Seite 44 - DIE_WOHNUNGSWIRTSCHAFT_2015_01

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1|2015
MARKT UND MANAGEMENT
Ankauf in Hamburg
GEWOBA NORD erweitert Bestand
Die GEWOBA NORD Baugenossenschaft eG erweitert ihren Bestand durch
den Ankauf einer Projektentwicklung um 96 Wohnungen in Hamburg-
Langenhorn. Verkäufer ist die Meravis Wohnungsbau- und Immobilien
GmbH. Die Wohnungen sollen bis Ende 2016 fertiggestellt werden. Bis-
her besitzt die Genossenschaft rund 5.700 Wohneinheiten im nördlichen
Schleswig-Holstein sowie in der Landeshauptstadt Kiel. Im Rahmen der
Bestandserweiterung setzt die schleswig-holsteinische Wohnungsge-
nossenschaft aktuell rund 50 Mio. € in Neubaumaßnahmen um. Dadurch
entstehen allein 2015 etwa 250 Wohneinheiten in Schleswig-Holstein.
Bei dem Ankaufprojekt handelt es sich um vier Gebäude mit 96 Wohnein-
heiten sowie 100 Tiefgaragenstellplätze. Insgesamt 18 Wohneinheiten
sind als Seniorenwohnungen in barrierearmer Bauweise konzipiert.
Weitere Informationen:
u und Sanierung
Energie und Technik
Rechtssprechung
Haufe Gruppe
Markt und Management
Mindestsicherung
Fast jeder Zehnte lebt vom Staat
Zum Jahresende 2013 erhielten in Deutschland rund 7,38 Millionen Men-
schen und damit 9,1% der Bevölkerung soziale Mindestsicherungsleistungen.
Laut Statistischem Bundesamt stiegen sowohl die Anzahl als auch der Anteil
der Empfänger an der Gesamtbevölkerung gegenüber dem Vorjahr leicht an.
Deutschland musste dafür im vergangenen Jahr 40,8 Mrd. € ausgeben, 4,6%
mehr als 2012. Darunter fielen Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe, Grundsi-
cherung oder Leistungen für Asylbewerber. Letztere stiegen mit 36,2% am
stärksten an. Die Zahl der wegen Arbeitslosigkeit ihrer Eltern auf Hartz-IV-
Leistungen angewiesenen Kinder ist unverändert hoch. Mehr als 600.000 von
ihnen sind bereits seit vier und mehr Jahren davon abhängig. Ein Großteil der
betroffenen Kinder ist zwischen sieben und 15Jahren alt. Mit knapp 465.000
nahm ihre Zahl zwischen Juni 2013 und Juni 2014 um mehr als 8.600 zu.
Weitere Informationen:
Neubau und Sanierung
Energie und Technik
Rechtssprechung
Haufe Gruppe
Markt und Management
Stadtbau und Stadtentwicklung
BBSR-Studie
Mehr große Transaktionen
Seit dem Jahr 2011 ist der Handel mit großen Wohnungsbeständen von
über 800 Einheiten stark gewachsen und hat wieder das Niveau von vor
der Wirtschafts- und Finanzkrise erreicht. Bereits im ersten Halbjahr 2014
wurden in 22 Transaktionen 236.000 Wohnungen gehandelt. In acht Trans-
aktionen mit mehr als 10.000 Wohnungen wurden 193.000 Wohnungen
gehandelt. Das geht aus einer Analyse des Bundesinstituts für Bau-, Stadt-
und Raumforschung (BBSR) hervor. Auf der Käuferseite sind die privaten
Akteure mit 99% im ersten Halbjahr 2014 und jeweils über 90% in den
Jahren 2010 bis 2013 ebenfalls die entscheidende Akteursgruppe.
Börsengelistete Wohnungsunternehmen wie Deutsche Wohnen, LEG NRW,
Deutsche Annington oder GAGFAH Group prägten das Verkaufsgeschehen
in den letzten Jahren maßgeblich. Neben diesen inzwischen börsengeliste-
ten Unternehmen waren auch andere Immobilien-AGs auf dem Markt aktiv
und vergrößerten ihre Bestände: Die Deutsche Annington kaufte im ersten
Halbjahr 2014 in zwei Transaktionen 41.000 Wohnungen (Vitus-Gruppe,
DeWAG), die BUWOG erwarb im Frühjahr 2014 ein Paket von 18.000 Woh-
nungen. Die Adler Real Estate AG und die Grand City Properties vergrößer-
ten in mehreren Transaktionen ihre Bestände wesentlich.
Bereits seit 2010 ist das Transaktionsgeschehen durch Wiederverkäufe
geprägt. Diese erreichten im ersten Halbjahr 2014 mit einem Anteil von
99% ihren Höhepunkt. Kommunen sowie Bund und Länder haben sich im
ersten Halbjahr 2014 von keinem ihrer großen Bestände getrennt. Von
1999 bis zum Ende des ersten Halbjahres 2014 hatte diese Gruppe ins-
gesamt mehr als 1 Mio. Wohnungen veräußert. Räumliche Schwerpunkte
der Transaktionen sind Berlin und Nordrhein-Westfalen. Seit 1999 wurden
in NRW 735.000 und in Berlin 644.000 Wohnungen in Großtransaktio-
nen gehandelt, fast ausschließlich Wiederverkäufe. Große kommunale
Verkäufe gab es in Berlin: Seit 1999 wurden dort 171.000 Wohnungen aus
kommunalen Beständen veräußert. Mit großem Abstand folgt Sachsen mit
57.000 verkauften kommunalen Wohnungen.
Einige Kommunen mit angespannten Märkten vergrößern jedoch ihre
Bestände wieder: In den Jahren 2012 und 2013 haben z. B. die Berliner Un-
ternehmen HOWOGE und Gewobag in sechs Transaktionen insgesamt 8.500
Wohnungen erworben. Im Oktober und November 2014 kauften die kom-
munalen Berliner Wohnungsunternehmen erneut Wohnungen (1.800 durch
die Gesobau, WBM sowie STADT UND LAND, 2.650 durch die HOWOGE).
Darüber hinaus wurden in München 400 Mio. € bereitgestellt, um ehemalige
GBW-Wohnungen wieder zurückzukaufen. Es ist davon auszugehen, dass es
demnächst zu größeren Käufen kommt.
Die Auswertung ist auf der Website des BBSR abrufbar sowie bestellbar.
Wohnsiedlung in Prenzlau, Brandenburg
Quelle: Zeitort.de, Foto: Jürgen Hohmuth
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