Immobilienwirtschaft 1/2026

19 · Immobilienwirtschaft · 01 / 2026 Schwerpunkt Die Immobilie 4.0 Anfang an in entsprechende Technologie investiert werden muss. Neben „Next-Level-Gebäudeautomation“ können KI-gestützte Energiemanagementlösungen vor allem bei Betriebs- und Wartungsprozessen sowie für Verbrauchsoptimierung und -prognosen von großem Nutzen sein – und nicht zuletzt spielen sie eine gewichtige Rolle bei der Umsetzung der Vorgaben der Energiewende. Verbrauchsminimierung ist der natürlichste Weg zum Klimaschutz. WAS GEHT? In diesem Zusammenhang leuchtet unmittelbar ein, dass KI bei der Optimierung des großen Energieverbrauchsfaktors Klimatisierung einschließlich Heizung und Lüftung ein weites Anwendungsspektrum findet. Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftqualität lassen sich durch intelligente Steuerung und Regelung für jeden Raum und jedes Gebäude individuell abstimmen. Moderne Sensorik und der Einsatz lernfähiger Systeme erlauben es, auf der Basis historischer Messdaten (beispielsweise zu Nutzungsgewohnheiten), des Bauzustands sowie aktueller Werte für Außentemperatur oder Lichteinstrahlung energetisch optimale Leitwerte zu definieren, die wiederum in sich selbst aktualisierende Modelle einfließen und zu Prognosezwecken herangezogen werden können. Anhand dieser Informationen lassen sich adaptive Regelungsstrategien umsetzen, die den Energieeinsatz minimieren. Die hierfür erforderliche Sensorenvielfalt in Kombination mit maschinellem Lernen unterstützt auch das Last- und Gerätemanagement durch vorausschauende Analyse auf der Grundlage von Daten zu Verbräuchen, Verschleiß oder Betriebszuständen. Algorithmen erkennen Muster, identifizieren ineffiziente Verbraucher oder Lastspitzen und schlagen Optimierungen (beispielsweise die Verschiebung von Geräteeinsätzen in den Nachtbetrieb) vor. Energieverluste und Ausfallzeiten lassen sich dadurch VVon Künstlicher Intelligenz und Energie ist heute auffallend häufig in einem Atemzug zu hören. Die Rede ist dabei meistens von dem extrem hohen Energiebedarf, den die mit umfangreichen KI-Anwendungen beschäftigten Rechenzentren erfordern. KI-Tools als gewaltige Energiefresser – dies ist die eine Seite der Medaille. Gleichzeitig wird aber KI auch dazu eingesetzt, durch intelligente Steuerung und Regelung Energieeffizienz zu steigern und den Energieverbrauch auf den verschiedensten Gebieten spürbar zu senken. Das gilt etwa in der produzierenden Industrie, wo KI-Lösungen Energieeinsparungen durch Prozessverschlankung, vorausschauende Wartung oder optimierte Arbeitsplatzorganisation erzielen. Und auch beim Betrieb von Gebäuden, ein besonders energieintensiver Bereich mit hohen Ineffizienzen, kann KI über ein intelligentes Energiemanagement erheblich und nachhaltig zur Senkung des laufenden Energiebedarfs beitragen. Auf all diesen Einsatzfeldern stellt KI eine erweiterte Stufe der Automatisierung dar, die vor allem durch ihre Fähigkeit, im Einsatz „dazuzulernen“, eine neue technologische Ebene definiert. Charakteristisch für derartige Lösungen ist es, extrem hohe Datenvolumen in kürzester Zeit zu analysieren und anschließend unter vorgegebenen Gesichtspunkten aufzubereiten – etwa als zeitliche Verläufe von technischen und physikalischen Parametern wie Vebrauchs-, Wetter- oder Marktumfelddaten. Schwellenwerte wie das Überschreiten von Wartungsfristen oder Belastungsgrenzen sowie die unterschiedlichsten Kenngrößen von Wirtschaftlichkeitsüberlegungen lassen sich als automatisierte Reportinggrundlage und Entscheidungshilfe nutzen. Voraussetzung ist allerdings eine saubere Datenbasis – die durchgehende Digitalisierung der beteiligten Prozesslandschaft und als deren Fundament eine moderne Sensorik. Es versteht sich daher von selbst, dass Altbauten hier einen Nachrüstungsbedarf haben und bei Neubauten von KI KRIEGT’S GEREGELT Die Implementierung von Künstlicher Intelligenz hebt das ENERGIEMANAGEMENT in Gebäuden auf eine neue Effizienzebene. TEXT Dr. Hans-Dieter Radecke

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