zu übertragen. Basie–
rend auf den Daten des externen Rech–
nungswesens müssten fast alle Bu–
chungen auf Basis der Zeitpunkte der Zah–
lungen modifiziert werden. Dies würde
sicherlich einen hohen Aufwand bedeu–
ten und kann sicheriich nur schrittweise
erfolgen. Aber der Controller muss sich be–
wusst sein, dass die schönen Deckungs–
beitragsanalysen manchmal lügen.
Insgesamt lässt sich festhalten, dass der
Controller seine Standardwerkzeuge
überarbeiten muss. Für gute Arbeitser–
gebnisse sollte er dringend einheitliche
Bezugszeitpunkte einführen. Wenn dies
erfolgt, dann hat diese Arbeit dazu beige–
tragen, der Deckungsbeitragsrechnung
ein solides zeitiiches Fundament zu ver–
schaffen.
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•
Vollversammlung
derlGC • International
Group of Controlling in Budapest 24. April 2004 (vgl. auch Seite 304)
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