Controller magazin
1/99
hängen nnit d em Oberkörper komplett drin. Wie soll dann noch der Beratungsalltag für das Mana –
gement geschehen unter Einfühlung auf das mehr Intuitive?
Natürlich sind die Controller auch selbst dran schuld. Die Freaks „in Vernetzung" sind oft ganz wild
auf das, was es an technisch Neuem gibt. Sie fragen zu wenig, wer das braucht - außer daß Sie es
selber brauchen können. Dieser nüchtern biedere Umgang mit Datenverarbeitung und was dami t
zusammenhängt so ähnlich, wie man sich seine Armbanduhr anzieht, der ist noch immer nicht so
richtig da . Ich sehe das, wenn Ich selber mit Personal Computer in Seminaren z.B. konferenzbegleU
tend tätig bin und mit Geräten, die viel mehr leisten können, ausschließlich und gerade das mache ,
was für die Teamergänzung nötig ist - und eben nicht mehr; aber genau das. Ich habe oft den Ein-
dnjck, daß ich dann bei Controllerkollegen Verblüffungserfolge erziele. Zum Beispiel dadurch, daß
durch den PC/Laptop (ich sitze für die Tastatur dann fast unter dem Tisch) unvermeidlich ist, daß
alle sich so hinrücken beim Sitzen, daß sie dort hineinschauen können. Und wenn der Bildschirm
klein ist, muß man halt näherrücken. Also nicht Beamer und es größer machen , sondern klein und
komm näher - auch komm ran Chef. Dann sind auch die Managers/Chefs einbezogen manchma l
oft so, daß sie gar nicht merken, was ihnen geschieht.
Solche Vorgehensweisen sind auch für den Controller Strategie. Und auch die Controlierkollegen
müssen öfters aus dem Bauch heraus handeln, um situationeil Chancen zu ergreifen, wann z.B. be–
gleitend protokollierl werden kann. Wie es mir auch selber geht: Da schildert ein Manage r voll–
mundig ein Konzept. Ich mache „Klappe" und sage: Darf ich das, was Sie gerade formulieren, auf
das Flipchart hier hinschreiben. Ist es so korrekt formuliert - ist es das was Sie so ausdrücken wollten
und meinen? Dann füge ich hinzu, sehen Sie: Dies ist eine Strategie. Sie erzeugen einen Wet tbe–
werbsvorteil und müßten doch einen höheren Marktanteil emngen können und/oder höheren Ver–
kaufspreis durchsetzen können. Da ernte ich sehr oft Verblüffung. Ach so, das soll das sein, habe ich
gar nicht gemerkt.
Im Buch „Momo" von Michael Ende kommt diese Szene vor mit dem Straßenkehrer Beppo. Das ist
relativ oft zitiert. Man soll nicht die ganze Straße anschauen, sondern Meter für Meter kehren. Dann
kommt die Straße auf einen zu. Aber die ganz starke Stelle in diesem Buch ist davor: Das Mädchen
Momo hat te eine besondere Art zuzuhören. Daraufhin fand der Straßenkehrer die richtigen Worte.
Genau das ist es, was ein Controller auch zu vollbringen vermag oder vollbringen sollte - und viel–
leicht sind es zunehmend die Controllerinnen, die das können: Das „auf besondere Art Zuhören" der
Controllerarbeit heißt, daß es ein strukturgebendes Papier, Menü geben muß, in das etwas hinein
soll. Dann hört auch das Thema zu und der Manager findet zu sich selber. Er findet die richtigen
Worte nicht nur für mich als Controller; er findet sie für sich selbst.
So würde ich denken, daß wir mit d em „roten Faden" wei terkommen. Dazu könnte man Ihr Papier
njhig ein paarma l lesen.
erzliche Grüße
Dr. Albrecht Deyhle
Zuordnung CM-Themen-Tableau
01
02
06
G
F
P
38