Controller
magazin 1/99
gal eingereiht. Bei den Transitionsstaaten
nimmt Slowenia die erste Stelle ein. We–
gen dem kleinen internen Markt wird
sehr viel exportiert, davon 2 / 3 in die EU-
Länder. Die Hauptexportartikel sind Tou–
rismus, Arzneimittel, Haushaltgeräte und
Möbel. Das größte Problem stellt die 12
% Arbeitslosenquote mit allen negati–
ven Folgen dar.
Wozu die Schule für Controller?
Mit der organisierten Einführung des
Controlling haben in Slowenien schon
Ende der BOer-Iahre einige Beratungs–
organisationen angefangen. Zuerst in der
Industrie, später auch im Tourismus,
Bankwesen, bei den Versicherungen und
im Handel. Bisherige Erfahrungen mit
der Einführung des Controlling haben
gezeigt, daß wir in den meisten Fällen
nur die notwendigen Mechanismen zum
Funktionieren des Controllers hergestellt
haben, ohne dabei die Bedingungen zum
Einrichten des Controlling zu schaffen.
Die Schnittmenge zwischen dem Wir–
kungskreis des Controllers und des Ma–
nagement war so klein, daß man gar
nicht über das Controlling als
Verwaltungssystem des Managements
sprechen konnte. Wir glauben, daß der
Hauptgrund für diese Situation in den
schlechten Kenntnissen der Methoden
und Gesetzlichkeiten auf dem Gebiet der
Wirtschaft und zeitgenössischen Metho–
den des Kommunizierens zu suchen ist.
Deswegen haben wir uns entschlossen,
mit der Ausbildung der Controller und
Manager anzufangen.
Im Frühjahr 1995 haben wir eine Verbin–
dung mit der Controller Akademie in
der Absicht, mit ihrer Mi thi l fe in
Slowenien Controller systematisch aus–
zubilden, hergestellt. Starkes Entgegen–
kommen für unsere Pläne und Wünsche
von Seiten der Herren Dr. Albrecht Deyh–
le und Dr. Alfred Blazek haben uns er–
möglicht, schon im jähre 1996 eine Test–
version unseres Ausbildungsprogramms
in Gang zu bringen. Zur Zeit läuft eine
Ausbildung der 6. Controller-Generation
in einem 4-stufigen Ausbildungspro–
gramm, das auf dem Programm CA ba–
siert. Bis heute haben unsere Schule et–
was weniger als 100 Teilnehmer erfolg–
reich besucht. Wie aus der Zusammen–
stellung ersichtlich ist, haben wir unser
Programm etwas umgeändert bzw. un–
seren Bedürfnissen, Möglichkeiten und
Gewohnheiten angepaßt.
Das Programm ist zusammengestellt aus
4 Modulen (Seminaren), die folgender–
maßen aussehen;
1.
Teil: Grundkenntnisse über Con–
trolling und Kosten (3 Tage, bis
24 Stunden)
Vision, Leitbild. Unternehmens-Ziele
und die Rolle des Controlling
-> die Rolle und Persönlichkeit des Con–
trollers und die Position im
Organisationsthema des Unterneh–
mens
Methoden und Werkzeuge des Con–
trollers (Lean Management, Zielkosten,
Prozeßkosten, Deckungsbeitrag, Kenn–
zahlen)
-» die Kostencharakteristik, ihre Zusam–
menstellung und Abhängigkeit vom
Betriebsvolumen
-¥ Voll- und Teilkostenrechnung
Kostenplanung und Verwaltung der Ko–
sten (Abweichungen, Hochrechnung,
Maßnahmen für eine Verbesserung)
Vorstellung einer EDV-Lösung zum
Kostencontrolling
-> Zwischenpersönliche Kommunizierung
und Gestaltung zielgerechter Informa–
tionen
Teil 2: Erfolgscontrolling nach Profit–
zentren (2 Tage, bis 16 Stunden)
-> Organisationsbedingungen für die Ein–
führung des Erfolgscontrolling
^ Profit- und Kostenzentren auf verschie–
denen Tätigkeitsgebieten
-> Erfolgsrechnungsthema und seine Ab
hängigkeit von den Leistungen und der
Organisation des Unternehmens
Dezentralisierung der Kompetenzen
und Verantwortung furdie Erfolgsrech–
nung
Vorstellung einer EDV-Lösung der Er–
folgsrechnung
-> Bedeutung der ausgewogenen Kenn
zahlen (Balanced Scorecard)
-> Ausführung der Geschäftsvor–
stellungen und Charakteristiken der
einzelnen Medien
Vorstellung und Verteidigung der
Seminaraufgaben aus dem ersten Se–
minar
3. Teil: Erfolgscontrolling nach den
Produkten und Leistungen (2 Tage,
bis 16 stunden)
^ Bedeutung der internationalen Klassi–
fizierung der Produkte und Tätigkeiten
Interne Systeme für die Identifizierung
und Klassifikation der Produkte und
Tätigkeiten
-> Aufstellung der Produkte und Leistun–
gen für Controllingbedürfnisse
-» Rezepturen, Stücklisten, normative,
empirische
Grundlagen
für
Grenzkostenbestimmung
-» Kalkulationsarten und Bestimmungs–
methoden der Verkaufspreise in unter–
schiedlichen Marktverhältnissen
-> Erfahrungskurve und Methoden für
Selektionierung des Verkaufspro–
gramms
-> Vorstellung einer EDV-Lösung der Er–
folgsrechnung
Portfolioanalyse der Produkte
-> Wie aus Zahlen Bilder werden
Vorstellung und Verteidigung der
Seminaraufgaben aus dem zweiten
Seminar
4. Teil: Controlling-Einführung als
Projekt (1 Tag, bis 8 Stunden)
Organisationsbesonderheiten der Pro–
jektarbeit
^ Bedeutung und Rolle der Gruppenar–
beit
-> Hauptaktivitäten beim Projekt-Con–
trolling
-> Rolle und Zusammenstellung der Pro–
jekt- und Entscheidungsgruppe
- • Inhalt und Ziele der Unterprojekte
-» Infrastruktur des Projekts
^ Terminplan, Administration und Do–
kumentation des Projekts
-> Vorstel lung und Verteidigung der
Seminaraufgaben aus dem dritten Se–
minar
Zwischen den einzelnen Seminaren be–
steht eine Zeitspanne von 5 bis 6 Wo–
chen, die eine Ausarbeitung der Seminar–
aufgaben aus dem Themenbereich des
vorherigen Seminars ermöglicht. In der
Seminaraufgabe muß der Autor ein aktu–
elles Problem aus seinem Betrieb analy–
sieren und Ausbesserungsvorschläge
vorlegen. Die Autoren beschreiben ihre
Aufgaben auf dem nächstfolgenden Se–
minar allen Teilnehmern die Aufgabe, die
es dann gemeinsam mit dem Vortragen–
den kritisch beurteilen und so vervoll–
ständigen.
Mit der Ausarbeitung der Seminaraufga–
ben, ihrer Vorstellung und kritischer Be–
urteilung nehmen wir Einfluß auf größe–
re und systematischere Qualität der Con–
troller-Erzeugnisse. Gleichzeitig werden
bessere Kenntnisse und Vorstellungen
über ihre Erzeugnisse ihren Kunden vor–
gestellt.
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