Seite 45 - 1999-06

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Controller magazin
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PROJEKT-MANAGEMENT
MULTIMEDIABEREICH
von Dr. Guido
Leidig,
Leiter Abteilung Betriebswirtschaft,
Bundesverband Druck E. V., Wiesbaden
Dr. Guido Leidig
A. GRUNDLAGEN
1.
Einleitung
Multimedia-Auftragsproduktion entsteht
durch die Zusammenarbeit von internen/
externen Experten verschiedener Fach–
diszipl inen. Die Forderung nach dem
Pro–
duk t „aus e i nem Guss"
bzw. „aus einer
Hand" setzt demzufolge ein großes Ver–
ständnis aller Beteiligten sowohl für die
Problemstellung als auch das Produkt
voraus, jeder Mitarbeiter muss in der
Lage sein, Aufgabengebiete so zu formu–
lieren, dass sie für die anderen in den
Produktionsprozess eingebundenen Ab–
tei lungen verständl ich und umsetzbar
sind. Nur so gelingt es, Schnittstellen–
reibungsverluste - intern/extern - zu
reduzieren bzw. zu vermeiden. Denn
die–
se Reibungsverluste können in einem
nicht unerhebl ichen Umfang dazu bei–
tragen, die Kalkulation auf den Kopf zu
stellen.
Um dies zu verhindern, ist ein effizientes
Projekt-Management notwendig. Nur so
lässt es sich ermögl ichen. Antwor ten auf
folgende Fragen zu geben:
-
TUn wi r die richtigen Dinge?
-
TUn wi r die Dinge richtig?
-
Wie verändern wi r die Dinge?
Schon immer gab es in Unternehmen die
Notwendigkeit, bestimmte Vorhaben in
Projektform abzuwickeln. Für die Durch–
führung als Projekt bieten sich
alle Akt i v i –
täten an, die in zahlreiche Arbei tspakete
zer legbar
sind und an denen mehrere
Mi tarbe i ter /Teams/Ste l l en/Abte i l un –
gen/Bereiche oder Firmen beteiligt sind.
In der Gegenwart gewinnt das Projekt-
Management im Rahmen der Multime–
dia-Produktion zunehmend an Relevanz.
Die Realisierung des Projekt -Manage–
ments lässt unterschiedliche Ausprägun–
gen zu , die vorwiegend durch die Kriterien
für den Projekterfolg bestimmt werden.
Die Erfolgskriterien sind insbesondere:
-
Sachziele
-
Terminziele
-
Kostenziele.
2. Führungsaufgaben
Zunächst ist dafür zu sorgen, dass die
er forder l i chen „p r o j ek t f r eund l i chen"
Kontex tbed i ngungen im Betr ieb vor –
handen sind. Diese Funktioin ist eine zen–
trale Aufgabe der Führungsebene. Sie hat
die Kompetenz und Behjgnis zur Schaf-
hjng solcher Voraussetzungen. Da der
Erfolg der Mul t imedia-Projekte neben
inhaltlichen Aspekten insbesondere auch
durch die Ar t der Projektarbeit bestimmt
wi rd,
benöt igen Multimedia-Projekte ein
spezielles Management , das den beson–
deren Anforderungen - insbesondere den
der Kunden
- gerecht wi rd. Man kann es
als ein
Konzep t z u r z i e l or i ent i er ten
Dur chführung v on Mul t imedia-Produk–
t i onen
verstehen. Innerhalb dieses Kon–
zepts werden neben Führungsaufgaben
auch Aufgaben der Projektorganisation
und
des Einsatzes von Methoden zur
Führung der Mitarbeiter auf das Projekt–
ziel hin benötigt.
Projekt-Management umfasst
dabei :
-
Füh r ung s au f gaben ( Z i e l se t zung ,
Planung, Steuerung, Überwachung) ;
-
F ü h r u n g s a u f b a u
(Pro j ekt –
organisation);
-
Führungstechniken (Methoden/ In–
strumente).
3. Vorteile
Die Vorteile eines effizienten Projekt-Ma–
nagement lassen sich wie folgt zusam–
menfassend darstellen:
-
Schnelles Agieren auf neue Markt -
u n d Ku n d e n a n f o r d e r u n g e n im
Mul t imediasektor;
-
Ganzheitliche Betrachtung von Auf–
gaben zur Eriedigung eines Auftrags;
-
Ganzheitl iche Lösungen lassen sich
besser realisieren;
-
Stat t i sol ier ter und l inearer Be–
t rachtungen dominier t vernetztes
Denken - bezogen auf das Produkt
und die involvierten Abtei lungen;
-
Kreativität hat außerhalb der Hierar–
chie größere Chancen, sich zu ent–
falten;
-
Mitarbeiter und Führungskräfte wer –
den intellektuell stärker gefordert;
-
leder Projektbetei l igte lernt den
„Schrecken der Eigenverantwortung"
kennen;
-
Ständiger Zwang zur Verbesserung
der Kommunikat ion im Team und
mit den beteiligten Abtei lungen;
-
Die formale Autor i tät wi rd ersetzt
durch neue Erfolgskriterien:
Persönl ichkeitskompetenz,
• Wissenskompetenz,
• Sozialkompetenz,
• Unternehmerische Kompetenz;
-
Mi tarbei ter we r den als Mi tunter –
nehmer gefordert und übernehmen
schneller Verantwor tung;
-
Konstrukt ive Konflikte beleben die
Projektarbeit und können neue Lö–
sungen erzeugen;
-
Funk t i ona l e Or gan i sa t i ons s t r uk –
turen verbinden sich mit der Prozeß–
organisat ion.
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