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Wenn in den vorangelienden Ausführun–
gen von „Finanzierungsdiensten" die
Rede war, ist damit der Einsatz von mo–
dernen Leasingkonzepten und begleiten–
den Dienstleistungen gemeint. Leasing,
als interessante Finanzierungsform auch
für Desktops, stellt z. B. die Dataquest in
einer aktuel len Untersuchung vor
(Dataquest. März 1998. „Perspektive: Life
Cycle Services - Europe"f
Dort heißt es
zusammengefaßt: „Das
Leasing von PCs
wird für eine wachsende Zahl von Unter–
nehmen zu einer echten Alternative ge–
genüber den herkömmlichen
Methoden,
den Arbeitsplatz auszustatten. Richtig
angewendet kann Leasing erheblich zur
Kostensenkung beitragen und als Trei–
ber von übergreifenden
System-Mana–
gement-Strategien
fungieren."
In der
Dataquest-Umfrage nennen die Nutzer
von Leasing als Vorteile:
• „Verringerung des Risikos der Tech–
nologie-Überalterung;
• Kostensenkungspotential;
• Erleichterung der Vorhersage von
Ausgaben für Client/Server-Umge–
bungen;
• Verbesserung der Kontrolle von
Technologieausstattungen in Client/
Server-Umgebungen (unter Einsatz
von Asset-Management-Tools);
• Freilegung von Kapital für kritischere
Geschäftsanforderungen".
Implementierungsgrundsätze
Wichtig ist in jedem Fall ein Sponsorship
des Managements des Kunden und des
Serviceanbieters, um politische Wider–
stände zu brechen, und die ständigen
Einzelproblememit ihrem sofortigen Ent–
scheidungsbedarf zu lösen.
• Enger Zusammenschluß der Organi–
sation des Kunden und des Service–
anbieters;
• Etablierung Konfliktmanagement,
z. B. durch feste Eskalationswege.
Eine Protokollierung des Projektfort–
schritts hinsichtlich erreichter Arbeits–
fortschritte, Entscheidungen usw. hilft
den Einführungsprozeß zu beschleuni–
gen und Mißverständnisse und Konflikte
zu vermeiden oder schnell zu beseitigen.
Auch dem Management und Controlling
wird hiermit die notwendige Transparenz
über das Projekt geboten.
Ziel des Implementierungsprojektes ist,
die ursprünglich getrennten Prozeßab–
läufe im Idealfall zu einem gemeinsamen
Programmablauf zusammenzufassen.
Abb. 7 versucht dies zu verdeudichen.
Vertragsmodell
Das Vertragsmodell ist weitgehend vor–
bestimmt durch das zu realisierende Or–
ganisationsmodell. CPS-Verträge sind oft
komplex und umfangreich, da
• oft mehrere Partner beteiligt sind;
• die Leistungsbeziehungen und Lei–
stungen insgesamt komplex sind (Ser–
vice, Finanzierung, Lieferungen,...);
• u. U. Abläufe und Beziehungen in
mehr als einem Land zu regeln sind;
• steuerliche Aspekte mit zu berück–
sichtigen sind;
• komplexe Vergütungsgeflechte ein–
fach zu regeln sind;
Eben wegen dieser Komplexität ist dar–
auf zu achten, daß der Aufbau der Verträ–
ge - die Vertragsarchitektur - und der
Controller magazin
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Glossar
CPS: „Cost per Seat"; der Versuch, die fT-Ko
sten, speziell im Bereich Desktop, arbeitsplatz–
bezogen („seat") zu messen und zu steuern.
CH": „Desktop"; hierunter wird i. d. R. PC-Tech–
nologie am Arbeitsplatz incl. der unterstüt
zenden Technik wie Drucker, Scanner usw.
verstanden.
DTS: „Desktop-Services": Dienstleistungen für
Desktop-Installationen.
IT „Informationstechnologie".
luK: Informations- und Kommunikationstech–
nologie.
TCO: „Total Cost of Ownership": Versuch einer
Analyse und Darstellung aller direkten und
indirekten Kosten in Zusammenhangmit dem
Einsatz von Desktops. Das Konzept wurde
durch die Gärtner Group populär
Zuordnung CM-Themen-Tableau
14
31
39
G
L
T
Für die Projekt- und Pro–
grammorganisation gilt:
• autorisierte und
kompetente Pro–
jekt- und Pro–
grammleitung des
Kunden;
• autorisierte und
kompetente Pro–
jekt- und Pro–
grammleitung des
Serviceanbieters;
• Organisation so früh
wie möglich etablie–
ren;
• Mi tarbei ter nicht
ständig austauschen;
Controlling Kunde
Problanv
erkennung
/ / evaluMning
Lo s ung -
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E „ , „ , . , ^ „ „ .
Auswahl
Ps f iMr
Projekt- & Programmanagement
^ ^ ^ ^ ^
Projektmanagement
Bedarfs,
analyse
Controlling Serviceanbieter
Abb. 7:
Implementierungsprozeß
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Änderungsdienst so einfach und trans–
parent wie möglich bleibt. Dies kann ge–
löst werden über die Konstruktion von
Rahmenverträgen, die das generelle Ver–
hältnis klären, und hieran angehängten
Service-Einzelvereinbarungen zur Klä–
rung und Fortschreibung der Leistungs–
details. Letztere können nach Standor–
ten, Ländern, Töchtern usw. unterschied–
lich sein. In unklaren und/oder unüber–
sichtlichen Verträgen liegt eines der
Hauptrisiken für CPS-Modelle. Erfolgreich
wird der Vertrag dann sein, wenn die
Interessen des Kunden mit den Interes–
sen der Serviceanbieter in einem ausge–
wogenen Verhältnis gehalten werden.