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4. 3. 2 Gewiciitung
Basierend auf der Sensitivitätsanalyse
ergeben sich drei unterschiedliche
Unternehmungswerte. Um aus diesen
drei Werten einen aussagekräftigen
Unternehmungswert zu bestimmen, er–
folgt anschließend eine Gewichtung der
unterschiedlichen Geschäftsentwicklun–
gen. Diese Gewichtung der möglichen
Geschäftsentwicklungen erfolgt einer–
seits aufgrund der Ergebnisse des SWOT-
Profils nach einer subjektiven Einschät–
zung, andererseits durch das spezifische
Wissen der Autoren iJber die DIGEBO
HOTEL & FUN GmbH.
Teilpläne. Aufgmnd dieser Interdependen-
zen gilt die Finanzpianung nur im
Gesamtplanungsprozeß integriert als
durchführbar (integrierte Erfolgs- und Fi–
nanzplanung). Ihre Aufgaben beziehen
sich auf:
• Ermittlung des zukünftigen Finanz–
bedarfs
• Bestimmung von Art, Höhe und Zeit–
punkt vorzunehmender Finanzie–
rungsmaßnahmen.
Der Planung wird folgender Zeitrahmen
zugrundegelegt:
Die Pacht der Grundstücke von derzeit
77.000,- EURO p. a. wird zukünftig nicht
verändert.
2.
Szenario B (Pachterhöhung)
Die Pacht der Grundstücke steigt ab
1.
länner 2000 auf 115.000,- EURO p. a.
3.
Szencuio C (Liegenschaftserwerb)
Die Gmndstücke (200 ha) gehen ab 1.
länner 2000 in das Anlagevermögen ein.
Anschaffungswert 3,80 EURO pro m2.
Allgemeine Entwicklung
67%
Spezifische Situation
der Unternehmung
33%
Hotelgäste
Besucher
Freizeitpark
SWOT-Profil
Gewicht
Opt. Geschäftsentwicklung
35%
30%
35%
50%
35%
15%
60%
25%
15%
4 8%
3 0%
2 2%
0 Geschäftsentwicklung
Pess. Geschäftsentwicklung
Abb.
6:
Sensitivitätsanalyse und Verdichtung
Beispiel für die Berechnung der Gewich–
tung für eine optimistische Geschäfts–
entwicklung:
p opi = 1(35
-t-
50) / 2| X 0,67f 60 x 0,33 = 48 %
Nach dem gleichen Schema werden die
anderen Gewichtungen der möglichen
Geschäftsentwicklungen berechnet.
Schlußendlich stellt sich das Ergebnis wie
folgt dar:
1. Phase 1998 - 2002: detaillierte Planung
2. Phase 2003 - 2007: TVenderwartungen
3. Phase 2008 - 2012: Annahme einer
linearen Entwicklung
4. 4.
1
Szenarien
Die Aufgaben der Finanzplanung impli–
zieren die Kenntnis über mögliche Ände–
rungen der finanziellen Rahmenbedin–
gungen.
popt = 4 8 % . . . Gewichtung für optimistische Geschäftsentwicklung
p 0
= 3 0 % . . . Gewichtung für durchschnittliche Geschäftsentwicklung
ppess = 2 2 % . . . Gewichtung für pessimistische Geschäftsentwicklung
4 . 4
Integrierte Erfolgs- und Finanz–
planung
Die integrierte Finanz- und Erfolgsplanung
gehört zumTeilgebiet der Untemehmungs-
planung und ist der Prozeß der zielgerich–
teten, d. h. an definierten Liquiditäts-,
Rentabilitäts- und Risikozielen ausgerich–
teten Gestaltung zukünftiger Finanz–
entscheidungen. Einerseits basiert die Fi–
nanzplanung auf vorgelagerten betriebli–
chen Teilplänen, andererseits beeinflußt
die Finanzierung die übrigen betrieblichen
Bei der DIGEBO HOTEL & FUN GmbH sind
es speziell die Rahmenbedingungen der
Pachtverhältnisse für betriebsnotwendi–
ge Liegenschaften, die sich zur Zeit im
Eigentum des Bundes befinden, sich aber
zukünftig ändern könnten. Um die unter–
schiedlichen finanziellen Auswirkungen
auf den Unternehmungswert zu berück–
sichtigen, ist es notwendig, drei Szena–
rien zu betrachten:
1
. Szenario A (Unveränderte Rah–
menbedingungen)
Die unterschiedlichen finanziellen Aus–
wirkungen implizieren getrennte Erfolgs–
und Finanzplanungen der drei Szenarien.
4 . 4 .
2 Vorgangsweise
Zur Ermittlung der integrierten Erfolgs–
und Finanzplanung wird folgende Vor–
gangsweise gewählt:
1.
Best immung des
geeigneten
Softwaretools
2. Aufstellung einer Grundstruktur (in
Form einer ExcelArbeitsmappe)
3. Ableitung der drei möglichen Ge–
schäftsentwicklungen für die jeweili–
gen Szenarien
4 .
5 Gewichteter Unternehmungswert
Als Verfahren zur Unternehmungswert–
ermittlung wird die im deutschen Sprach–
raum dominierende Ertragswertmetho–
de angewandt. Der Unternehmungswert
(UW) wird definiert als Summe dreier Kom–
ponenten, dem Barwert; der betrieblichen
Cash-flows während der Prognose–
periode, dem Residualwert' (Continuing
Value) als Barwert aller Cash-flows nach
Ende des Planungszeitraums und dem
Marktwert des nicht betriebsnotwendi–
gen Vermögens.
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