Seite 103 - CONTROLLER_Magazin_2004_04

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CM
Controller magazin
4/04
Zuordnung CM-Themen-Tableau
04
19
25
G
P
S
KNOWLEDGE
NETWORKING
Mitarbeiterwissen vernetzt
mit Unternehmensportal
Dr. Ellen Walther-Klaus ist Senior Executive Vice President im Bereich CIO eEnabling &
Relationship Management bei T-Systems in Frankfurt am Main
von El len Wal ther-Klaus, Frankfur t am Ma i n
ohne Knowledge Networking kommen
global agierende Unternehmen heutzu–
tage nicht mehr aus. Das gilt
vor allem
dann, wenn sie im Beratungs- und
Dienstleistungsgeschäft tätig sind.
Die
TSystems International GmbH, vor drei
lahren aus dem Merger verschiedener
Telekom-Töchter mit dem Debis System–
haus entstanden, nahm deshalb die Her–
ausforderung an, den
Wissensaustausch
für ihre weltweit 4 2 0 0 0 Mitarbeiter
neu zu organisieren. Wichtigstes Instru–
ment dafür ist das
Untemehmensportal
mySystems.
Die Aufgabe: Wissensmanagement
nach dem Merger
Die Liste der Unternehmen, die seit Fe–
bruar 2001 unter dem Dach von T-Sy–
stems zum zweitgrößten europäischen
Sy s t emanb i e t e r für Informat ions –
technologie und Telekommunikation zu–
sammengewachsen sind, ist ziemlich
umfangreich. Dem entsprechend war die
Einführung des Unternehmensportals
mySystems als Plattform für das unter–
nehmenswei te Wi s sensmanagement
kein Ziel, das sich von heute auf morgen
realisieren ließ. Die Ausgangssituation
unterschied sich dabei nicht so sehr von
anderen Unternehmen ähnlicher Größen–
ordnung: Es gab viele kleine Intranets
mi t
hohen
Be t r i ebskos t en ,
die
Contentpflege war aufwändig. Doch die
Qualität der Inhalte ließ trotzdem oft zu
wünschen übrig. Der Einkauf von zentra–
len Lösungen wie Dokumenten- und
Content-Management-System erfolgte
dezentral, und entsprechend groß war die
Vielfalt der genutzten Software. Auch die
abteilungsübergreifende Zusammenarbeit
wurde dadurch nicht gerade gefördert.
Weil für jede Anwendung eine gesonderte
Anmeldung erforderiich war, war der
Mitarbeitersupport unzureichend. Dazu
kamen etliche firmentypische Besonder–
heiten und Herausforderungen, wie zahl–
reiche Integrationsprojekte zur Standar–
disierung der Systeme - etwa in den Be–
reichen SAP R/ 3 und eCRM. Die Integrati–
on der internationalen Einheiten von T-
Systems war ebenso zu berücksichtigen
wie ein massives Cost-Cutting-Programm.
Das war die Situation, als der Entschluss
für den Aufbau des Mitarbeiterportals
mySystems gefasst wurde. Um ihr ge–
recht zu werden, entschied man sich da–
für, zuerst eine Arbeitsplatzumgebung als
Frontend einzurichten und dann Schritt
für Schritt die Anwendungen und Dienste
zu integrieren.
Die Strategie: schrittweise Einführung
durch Rapid Prototyping
Auch die Entscheidungsträger mussten
zunächst von diesem Konzept überzeugt
werden. Deshalb wurde zunächst ein
Prototyp mit relativ wenigen Funktio–
nalitäten entwickelt und in Board-Mee–
tings vorgestellt.
Dabei konnte auf das
existierende Intranet
mit seinen Infor–
mationsangeboten und vorhandene Ap–
plikationen aufgesetzt werden. Zu die–
sem
Showcase
kamen die Betrachtung
des Return-on-lnvestment (ROI) und eine
Gegenüberstellung von Vor- und Nach–
teilen hinzu. Als Teilnehmer für ein an–
schließendes Pilotprojekt wurde der An–
wenderbereich mit dem größten Bedarf
identifiziert - in diesem Fall der Vertrieb,
der seine Lösungen schneller und zielge
richteter an den Markt bringen sollte
Auch hier wurde ein zielgruppen
orientierter Prototyp entwickelt, der an
schließend direkt in den Betrieb über
nommen werden konnte.
Der Vorteil dieses Vorgehens: Auch wenn
zunächst nur einige Basis-Standardfunk–
tionen vorhanden sind, lässt sich diese
„leere Hülle" im Lauf der Zeit mit weite–
ren spezifischen Informationsangeboten,
Applikationen und Kommunikationstools
auffüllen. Dazu zählen auch so genannte
Blueprints und Building-Blocks, die ei–
nen Rahmen vorgeben und vor Ort
mit
Hilfe des Content-Management-Systems
mit Inhalten ausgestattet werden.
Nach der Erstellung des ersten Prototyps
für 30 Entscheiderund dem Beschluss zu
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