Controller Magazin Special 3/2026

39 Controller Magazin | Special | 2026 Die Konsequenzen für Unternehmen sind erheblich: ʠ Neue Reporting-Anforderungen über alle Jurisdiktionen hinweg ʠ Komplexere Berechnung der effektiven Steuerlast ʠ Notwendigkeit granularer Datenerfassung auf Länderebene ʠ Enge Verzahnung zwischen Tax-, Finance- und Controlling-Prozessen Die OECD spricht von einem radikalen Wandel – und das ist keine Übertreibung. Unternehmen müssen neue Systeme und Prozesse etablieren, um compliant zu bleiben und gleichzeitig strategisch zu agieren. Auswirkungen auf Planung und Forecasting Tax ist keine isolierte Funktion mehr. Die Arbeit von Tax-Teams hängt fundamental von der Qualität und Aktualität der Finance-­ Daten ab, auf denen ihre Forecasts basieren. Neue Anforderungen an Tax-Forecasting Frühere Integration in Planungsprozesse: Führungskräfte wollen Tax-Transparenz am Anfang von Planungszyklen, nicht am Ende. Das umfasst: ʠ Tax-Modellierung bei M&A- Evaluierungen ʠ Szenarioplanung für grenzüberschreitende Expansion ʠ Echtzeit-Monitoring indirekter Steuerrisiken ʠ Sichtbarkeit von Transfer-Pricing- Impacts vor Jahresend-Anpassungen Integration mit Finance-Systemen: Bessere Anbindung an ERPs, optimierte Konsolidierungsprozesse und granularere Daten schaffen die Basis für hochwertige, akkurate Forecasts. Diese Integration stärkt nicht nur Tax, sondern auch Finance – beide Teams profitieren von engerer Zusammenarbeit. Erhöhte Forecast-Frequenz: 67 %* der befragten Tax-Professionals berichten von Herausforderungen im Bereich Tax- und Finance-Forecasting. Wenn Organisationen mit strategischen Forecasts kämpfen, wird die Notwendigkeit besserer Tools offensichtlich. Tax-Teams können argumentieren: Investitionen in ihre Fähigkeiten stärken die gesamte Planungsqualität. Konsolidierung: Die unterschätzte Herausforderung Pillar 2 erfordert Konsolidierung von Steuerdaten über alle Jurisdiktionen hinweg. Was früher auf Länderebene getrennt behandelt wurde, muss jetzt zusammengeführt, abgeglichen und konsistent berichtet werden. Typische Konsolidierungsprobleme ʠ Unterschiedliche Datenformate aus verschiedenen Ländergesellschaften ʠ Inkonsistente Erfassungsmethoden zwischen Regionen ʠ Manuelle Abstimmungen zwischen Tax- und Finance-Daten ʠ Zeitverzögerungen durch sequenzielle Konsolidierung statt paralleler Verarbeitung Was erfolgreiche Unternehmen anders machen ʠ Automatisierte Datenintegration aus Finance-Systemen ʠ Einheitliche Erfassungsstandards über alle Jurisdiktionen ʠ Echtzeit-Zugriff auf konsolidierte Daten statt wochenlanger Abstimmungszyklen ʠ Granularität auf Einzeltransaktionsebene, nicht nur aggregierte Summenwerte Die Qualität der Tax-Arbeit hängt direkt von der Qualität der Finance-Daten ab. Organisationen, die in bessere Konsolidierungsprozesse investieren, stärken beide Funktionen gleichzeitig. Die neue Rolle: Tax als strategischer Partner Tax ist nicht mehr nur Compliance. Tax bedeutet jetzt Klarheit, Insight und Unterstützung bei der Navigation durch Unsicherheit. Was sich konkret ändert Von reaktiv zu proaktiv: Statt am Jahresende Zahlen zu verarbeiten, werden Tax-Teams in strategische Entscheidungen eingebunden – bei M&A, Expansionsplänen, Investitionsentscheidungen. Von isoliert zu kollaborativ: Tax fungiert als Übersetzer zwischen Finance, Legal und Operations. Sie verbinden finanzielle Ergebnisse mit regulatorischen Anforderungen und operative Daten mit Risikoindikatoren. Von Techniker zu Strategen: Die klassische Tax-Expertise – Gesetze verstehen, Regulierungen interpretieren, korrekt anwenden – bleibt wichtig. Aber das Jobprofil erweitert sich: ʠ Datenkompetenzen für große, komplexe Datensätze ʠ Technologieverständnis für Automatisierung und Integration ʠ Kommunikationsfähigkeit über Funktionen hinweg ʠ Vorausschauendes Denken für zukünftige Risiken und Chancen

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