Seite 58 - 1999-01

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Controller magazin
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zu Hause
im mobilen Büro
(z.B Hotelzimmer)
im Satellitenbüro
(der eigenen Firma)
im Nachbarschaftsbüro
(mehrerer Firmen)
Abb. 2: Erscheinungsformen der Telearbeit
Me i s t ens wi rd die a l t e r n i e r ende
Telearbeit gewählt:
Zwei Drittel aller
Konzepte favorisieren einen Anteil der
Telearbeit im Betrieb zwischen 40 und
60 %. Arbeitnehmer sollen also in das
betriebliche Geschehen eingebunden blei–
ben. Die freiere Form der alternierenden
Telearbeit wird insbesondere von höher
qualifizierten Mitarbeitern gewünscht,
die sich beispielsweise für konzeptionel–
les Arbeiten in Ruhe an ihren Arbeits–
platz in der eigenen Wohnung zurückzie–
hen können. Telearbeit ist eine
Chance
für die Arbeitnehmer, größere Zeit–
souveränität
zu
gewinnen.
Telearbeit-Mobilität schafft „Time to
market"
Durch den Beitrag der Technologie, orga–
nisatorische, zeitliche, geografische und
systemtechnische Grenzen zu überwin–
den, wird sie zu einem „enabling factor".
Die Weiterentwicklung - beispielsweise
durch Integration von Daten, Sprache,
stillem und bewegtem Bild - wird dazu
führen, auch an der Kundenschnittstelle
neue Prozesse, Produkte und Leistungen
bereitzustellen („driven factor"). Im Ge–
gensatz zu Telearbeitsformen mit festen
Arbeitsplätzen im Büro oder zu Hause
Fomten der Telearbeit
Telearbeit zu Hause \ ^
Alternierende
Teleart)eit
Satellitenbüro
| ^
Nachbarschaftsbüro
*
Telezentrum/
Ausschließlich Arbeit zu Hause
unter Ntuzung von Informations–
und Kommunikationstechniken
Kombination aus Buroartseit im
Unternehmen und regelmäßiger/
gelegentlicher Telearbeit zu
Hause oder von einem beliebigen
anderen Ort aus.
Mit
der
entsprechenden Informa-
Itions- und
Kommunikationstech–
nik ausgestattete "Zweigstelle"
des Unternehmens (i.d.R. in Wohn-
ortnähe oder am Stadtrand)
Büros in Wohngebieten oder am
Stadtrand, in denen Telearbeiter
unterschiedlicher Arbeitgeber zu-
sammen tätig sind.
Einrichtungen, in denen einerseits
Telearbeit im Sinne eines Nachbar–
schaftsbüros möglich ist, die aber
auch Kultur- oder Freizeitangebote
anbieten.
Abb. 3: Telearbeit in unterschiedlichen
Ausprägungen
Die staatliche Förderung der Telearbeit
setzt beispielsweise Schwerpunkte (sie–
he Abbildung 4).
fällt bei der mobilen Telearbeit dieses
Kriterium weg: der mobile Telearbeiter
arbeitet dort, wo er sich gerade befindet.
Via Laptop und Funktelefon kann er
von jedem beliebigen Ort aus mit sei–
nem Arbeitgeber/Auftraggeber kom–
munizieren.
Für Außendienstler können
somit Papierarbeiten wie Bestellscheine,
Besuchsberichte u. ä. entfallen und somit
mehr Zeit für den Kunden („time spent
talking to customers") gewonnen wer–
den. Oder: Baustellenleiter werden
mit
mobilen Arbeitsmöglichkeiten ausgestat–
tet. Da
Baustellenleiter
in der Regel für
mehrere Baustellen zuständig sind, aber
niemals alle Unterlagen der einzelnen Bau–
stellen bei sich haben, können als rele–
vanten Daten und
Pläne mit
netz–
unabhängigen Laptops abgerufen wer–
den. Dadurch sind alle Daten ständig ver–
fügbar, selbst wenn Nachfragen über
Funktelefon kommen; sollte sich Ände–
rungen ergeben, können diese an Ort und
Stelle eingegeben werden und sind somit
für alle Mitarbeiter sofort verfügbar.
Virtuelle Unternehmen unabhängig
von Raum und Zeit
Die anzutreffenden Formen der Telearbeit
werden in der Praxis weiter entwickelt.
Beispielsweise hin zum virtuellen Unter–
nehmen: mehrere Mitarbeiter arbeiten
unter einem Firmennamen zusammen,
obwohl sie an völlig unterschiedlichen
Standorten residieren. Mit ISDN-Telefon–
leitungen ist das Unternehmen unter ei–
ner einheitlichen Rufnummer erreichbar,
auch wenn das Telefon gar nicht an dem
Ort klingelt, der angewählt wurde.
Die
Belegschaft ist im virtuellen Untemeh–
men nicht mehr durch Bürogebäude,
Flure und
Fahrstühle
miteinander ver–
bunden, sondem per Datenautobahn.
Unabhängig von Raum und Zeit können
Teleworker somit rund um die Uhr im
Einsatz sein. Virtuelle Unternehmen kön–
nen sowohl aus festangestellten Mitar–
beitern als auch aus auschließlich freien
Unternehmern bestehen, die sich auf–
grund eines bestimmten Projekts zu ei–
nem Unternehmen zusammengeschlos–
sen haben, ohne dabei ihre angestamm–
ten Standorte aufzugeben.
Aus vorhandenen technischen Werkzeu–
gen wie PC-Systemen, Videokameras,
Sprachübertragungssystemen, Breit–
band-ISDN u. a. läßt sich ein Büro kon–
struieren, das ausschließlich in einem
Rechner existiert und dessen „Bewohner"
ihre Aufgaben an verteilten Arbeitsplät–
zen
außerhalb der Firma verrichten. Ver–
gleichbar mit „Virtual reality" können mit
Hilfe von
Videosystemen
und schnellen
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