Seite 53 - DIE_WOHNUNGSWIRTSCHAFT_2014_12

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Deutschen Bauherrenpreises „hohe Qualität zu
günstigen Kosten“. Vor dem Hintergrund derzeit
unverhältnismäßig stark steigender Baukosten
ist das eine immer größere Herausforderung,
der nur mit ständigem Querdenken und Infrage-
stellen von Standardlösungen erfolgreich begeg-
net werden kann. Ergebnis und Ausdruck dieser
Unternehmensphilosophie sind insgesamt acht
Auszeichnungen der NUWOG-Projekte im Wett-
bewerb zum Bauherrenpreis sowie weitere 28
Prämierungen. Möglicherweise war dies einer
der Gründe, weswegen der Bund die NUWOG als
Partner für das bundesweit einzige Modellvorha-
ben ausgewählt hat.
Als kommunales Unternehmen sieht sich die
NUWOGderAllgemeinheitverpflichtet. AmHerzen
liegt ihr insbesondere die Umsetzung der energie-
und klimapolitischen Ziele von Kommunal- und
Bundespolitik in konkreten Vorhaben. Die ökolo-
gische Selbstverpflichtung wurde imWohnungs-
bestand bereits durch die Reduzierung des Pri-
märenergiebedarfs um51,3% (von 232 kWh/m2a
im Jahr 1992 auf 113 kWh/m2a im Jahr 2012) so-
wie die Minderung des CO
2
-Ausstoßes um 53,3%
(von 60 kg/m2a im Jahr 1992 auf 28 kg/m2a im
Jahr 2012) bewiesen.
Werkbericht
Über das Modellvorhaben „Effizienzhaus Plus
im Altbau“ (EPA) verspricht sich die NUWOG
weitere Erfahrungen, die zur werthaltigen und
nachhaltigen Entwicklung der Bestände dienen.
Ein weiterer Aspekt liegt im Erfahrungsgewinn
zur Reduzierung der Wohnnebenkosten, die
bundesweit einem permanenten Kostenanstieg
unterworfen sind und drohen, für die Bewohner
zunehmend zu einer nicht mehr tragbaren Be-
lastung zu werden.
Die Projektauswahl für das BMUB-Modellvorhaben
„Effizienzhaus Plus im Altbau“ erfolgte auf Basis
der erfolgreichen Zusammenarbeit beim Mo-
dellvorhaben „Niedrigenergiehaus im Bestand“
(Augsburger-/Paulstraße, Neu-Ulm) in den Jah-
ren 2004 bis 2006. Die gemeinsame Auslobung
des Planungswettbewerbs erfolgte im Februar
2012; die Preisrichtervorbesprechung und im
Anschluss daran das Kolloquium fanden im März
2012 in Neu-Ulm statt, die Jurysitzung dann im
Juli 2012 im Ministerium in Berlin.
Auslobung, Aufgabenstellung, Projektziel
Ziel des Pilotprojekts ist es, den Stand der Ent-
wicklung des energieeffizienten, nachhaltigen
Bauens imWohnungsbau aufzuzeigen – insbeson-
dere imBestand. Untersucht wird dabei das Poten-
zial von Bestandsbauten vor demHintergrund des
Klimawandels – unter Anwendungmodernster
Bestand in der Pfuhler Straße vor Beginn der Arbeiten
Projekt Werner Sobek GmbH (Stuttgart)/Prof. Dr. Viktor Grinewitschus (Institut
Energiesystem und Energiewirtschaft, Hochschule Ruhr West, Mühlheim):
• Gelungene Eingliederung in den Bestand der 1930er Jahre
• Montierbare Außenhülle mit Integration der Haustechnik
• Sinnvolles Elektromanagementkonzept durch konsequent südausgerichtete Photovoltaik
• Homogenität der Materialwahl von Wand (Faserzement) und Dach (Photovoltaik)
• Innovatives Haustechnikkonzept
• Großzügige Grundrisse mit nutzungsneutralen Räumen
• Vernetzung des Wohn-/Essbereiches mit den angrenzenden Freiflächen
Projekt o5 Architekten bda – Raab Hafke Lang (Frankfurt/Main), Prof. Manfred Hegger
(Fachbereich für Entwerfen und Energieeffizientes Bauen, TU Darmstadt):
• Behutsamer Umgang mit dem Bestand und der städtebaulichen Situation
• Wirtschaftlichkeit durch Erhalt der tragenden Mittelwand
• Großzügige Neuordnung der Räume durch Wohnraumerweiterung (Anbau) und durch
Öffnung des Dachraumes
• Kriterien der Materialauswahl: Ökobilanzierung, leichte Instandhaltung, Trennbarkeit
und Entsorgung
• Nutzungsoptimierung von Tageslicht und Sonnenschutz
• Integration einer Luft-Wasser-Wärmepumpe im DG (
*
)
• Sehr gute Umsetzbarkeit bei hoher Flexibilität und Raumqualität
KRITERIEN DER PRÄMIERUNG
(*) Im weiteren Planungsverlauf änderte sich die Zielsetzung. Ausgeführt wird nun: Integration von Sole-Wasser-Wärmepumpen zur Erzeugung von
Heizwärme sowie Abluft-Wasser-Wärmepumpen zur Erzeugung von Trinkwasser
PfuhlerStraße 4, 6
PfuhlerStraße 12, 14
Baujahr
1938
1938
Bezugsfertigkeit geplant
Februar 2015
Februar 2015
Primärenergiebedarf vorher
geschätzt 500 kWh(m2a) (
*
)
geschätzt 500 kWh(m2a) (
*
)
Primärenergiebedarf nachher
Unter 40 kWh/ (m2a)
Unter 40 kWh/ (m2a)
Wohnfläche
627 m2
620 m2
Wohneinheiten
10
8
DATEN UND FAKTEN
(*) keine Angaben vorhanden, da im Bestand Einzelöfen vorhanden waren.
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12|2014