Herausforderungen in sichbirgt. Nebendenbei Ge-
neralmodernisierungen üblichen Vorbehalten der
Mieter hinsichtlich der Belästigungen sowie der
anstehenden Veränderungen oder letztlich dem
Sinn solcher Pilotvorhaben sowie der Aufgabe,
die Wohnungen sozialverträglich frei zu machen,
musste auch dem bürokratischen Förderverfah-
ren des Bundes entsprochen und sichmit den vom
BMUB beauftragten Behörden auseinandergesetzt
werden.
Zudem waren anfangs zähe und anspruchsvolle
Vertragsverhandlungen mit den Planungsbüros
nötig. Über die Vereinbarung des HOAI-Hono-
rarrahmens bei diesem – technisch anspruchs-
vollen und zuvor noch nicht realisierten – Mo-
dellvorhaben den Beweis anzutreten, dass ein
„Effizienzhaus Plus im Altbau“ zu wirtschaftlich
vertretbaren Kosten realisiert werden kann, er-
wies sich als schwierig. Lange und kontroverse
Diskussionen mit den Architekturbüros waren
nötig, bis ein für beide Parteien akzeptables Ein-
vernehmen erzielt werden konnte. Besonders die
Einhaltung des ausgelobten Kostengrenzwertes
im Planungsprozess schien lange Zeit nicht er-
reichbar. Auch die Baukostensteigerungen infol-
ge der Baukonjunktur – nach einer GdW-Studie
beläuft sich der Anstieg der reinen Baukosten
von I/2000 bis III/2012 auf 28,3% – waren eine
Herausforderung für die NUWOG als Bauherr und
die beauftragten Planer.
Nach Überzeugung der NUWOG sind die – im
Vergleich zu Neubaukosten relativ hohen – Kos-
ten der Modernisierung (siehe nebenstehenden
Kasten) gerechtfertigt, da durch die Nutzung des
Bestandes mit dem Energiestandard KfW 55 ein
wesentlich höherer Energiestandard als bei ver-
gleichbaren Kosten für einen Neubau (EnEV 2009)
entsteht. Weitere Vorteile liegen in den Energie-
überschüssen (der Photovoltaikanlage), die sich
in der Jahresbilanz niederschlagen.
Auch der Verkauf der imProjekt erzeugten Eigen-
energie an die Bewohner zu günstigeren als zu
Marktpreisen in Kooperation mit den SWU ist im
Kostengrenzwert des Neubaus nicht abgebildet.
Die NUWOG ist davon überzeugt, dass einweiterer
wichtiger Aspekt des Projekts bzw. nachhaltigen
Altbaumodernisierung dieMinderung der „grauen
Energie“ ist.
Fazit
Zusammenfassend bewertet die NUWOG das Mo-
dellvorhaben als Erfolg. Seit nahezu zwei Jahr-
zehnten nimmt sie an den OBB-Modellvorhaben
des experimentellen Wohnungsbaus teil und hat
dadurch für die nachhaltige Entwicklung des Woh-
nungsbestands wertvolle Erkenntnisse gewonnen.
Vor demHintergrund der Energiewendemuss man
sich bewusst machen, dass bei einem Neubauvo-
lumen in Deutschland von lediglich ca. 200.000
Wohnungen pro Jahr nur durch die innovative
und kostengünstige Bestandsmodernisierung die
ökologischen Zielvorgaben der Bundesregierung
erreichbar sind. Auch kann diese Aufgabe der
Bestandsmodernisierung nur in der Breite gelöst
werden – es wird also entscheidend sein, Modell-
vorhaben wie dieses zu entwickeln, um anderen
Wohnungsunternehmen bzw. Bauherren einen
gangbaren Weg aufzuzeigen.
DieModernisierungsarbeiten in der Pfuhler Straße
haben imOktober 2013 begonnen, die Fertigstel-
lung ist für das zweite Quartal 2015 vorgesehen.
Nach Fertigstellung werden die Gebäude seitens
des BMUB einemüber zwei Jahre laufendenMoni-
toringprozess unterworfen, umBewertungs- und
Vergleichsgrundlagen zu schaffen und die Nach-
haltigkeit von Gebäuden im Bauwesen weiter zu
untersuchen.
Kostengrenzwert bayerisches Wohnungsbauförderprogramm (Stand: Februar 2014) für Neu-
bauten, die die gesetzlichen Anforderungen (EnEV 2009) energetisch erheblich unterschreiten:
• 1.890 € KG 3+4/m2 Wohnfläche.
Derzeitiger Kostengrenzwert des Modellvorhabens EPA (KfW 55 nach EnEV 2009):
• Projekt Werner Sobek (Pfuhler Straße 4, 6): 1.832 € brutto
• Projekt o5 Architekten (Pfuhler Straße 12, 14): 1.764 € brutto
(Kostengruppe 3+4/m2 Wohnfläche; ohne Monitoring)
KOSTENVERGLEICH: NEUBAU – MODERNISIERUNG
Mieterstrom – günstig,
umweltfreundlich und
unabhängig.
Wärme und Strom –
im eigenen Quartier produziert!
Wir bieten Ihnen partnerschaftliche
Energiekonzepte – zukunftsfähig, effizienz-
und wertsteigernd.
KWK-Anlagen und moderne Energietechnik
Energie- und Dateninfrastruktur
Management aller Energieflüsse
Mieterservice und technisches
Gebäudemanagement