Immobilienwirtschaft 1/2026

9 · Immobilienwirtschaft · 01 / 2026 Potsdam hat beste Infrastruktur – Berlin verliert an Dynamik Potsdam führt den erstmals berechneten Infrastrukturindex im Städteranking 2025 an. Die brandenburgische Landeshauptstadt überzeugt mit einer hohen Dichte an Hochschulen, starker MINT-Forschung sowie gutem Glasfaserausbau und belegt damit Platz eins unter 71 deutschen Großstädten. Der neue Index, erstellt von IW Consult im Auftrag von „Wirtschaftswoche“ und ImmoScout24, bewertet die Bereiche Bildung, Forschung, Verkehr, Digitalisierung und Klimaresilienz vor dem Hintergrund des 500 Milliarden Euro schweren Sondervermögens des Bundes für Infrastruktur und Klimaneutralität. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Regensburg und Ingolstadt, während Duisburg, Salzgitter und Hamm die Schlusslichter bilden. Im Dynamik-Ranking verliert Berlin an Boden und gehört erstmals seit 2016 nicht mehr zu den drei dynamischsten Städten. München bleibt wirtschaftlich führend und erreicht neben Freiburg als einzige Stadt Top-15-Platzierungen in Niveau, Dynamik und Infrastruktur. Glasfaserausbau: Ziele werden nicht erreicht Der Ausbau von Glasfaseranschlüssen bis in die Wohnung (FTTH) kommt in der deutschen Wohnungswirtschaft voran, bleibt im Bestand jedoch hinter den Zielen zurück. Das zeigt eine bundesweite Studie der Nassauischen Heimstätte | Wohnstadt (NHW) und der TKI mbh, für die Wohnungsunternehmen mit über einer Million Einheiten befragt wurden. Zwar befinden sich mehr als 64 Prozent bereits in der FTTH-Ausbauphase, die tatsächliche Anschlussquote liegt jedoch erst bei rund 27 Prozent. Als zentrale Hemmnisse nennt die Studie komplexe Genehmigungsprozesse, Kapazitätsengpässe im Bau sowie regulatorische Unsicherheiten. Zugleich warnt sie vor kostenintensivem Doppelausbau und spricht sich gegen Zwangsmodelle aus. Stattdessen plädieren die Autoren für OpenAccess-Strukturen, Investitionsschutz und verlässliche Rahmenbedingungen. Nur so lasse sich der FTTH-Ausbau bis 2035 erreichen. Digitale Talentsuche auf dem Vormasch Eine Trendumfrage von Recruiting Match Real Estate zeigt: Rund 67 Prozent der Bau- und Immobilienunternehmen nutzen digitale Tools zur Fachkräftegewinnung, während fast die Hälfte (49 %) noch über mangelndes technisches Know-how oder Vorbehalte gegenüber digitalen Methoden klagt. LinkedIn erweist sich mit 87 Prozent als meistgenutztes Instrument, gefolgt von Jobbörsen (72 %) und Unternehmenswebsites (69 %). Fachkräfte aus technischen und kaufmännischen Bereichen werden überwiegend digital rekrutiert (61 % bzw. 59 %), Führungskräfte hingegen häufiger über Headhunter (59 %). Hauptgründe für den Einsatz digitaler Tools sind der Zugriff auf größere Kandidatenpools, beschleunigte HR-Prozesse und gezielte Ansprache qualifizierter Talente. Laut Matthias Höppner, Geschäftsführer von Recruiting Match Real Estate, stehen Branche und Unternehmen jedoch vor der Aufgabe, digitale Kompetenz aufzubauen, Skepsis abzubauen und Anwendungen benutzerfreundlicher zu gestalten. Die Umfrage verdeutlicht, dass der digitale Wandel im Recruiting noch in vollem Gange ist und Schulungen, Datenschutzpraktiken sowie praxisnahe Lösungen entscheidend für den Erfolg sind.

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