CM Controller magazin 4/04 - Andreas Jonen / Volker Lingnau / Peter Weinmann
Univ.-Prof. Dr. Volker Lingnau ist In- •
iiaber des Lehrstuiils für Unter-'
nehmensrechnung und Controlling an |
der Teciinischen Universität Kaisers-
1
lautern
E-Mail:
Dipl.-Wirtsch.-Ing. Andreas Jonen ist
wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehr–
stuhl für Unternehmensrechnung und •
Controlling an der Technischen Uni–
versität Kaiserslautern
E-Mail:
Dipl.-Wirtsch.-Ing. Peter Weinmann ist:
Forschungsassistent am Lehrstuhl
j
für Unternehmensrechnung und Con-1
trolling an der Technischen Universität \
Kaiserslautern
;
E-Mail:
Der Weg zur unternehmensangepassten
BALANCED SCORECARD-SOFTWARE
von And r eas Jonen, Volker Lingnau, Peter Weinmann, Kai sers lautern
1 EINLEITUNG UND ABKÜRZUNGEN
"Software is like entropy. It is difficult to
grasp, weighs nothing, and obeys the
Second Law of Thermodynamics;
i. e.,
it always
increases."^
Die Balanced Scorecard (BSC) hat seit der
Veröffentlichung des ersten Artikels in
der Harvard Business Review 1992^ eine
breite Diskussion in Theorie und Praxis
ausgelöst. Mittlerweile haben eine hohe
Anzahl von Unternehmen in Amerika,
aber auch zunehmend in Deutschland^
dieses Managementinstrument imple–
mentiert.
Ein immer wieder auftauchender Kritik–
punkt an
der
BSC ist die äußerst
zeit–
aufwändige Pflege,
die dieses Kenn–
zahlensystem in Anspruch nimmt. Des–
wegen wird eine gelungene
Umsetzung
mit Hilfe der Informationstechnik (IT)
oftmals als kritischer Erfolgsfaktor
ge
sehen." Damit ist eine BSC-Software zwar
eine notwendige, aber keine hinreichen–
de Bedingung für den erfolgreichen Ein–
satz der BSC.
Die in diesem Artikel vorgestellte Appli–
kation ist in der Lage, den Auswahl–
prozess für eine BSC-Software zu unter–
stützen und soll damit eine Hilfe beim
Finden der für die Bedürfnisse des Unter–
nehmens optimalen Lösung sein. Sie trägt
den von den Verfassern aus der griechi–
s chen
Mythologi e
en t l ehn t en
Namen Lysios („Der Sorgen l ose r " ) .
Schwerpunkt der Anwendung ist es, ei–
nen Überblick über die am Markt befind–
lichen BSC-Softwarelösungen und deren
Funktionsumfang in Abstimmung mit
den Anforderungen des Unternehmens
zu geben.
BI
Business Intelligence
BSC
Balanced Scorecard
CRM Customer Relationship
Management
DSS
Decision Support System
EIS
Executive Information System
ERP
Enterprise Resource Flanning
System
IT
Informationstechnik
MIS
Management Information System
OLAP Online Analytical Processing
SCM Supply Chain Management
2 VOR- UND NACHTEILE DER
BSC-SOFTWARE
2.1 Unterstützungspotenziale von
Software für die Balanced Scorecard
Die BSC-Software kann in mehreren Be–
reichen ihre Unterstützungspotenziale
entfalten. Diese werden im Folgenden
kurz vorgestellt.
Effizientere Datenverarbeitung:
Eine
BSC benötigt neben finanziellen Kenn–
zahlen zusätzlich weitere Kennzahlen, die
aus den unterschiedlichen Abteilungen
des Unternehmens angefordert werden
müssen (Personal, Marketing). Der Auf–
wand für die Pflege der Daten kann durch
dezentrale Eingabemöglichkeiten erheb–
lich reduziert werden.' Damit werden eine
hohe Datenqual i tät und eine unter–
nehmensweite Datenkonsistenz sicher–
gestellt.
Unterstützung der Analyse zur Ent–
scheidungsvorbereitung:
In den letzten
lahrzehnten hat sich in der Wissenschaft
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