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Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr Ulricti Bauer,
Betriebswirtscfiaftslefire und Betriebs–
soziologie, Techniscfie Universität Graz,
Österreict) (3. v. I.): Dipl.-Ing. Dr Gemot
Reiter, wissenscfiaftlictier f^itarbeiter am o.
a. Institut, seit 1. Oktober 1998 bei Siemens
Matsushita Components, München (2. v. I.);
Dipl.-Ing. Dr Dietmar Wünscht, wissen–
schaftlicher Mitarbeiter am 0. a. Institut, seit
1. Juni 1998 bei Siemens Matsushita
Components. Deutschlandsberg (4. v. I.);
Borge Kümmert, wissenschaftlicher Mit–
arbeiteram 0. a. Institut (1. V L).
UNTERNEHMUNGSWERTERMiniUNG
von Prof. Dr. Ulricli Bauer, Dr. Gernot Reiter, Dr. Dietmar Wünschl, Borge Kümmert, Technische Universität Graz
I.EINLEITUNG
Der Bewertung von Unternehmungen
kommt in der Betriebswirtschaftslehre
seit jeher hoher Stellenwert zu. Standen
in der Vergangenheit zentrale Fragen wie
die Relevanz von Substanzwert und/oder
Ertragswert imVordergrund, sind es heut–
zutage vielmehr Detailprobleme wie z. B.
die Berücksichtigung der Besteuerung,
des Risikos und der Geldentwertung, die
Gegenstände näherer Untersuchungen
bilden. Zudem haben Einflüsse aus dem
anglo-amerikanischen Raum die Diskus–
sion zu Fragen der Unternehmungs–
bewertung in jüngster Zeit neu angeregt.
Sie geht zurück auf Bewertungsansätze
und -verfahren, die in Verbindung mit
Schlagwörtern wie z. B. „Shareholder-
Value" auftreten und unter dem Begriff
„Discounted Cash-flow-Verfahren" zu–
sammengefaßt werden.
Im folgenden wird nun ein kurzer Exkurs
in die theoretischen Grundlagen der
Unternehmensbewertung dargestellt
und der im Rahmen eines Instituts–
projektes
entwickelte innovative
BWL/
TU Graz-Ansatz
anhand einer Fallstudie
erläutert.
2. METHODEN
Abbildung
1
soll die Methodenvielfalt
der Unternehmungsbewertungen ver–
anschaulichen.
Die Ursachen der Methodenvielfalt sind
einerseits durch grundlegende Änderun–
gen in den Anforderungen an Unter–
nehmungsbewertungen, andererseits in
dem Erkenntnisfortschritt der Betriebs–
wirtschaftslehre zur Entwicklung neuer
Bewertungskonzeptionen und -verfahren
begründet.
2.1 Gesamtbewertungsverfahren
Alle hier zugeordneten Bewertungs–
verfahren haben gemeinsam, daß sie die
Unternehmung als Gesamtheit betrach–
ten und davon ausgehen, daß sich der zu
bestimmende Unternehmungswert aus
der künftigen Ert;ragskraft ableitet.
2. 1 . 1 Ertragswertverfahren
Unter Ertragswert wird der Barwert aller
zukünftigen Erfolge verstanden. Diese
Wertauffassung ist Ausdruck einer
nutzenorientierten Wertfindung.
Das Grundkonzept der Ertrags-
wert;ermittlung besteht darin, die künfti–
gen lahreserfolge festzustellen und diese
mit einem bestimmten Kapitalisierungs–
zinssatz auf einen Gegenwartswert umzu–
rechnen (Diskontierung der in Zukunft aus
der Unternehmung erwarteten Erträge).
Der einfachste Fall der Ermittlungs–
methode geht von einer unendlichen
Lebensdauer, in etwa gleichbleibenden
Unternehmungserträgen und dem Feh–
len eines „nicht betriebsnotwendigen
Vermögens" aus.
Unter diesen Rahmenbedingungen ermit–
telt sich der Unternehmungswert UW
nach der Formel für den Barwert einer
ewigen Rente („Rentenmodell") als: