Projektstruktur gemäß einer Work-
BreakdownSt ructure (WBS).
Mei lensteinplanung innerhalb über–
schaubarer Zeiträume.
Bewertete WBS-Elemente, d. h. die
einzelnen WBS-Elemente müssen je–
weils nach Zeit und Kosten je Berichts–
periode bewertet werden. Diese Plan–
werte stellen in der E VM die Referenz–
größen.
I ns t i t u t i ona l i s i e r t es Rückme l de –
verfahren, z. B. nach dem unten dar–
gestellten Prozess (Abb. 2).
Auswertungen nach Keondffiem
t
Wbchenberidt
Projekt je
Ist/F
VWichenUiche
VBttrauchsmeidung
proMtartieiter
jeUnlenstain
Ist
/Rsst
Abb. 2: Rückmeldung und
Behchtswesen
• DV-gestütztes Rechentool . Für Pro–
jekte kleinerer Größe sind handels–
üb l i che
Tabe l l enka l ku l a t i on s –
programme ausreichend. Für Projek–
te größerer Dimension sind daten–
bankbasierte Projektmanagement -
Tools empfehlenswert.
2.4 Ermittlung des Earned Value
Im Gegensatz zur Ist-Kostenerfassung
basiert die Restwerterfassung nicht auf
objektivierbaren Sachverhalten, sondern
auf Definition gemäß dem gewähl ten
Restwertschätzverfahren(vgl . unten).
Wie oben bereits erwähnt , ist die Ermitt–
lung der Restwerte - und dami t des EV -
der zentrale Punkt der EVM. Sie ist gleich–
zeitig ihre Achillesferse, da eine nicht
realistische oder „schlechte" Schätzung
der Restwerte zu entsprechenden Er–
gebnissen führt.
Soll nun das schon angesprochene Defi–
zit der Ist-Kostenerfassung zur Bewer–
tung des Projektfortschritts überwunden
werden, muss die Restkostenermittlung
die entsprechende Qual ität aufweisen
bzw. nach einem standardisierten und
nachvol lziehbaren Verfahren erfolgen.
In de r Pr ax i s k ö n n e n
f o l gende
Schätzverfahren für Restwerte bzw. den
EV angetroffen werden;
•
F e r t i g s t e l l u n g s –
grad :
Der Fertigstellungsgrad
we i s t dem WBSE l e -
ment den Wert zu, der
aus der subjektiven Ein-
s c h ä t z u n g
z um
Ber i chtszei tpunkt er–
reicht ist. Der Restwert
bemisst sich dement–
sprechend an dem Auf–
wand , der noch nötig
ist , dieses WBS- E l e -
ment zu beenden, un–
abhängig von den be–
reits angefallenen Auf–
wänden .
•
M e n g e n p r o p o r –
t ional i tät :
Sind zählbare Ergebnis–
se zu erreichen, wi rd
der geplante Aufwand
proport ional zur Zahl
der Ergebnisse aufgeteilt. RK bzw. der EV
ergeben sich dann unmittelbar aus dem
erwarteten Restaufwand für die Zahl der
noch nicht fertiggestellten
bzw.
der fer–
tiggestellten Ergebnisse.
• 0 - 100 - Ve r f ahr en :
Dieses Verfahren ist in allen Projekten
anwendbar, in dem die Dauer der berich–
teten WBS-Elemente kleiner ist als die
Ber ichtszyklen. Das Schätzverfahren be–
ruht darauf, nur abgeschlossene WBS-
Elemente mit 100 % Fer t igstel lung-al so
den SK - zu bewerten. Angearbeitete
WBS Elemente werden mit 0 % Fertig–
stellung bewertet. Der EV errechnet sich
folglich nur aus den bereits vol lständig
fertiggestellten WBS-Elementen.
• 50 - 50-Ver fahren:
Dieses Verfahren wi rd empfohlen, wenn
die Dauer
eines
ber ichteten WBS-Ele-
ments zwischen 1 und 3 Berichtszyklen
liegt.
WBS-Elemente werden danach mi t
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3 DEFINITION VON KENNZIFFERN
3.1 Definitionen
Folgende Basiskennziffern der Projektar–
beit werden im weiteren Verlauf der EVM
benötigt:
• Plankosten (PK): Anfal lende Kosten
gem. Projektplan.
• Istkosten (IK): tatsächlich angefallene
Kosten.
• Sollkosten (SK): PK zzgl . bzw. abzgl .
Change Requests.
• Change Request (CR): genehmigte
Budgetänderung.
• SK ges.: budgetiertes Gesamtprojekt–
volumen.
• Restkosten (RK): geschätzte Kosten
zur Fertigstellung des WBS-Elements
zum Berichtstermin.
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50 % der SK bewertet ab dem Zei tpunkt
des Beginns der Arbeit. RK und EV er–
rechnen sich dann zu 50 % der SK.
• Vergleichbare Einhe i ten:
Ähnl i ch dem Verfahren der Mengen–
proportional ität ist diese Methode dann
anwendbar, wenn eine zählbare Menge
gleicher oder vergleichbarer Einheiten
erstellt werden muss. Die Einheiten wer–
den mit Kosten bewertet, die insgesamt
den Sollwert des WBS-Elements ergeben.
Die RK werden dann aus der Zahl der
noch nicht erstellten Einheiten ermittelt,
der EV stellt die Summe der SK der be–
reits erstellten Einheiten dar.
• Mei lensteinver fahren:
Dieses Verfahren eignet sich ebenfalls für
die Restwertschätzung, wenn die Dauer
der berichteten WBS-Elemente die Dauer
der Kont rol lzyklen überschrei tet (vgl .
50 - 50-Verfahren). Die WBS-Elemente
werden dann zu jedem Berichtszeitpunkt
mit Werten beziffert, die in der Summe
die SK ergeben. Die RK und der EV errech–
nen sich dann entsprechend zum jeweili–
gen Berichtszeitpunkt.
Alle vorgestellten Verfahren der RK- bzw.
der EV-Schätzung weisen ihre spezifi–
schen Vor- und Nachteile auf. So bleibt es
letztlich dem Projektleiter oder/und dem
Kunden überlassen, sich für ein Verfah–
ren zu entscheiden.
Wichtig ist dann, die errechneten Kenn
Z i f fern immer unter dem Licht des ge–
wähl ten Verfahrens zu bewerten und zu
interpretieren.