Controller magazin
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Informationsmanagement &
Informationsflüsse
Ions- und Kommunikationssysteme
Abb. 2: Bedeutung Informations- und
Kommunii<ationssysteme
Aus Sicht der IT-Anbieter ergibt sich ein
eher technologieorientiertes Modeil zur
Einordnung der Informations und Kom–
munikationssysteme in das Unter–
nehmensmodell.
Informations- und
Kommunikationssysteme [luKj liefern
die Basis für das Informationsmanage–
ment und die Informationsflüsse zur
Abwicklung der Geschäftsprozesse.
Am
Ende der Pyramide steht das Zielsystem
des Unternehmens, zu dessen Umsetzung
die Geschäftsprozesse dienen.
Interessant ist es, dem die allgemeine
Sichtweise des Kunden gegenüberzustel–
len.
Die Sichtweise
ist hier,
speziell auf
der Entscheidungsebene, ausgehend von
den Anforderungen des Zielsystems des
Unternehmens geprägt davon, daß eine
große Bedeutung der luK-Systeme spezi–
ell für Informationsflüsse und Informati–
onsmanagement zwar weitestgehend
unbestritten ist, aber nur als einer von
mehreren Inputfaktoren und Ressourcen
für die Geschäftsprozesse und die Ziel–
erreichung. Aus der Diskrepanz der Sicht–
weisen folgen zwangsweise regelmäßig
Verständnisprobleme.
Man spricht zwar
formal die gleiche Sprache, versteht
sich aber trotzdem nicht.
Auch wenn
diese Darstellung für viele Leser die x
'ste
Wiederholung darstellt, soll nicht darauf
verzichtet werden. Es ist erstaunlich, wie
oft dieser einfache Zusammenhang in
der Praxis nicht beachtet wird!
Moderne Technologie ist aber nicht nur
ein „Hilfsmittel" zur Unterstützung von
Geschäftsprozessen, diese Funktion ist
mittlerweile Allgemeingut. In Analogie
zur Motivationstheorie könnte man von
einer „Hygienefunktion" sprechen. Ech
te Wettbewerbsvorteile können, nach–
dem alle Mitbewerber in etwa den glei–
chen Stand erreicht haben, kaum noch
errungen werden. Auf der anderen Seite
eröffnen technologische Innovationen
immer wieder Chancen, entweder kom
plett neue Märkte zu erschließen oder in
bestehenden Märkten als Pionier Vortei–
le zu erringen. Aktuelles Beispiel sind die
virtuellen Märkte und Arbeits- und Unter–
nehmensformen, die durch die Verbrei–
tung des Internet möglich werden.
Die Bedeutung der IT erfordert eine ent–
sprechende Berücksichtigung durch Ma–
nagement und Controlling. Hierzu sind
als Grundlage zwingend erforderlich:
• Transparenz der IT-Ressourcen
• Transparenz der IT-Aufgaben
• Transparenz der IT-Kosten.
Nach einer kurzen Darstellung des Ist-
Zustandes in vielen Unternehmen und
Organisationen wird ein aktuelles Service–
modell zur Schaffung dieser Grundlagen
und zur zielkonformen Steuerung der
DTlnfrastruktur vorgestellt.
Aktuelle Situation in den Firmen
Die Mehrzahl der größeren Desktop-In–
stallationen sind nicht systematisch ge-
•
•
•
•
•
•
plant und gewachsen, sondern
stellen das Ergebnis von Inve–
stitionen in Einzelprojekte,
Reorganisationen, Firmen–
käufen, Standardisierungs–
versuchen usw. dar. Die Situa–
tion vieler Unternehmen und
Organisationen ist daher mehr
oder weniger geprägt von:
0)
•D
in
•
Mangelnder Transparenz
der vorhandenen Desk–
top-Installationen;
•
Fehlende Standards bei
Hardware und Software;
•
Vielzahl von Lieferanten
und Dienstleistern;
•
Unzureichende bzw.
falsche Schulung der End–
anwender;
•
Fehlende Integration von
Standorten und/oder
Tochtergesellschaften/
Beteiligungen;
Zunehmende Mobilität der Arbeits–
kräfte und Arbeitsplätze;
Mangel an qaualifizierten IT-Mitar–
beitern;
Vielzahl gleichzeitig anstehender IT-
Projekte (EURO, 2000, SAP, ...);
Politische Widerstände gegen „Zen–
trale" und deren Projekte;
Umständliche, unkoordinierte und
langwierige Investitionsprozesse;
Verzettelung bei den IT-Kompeten–
zen (IT-Abteilung, Einkauf, Fachab–
teilungen, ...);
Unzureichende
Steuerungs–
instrumente;
Unübersichtliche Holdingstrukturen;
Keine einheitlichen Prozesse;
Bildung kleiner „Fürstentümer";
Hohe tatsächliche oder zumindest
vermutete Kosten (TCO-Modell!).
Die Liste ist bestimmt nicht vollständig
und nicht alle dieser Punkte treffen zum
Glück auf jedes Unternehmen zu. Aber
auch nur eine Auswahl daraus legt nahe,
daß die Desktop-Infrastruktur Verbesse-
rungspotentiale aufweist - neudeutsch;
„Room for improvement!"
Lösungsansatz
Ein
Ansatz zur Lösung der gezeigten Pro
bleme liegt
im partiellen oder totalen
Outsourcing der Desktopinfrastruktur
und der notwendigen Dienstleistungen
an professionelle und erfahrene externe
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