Ein kulturelles Erlebnis, an das ich mich mein ganzes Leben lang erinnern werde, war mein Konzertbesuch bei Madonna in der Max-Schmeling-Halle in Berlin. Das war mit einer Freundin zusammen am 20. Juni 2001. Ich war 24 Jahre alt. Ich komme aus den neuen deutschen Bundesländern. Die Mauer fiel, da war ich zwölf. Damals waren die Bravo und MTV das Nonplusultra. Alle meine Freunde sammelten Starschnitte von Roxette. Nur ich den von Madonna. Ich hatte jede CD dieser tollen Künstlerin. Ich besaß Fan-Bücher. Meine Mutter hat mir Haarsträhnen durch eine Badekappe gezogen, um sie blond zu färben. Wie die von Madonna. Ich war Fan durch und durch. Denn sie verkörperte alles, was ich sein wollte: unendlich selbstbewusst, so anders als der Rest, null angepasst, sexy, unabhängig und machte Dinge einfach auf ihre eigene Art. Sie war so eine Revoluzzerin. So wollte auch ich sein. Es war mein großer Traum, Madonna einmal in meinem Leben live zu sehen. Dann standen wir vor dieser Bühne. Direkt davor, vielleicht vierte Reihe. Tausende von Menschen klatschten im Rhythmus. Wir alle riefen in Sprechchören. Und dann endlich erschien sie auf der Bühne, nach 30 Minuten Verspätung … Es war, als sei ein Lebenstraum in Erfüllung gegangen. Ich zersprang gleichsam vor Glück. Und das obwohl ich schon längst kein aktiver Fan mehr war. Am stärksten ist mir im Gedächtnis geblieben, wie sie allein mit ihrer Gitarre auf der Bühne stand und „La Isla Bonita“ gesungen hat. Das war so Gänsehaut pur, einfach unvergesslich! Und ich fühle sie noch heute, diese absolute Glückseligkeit nach dem Konzert. Ich hatte keine Stimme mehr. Denn ich hatte sicherlich etwas überlaut und viel zu schief zu allem mitgesungen. Es fühlt sich bis zum heutigen Tage so an, als wäre eine große Sehnsucht erfüllt worden. Eine, die ich mir selbst erfüllt habe. Es werden wohl auch zukünftig immer genau diese Momente sein – mit einer so hohen emotionalen Identifikation –, die das Leben lebenswert machen. Unsere Welt dreht sich immer schneller. Sie wird immer digitaler. Aber Menschen sind aus Fleisch und Blut. Sie können wie Madonna auf der Bühne stehen. Ihr einziges Handwerkszeug: ihre Stimme und ihr Instrument. Und wenn sie dann alles geben, um der Audience einen wundervollen Moment zu schaffen – das ist für mich das Wertvollste. DOREEN VON BODECKER Geschäftsführerin Cobalt Deutschland GmbH in Berlin. Cobalt Recruitment ist seit 2006 als spezialisierte Personalberatungsagentur für die Immobilienbranche in Deutschland tätig. DIE WERTVOLLSTE Sie war alles, was ich sein wollte: unendlich selbstbewusst, so anders als der Rest, null angepasst, sexy, unabhängig und machte Dinge einfach auf ihre eigene Art: MADONNA. 98 · Immobilienwirtschaft · 03 / 2026 Culture Club Mein schönstes Kulturerlebnis
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