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Organisation
_Change Management
Viel Wandel, wenig Erfolg
STUDIE.
Bittere Erkenntnisse zum Change Management: Die Ziele werden verfehlt, das
Tagesgeschäft bleibt liegen. Veränderungsprojekte zahlen sich so selten aus.
dige Voraussetzung, um im Wettbewerb
überhaupt bestehen zu können. Zwei
Drittel von ihnen betonen, sie hätten so-
gar Spaß daran, Veränderungen selbst
mitzugestalten. Doch die Erfolgsquoten
sind bescheiden, wie die Manager bi-
lanzieren. Denn bei der Zielerreichung
hapert es gewaltig. Europaweit bleibt
ein Drittel des avisierten Zielerrei-
chungsgrads auf der Strecke. Selbst der
leis­tungsstarke deutsche Mittelstand
erreicht nur 70 Prozent der gesteckten
Ziele und liegt nur unwesentlich über
dem Durchschnitt der Nachbarn.
Zwei Tage pro Woche vergeudet
Doch damit nicht genug. Gleichzeitig
leidet die Produktivität. Auf bis zu 43
Prozent beziffern die Manager den Pro-
duktivitätsverlust während eines Ver-
änderungsprozesses. Auch hier liegt
Deutschland mit 40 Prozent nicht wirk-
lich besser als der Rest des Feldes. Im
Klartext: Zwei Tage einer Fünf-Tage-Wo-
che gehen für den Veränderungsprozess
oder seine Folgen drauf.
In der Rückschau erkennen viele Ma-
nager, was sie beim nächsten Mal ver-
bessern wollen. Ziele und Strategien
sollen transparenter werden, und auch
das mittlere Management soll schon in
der Planungs- und Konzeptionierungs-
phase stärker eingebunden werden, um
Produktivitätsverluste zu vermeiden.
Wenig halten die Verantwortlichen hin-
gegen von besonderen Belohnungen oder
stärkerer Überwachung der Mitarbeiter.
Mehr kommunizieren
Sich selbst sehen die Mittelstands-
manager durchaus in der Pflicht. Vor
allem Zielorientierung und Verantwor-
tungsbereitschaft halten sie für die
entscheidenden Fähigkeiten, ihre Ver-
änderungsprozesse erfolgreicher zu
machen. Auffällig ist, dass deutsche
Manager im europäischen Vergleich we-
niger Wert auf Kommunikation legen.
Von ihren Mitarbeitern erwarten sie al-
lerdings genau dieses. 82 Prozent sehen
Verbesserungsbedarf im Umgang mit
Konflikten, und 77 Prozent wünschen
sich von ihren Mitarbeitern generell
mehr Kommunikation untereinander. 64
Prozent klagen darüber, dass die Fähig-
keit zur Veränderung den meisten Mit-
arbeitern nicht in die Wiege gelegt ist.
Kurzum: Die Studie zeigt, dass Change
Management teuer kommen kann.
Lesen Sie weiter auf Seite 42.
Von
Randolf Jessl
(Red.)
O
b Kostenoptimierung, Effizienz-
steigerung oder bessere Kun-
denorientierung: Gute Gründe
für einen Change-Prozess gibt
es im europäischen Mittelstand genü-
gend. Und so machten im vergangenen
und in diesem Jahr zusammen fast drei
Viertel aller Unternehmen auch einen
Veränderungsprozess durch. Mit ernüch-
ternden Ergebnissen, wie eine groß an-
gelegte Studie von Mercuri Urval er­gab.
Die Personalberatung hat rund 1.400
Manager und Inhaber mittelständischer
Unternehmen in 14 europäischen Län-
dern zu ihren Erfahrungen im Change
Management befragt.
Zwar halten 84 Prozent der befragten
Manager Veränderung für eine notwen-
Produktivitätsverluste in Europa
Quelle: Change & Productivity in Europe, Mercuri Urval Insight Studie 2012
Portugal
UK
Nieder­
lande
Schweiz Frank­
reich
Deutsch­
land
Nor­
wegen
Schweden Durch­
schnitt
Im Zuge großer Veränderungsprojekte schätzen deutsche Manager den Produktivitäts­
verlust auf 40 Prozent. Der europäische Durchschnitt liegt noch höher: 43 Prozent.
Bei Fragen wenden Sie sich bit te an
Angaben in Prozent
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51
50
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