Controller magazin 1
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6. Die Qualitätsverbesserung
Das Anstreben von Qualitätsverbesse–
rungen und die Einführung eines
Qualitätsmanagements imSinne der Sen–
sibilisierung der Sachbearbeiter für die
Überprüfung von Abläufen und Prozes–
sen stellt ein komplexes und zuweilen
schwieriges Unterfangen dar, da der Sach–
bearbeiter grundsätzlich gegenüber
Neuerungen und Veränderungen mit ei–
ner gewissen distanzierten Zurückhal–
tung gegenübersteht. Ihn davon zu über–
zeugen, daß mit Veränderungen und
Verbesserungen seine Arbeit und sein
gesamtes Arbeitsumfeld womöglich in–
teressanter und fast frei von Ineffizienzen
wird, obliegt der Überzeugungskraft und
der Visualisierung durch eine Führungs–
kraft, die dieses schwierige Rad ins Rol–
len bringen muß. Die Bereichsleiter müs–
sen „ohne Angst" um ihre Kompetenzen
Verantwortung an die Sachbearbeiter
delegieren.
Qualitätsverbesserungen können nur
unter Beteiligung der betroffenen Sach–
bearbeiter gelöst und durchgeführt wer–
den. Qualitätsmanagement kann gut in
Form von Projektmanagement (Mit–
arbeiterhandbuch Debitoren, Erarbeiten
neuer Formularsätze, Überprüfen der
Kont rol l l isten nach anforderungs–
gerechtem Informationsinhalt, Überprü–
fen des Ablaufs aller Geschäftsvorgänge)
und Qualitätszirkelndurchgeführt werden.
Die Mitarbeiterteams sind als selbst–
steuernde Regelkreise zu organisieren,
damit Störungen im Ablauf weitgehend
eigenständig beseitigt werden können
und damit eine schnelle und flexible Re–
aktion möglich wird." Bei der bereichs–
übergreifenden Zusammenarbeit kommt
der Schulung der Kommunikationsfähig–
keit eine große Bedeutung zu.
6.
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Der Benchmarking Prozeß'^
1. Nach der Bildung eines Benchmarking
Teams sind die Benchmarking Kriteri–
en festzulegen und der Umfang des
Benchmarking abzustimmen. Beson–
dere Sorgfalt ist dem Informationsbe–
dürfnis auf der einen und dem Auf
wand für die Erhebung der Benchmar–
king Daten auf der anderen Seite zu
sehen. Die Frage, die man sich grund–
sätzlich stellen muß, heißt: Mit wel–
cher Fragestellung erhalte ich welche
Informationen, aus welchen ich wel–
che Maßnahmen ableiten kann?
2. Abstimmung der internen Benchmar–
king
Werte
und
kritische
Hinterfragung aufderen Aussagekraft.
3. Auswahl der geeigneten Vergleichs–
f irmen
und
Ini t i ierung
der
Informationssammlung (4.) über Kon–
kurrenten und Spitzenperformer.
Beachtung des stillen und verborge–
nen Potentials von Mitarbeitern und
Führungskräften über die Vergleichs–
unternehmen.
4. Systematische Aufbereitung und ziel–
führende Analyse und Interpretation.
5. Ziele sollten tatsächlich den Best-
Practice-Gedanken widerspiegeln.
6. Umsetzung der Benchmarking Ergeb–
nisse in konkrete Maßnahmen. Fin–
den von kreativen Lösungen, mit de–
nen das Unternehmen den Abstand
zu den führenden Unternehmen ver–
kürzen kann und schließlich selbst
zu einem Spitzenunternehmen wird.
Im
Nachfolgenden soll nun eine Struktur
für ein Benchmarking Gerüst für ein EVU
aufgezeigt werden.
6.
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Benchmarking in der Energiever–
kaufsabrechnung'^
Die Kriterien und Bereiche, anhand derer
ein Benchmarking durchgeführt werden
kann, erstreckt sich auf folgende Punkte:
Fußnoten
Gaitanides/Scholz/Vrohlings/Raster:
Prozeßmanagement (Konzepte, Umset–
zungen und Erfahrungen des Reengi-
neenng) München, Wien 1994, S. 23
dito, S. 46
dito, S. 13
A.-K. Tomys: Kostenorientiertes
Qualitätsmanagement, München, Wien
1995, S. 72
KamiskeG.: Total Quality Management,
München; Wien 1996, S. 118
Gaitanides/Scholz/Vrohlings/Raster:
Prozeßmanagement (Konzepte, Umset–
zungen und Erfahrungen des Reengi–
neering) München, Wien 1994, S. 119
dito, S. 13
dito, S. 16
Seghezzi,
H.
D.: Integriertes Qualitäts-
management (Das St. Galler Konzept),
München-Wien, 1996, S. V.
Franz K.P./Kajüter Peter: Prozeß–
management und Prozeßkosten–
rechnung in: Kostenmanagement
(Wettbewerbsvorteile durch systema–
tische Kostensteuerung) Stuttgart
1997, S. 216
Eversheim,W.:ProzeßorientierteUnter-
nehmensorganisation, 2. Auflage, Hei–
delberg, 1996, S. 24
Franz K.P./Kajüter Peter: Prozeß–
management und Prozeßkosten–
rechnung in: Kostenmanagement
(Wettbewerbsvorteile durch systema
tische Kostensteuerung) Stuttgart
1997, S. 283
Quelle: regionaler Arbeitskreis EVU,
Bollheimer, T. Benchmarking-Studie •
Zuordnung CM-Themen-Tableau
25
31
32
S
K
V
zu
6. 7 Der
Benchmarking Prozeß
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