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magazin 4/04 - Guido Leidig / Andre Jordans
3 . 2 . 2 Externe Quellen
Bei der Beurteilung von Geschäftspart–
nern dlJrften
externe Informationen
nicht unbeachtet bleiben. Hierbei han–
delt es sich besonders um:
-
Auskunfteien,
-
BankauskiJnfte,
-
SCHUFA-Auskünfte,
-
lahresabschlüsse,
- Wirtschafts- und Fachpresse,
-
Grundbuchinformationen,
-
Handelsregisterauszüge,
-
Datenbanken,
-
Lieferanten.
Ein Blick auf die Homepage des Geschäfts–
partners sagt oft mehr als tausend Worte.
3. 3 Aufbau und Instrumente eines
Frühwarnsystems
3.3.1 Aufbau
Zur Analyse von Insolvenzgefahren gibt
es eine Vielzahl von Checklisten, die sich
auf folgende Bereiche beziehen:
-
Unternehmens-ZBranchenstruktur,
-
Unternehmensführung,
-
Mitarbeiter-Management,
-
UnternehmensfinanzierungZLiqui-
dität,
-
Zahlungsverhalten,
-
Beschaffungsverhalten,
-
Absatzverhalten,
-
Leistungserstellung.
Derartige Checklisten eignen sich auch
zur Analyse des eigenen Unternehmens.
Einige zent ra l e Baus t e i ne sind als
„Schnelltest" in Abb. 5 zusammengefasst.
3 . 3 . 2 Instrumente
Nachfolgend werden drei praxisbezoge–
ne InstrumenteZRichtlinien vorgestellt,
die - in Verbindung mit dem Frühwam–
system - dazu beitragen, Außenstände
erfolgreich zu managen, ohne die Exi–
stenz des eigenen Unternehmens zu ge–
fährden.
a) Kreditvergabe-Richtlinien
Die Unternehmensführung sollte die Fest–
setzung und Überwachung von Kunden–
krediten bzw. Forderungen auf der Basis
einer betriebsinternen Richtlinie regle–
mentieren, die folgende Mindestinhalte
abzudecken hat:
• Kreditverantwortung und Kompe–
tenz: Festzulegen ist, wer die Verant–
wortung für die Kreditvergabe trägt
und über welche Kompetenzen die–
ser Mitarbeiter verfügt.
Kreditkonditionen:
Es gilt zu bestim–
men, in welchem Umfang Zahlungs–
ziele eingeräumt werden können. Ins–
besondere der Außendienst
muss
vereinbarte Zahlungsbedingungen,
Sonderkonditionen etc. der über–
wachenden Stelle direkt mitteilen.
Kreditgewährung:
Hier ist festzu–
legen, über welche Kanäle die eigen–
ständige und unabhängige Bonitäts-
prüfungZ-überwachung durchzu–
führen ist.
Kreditlimit:
Es definiert den maxi–
malen Kreditbetrag pro Kunde. Die
Limiteinräumung bzw. -erhöhung
sollte durch die Stelle festgelegt wer–
den, die mit der Kreditverantwortung
ausgestattet ist.
Kreditsicherheiten:
Hier ist zu re
geln, in welchem Umfang und unter
we l chen Bedingungen
Kredit–
sicherheiten Akzeptanz finden.
Kredit-/Außenständeüberwachung:
Die Debitorenkontrolle stellt sicher,
dass offene Positionen erkannt, an–
gemahnt und eingefordert werden.
Darüber hinaus ist auch die Limit–
überwachung sicherzustellen.
Lid.!
Nr.
Checklist-Ragen
Checklist-Antworten
ja
nein
k.l.
1
Kurzarbeit
2
HoheHiMuation
3
Bnstellungsstop
4
\^3rzeitige\^rsetzungenindenRifiestand
5
Sreidiung geplanter Investiticxien
6
Fehlende B^zinvestitionen
7
Mangelnde Investitionsüberiegungen
8
ailllegung von Betriebstalen, Aufgabe von Arbeitsplätzen
9
hbhe Lagerbestände
10
ahlechte Roduktquäitäten
11
Auslastung von Leerkapazitäten dur* Ütemafime von Remdarbeiten
12
Häufige Sonderangebote verbunden nitesdrem hohen Nadilässen
13
Bndung an einen Kunden (kumulativer Konkurs)
14
Fehlende Bonität der Abnehmer des Kunden
15
Bei der Bsschaffung häufige Keinaufträge
16
Häufiger V\fedisel der Zulieferer
17
GuteMitanbieter beliefern die Rrma nidit mehr
18
Anormal häufige ftkl^nationen
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Abb. 5: Schnelltest „Früherkennung von Insolvenzgefahren"
(Quelle: Handelsblatt v 18.01.1983, S. 15)
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