010101010111101010011 16 Jenny Koch Staatl. gepr. Betriebswirtin, Marketing, verantwortet seit über fünf Jahren das Marketing für den DACH-Raum im Bereich Enterprise Performance Management – zunächst bei Longview, anschließend bei insightsoftware. Ihre inhaltlichen Schwerpunkte liegen in den Bereichen Controlling, Finanzplanung und digitale Transformation im Finanzwesen. LinkedIn: CONTROLLING 2026 Zwischen Automation und strategischer Führung Wie sich die Rolle des Controllers verändert – und was das für Ihre tägliche Arbeit bedeutet. KI übernimmt die Routinearbeit, volatile Märkte fordern flexible Planung, und CFOs werden zu strategischen Beratern der Geschäftsführung. Was bedeutet das für Controller? Ein Überblick über die wichtigsten Trends und was Sie jetzt tun sollten. Die Rolle des Controllers verändert sich fundamental. Während KI und Automation zunehmend operative Aufgaben übernehmen, rückt eine Frage in den Vordergrund: Wie nutzen wir die gewonnene Kapazität, um zum strategischen Sparringspartner der Geschäftsführung zu werden? KI ist keine Option mehr – sondern Basisanforderung Die Diskussion, ob KI im Controlling eingesetzt werden soll, ist vorbei. Entscheidend ist jetzt das Wie. Boards fordern zunehmend AI-Governance-Frameworks, Risikoanalysen und klare Leitplanken für den Einsatz intelligenter Systeme. KI-Governance wird zur Pflichtaufgabe – vergleichbar mit Cybersecurity und Datenschutz. Gleichzeitig verschiebt sich die tägliche Arbeit: Routineaufgaben wie Abstimmungen, Datenerfassung und Basisanalysen werden automatisiert. Controller orchestrieren zunehmend die Technologie, statt sie manuell zu bedienen. Die Kompetenz liegt künftig darin, Ausnahmen zu bewerten, Plausibilitäten zu prüfen und zu entscheiden, wo menschliches Urteilsvermögen unverzichtbar bleibt. Die Konsequenz: Unternehmen müssen nicht nur in Technologie investieren, sondern parallel ihre Teams befähigen – durch Training, klare Prozesse und einen realistischen Umgang mit den Grenzen von KI. Das Ende der Jahresplanung Wer 2026 noch mit einem fixen Jahresbudget arbeitet, plant für eine Welt, die es nicht mehr gibt. Zinsentwicklung, geopolitische Verwerfungen, Lieferkettenprobleme und technologische Disruption machen starre Planungszyklen obsolet. Die Antwort heißt Continuous Planning: Planung wird zum laufenden Prozess, getrieben von Echtzeit-Daten und Szenarioanalysen. Forecasts werden rollierend aktualisiert, Treiber kontinuierlich überwacht. Das erfordert nicht nur neue Tools, sondern auch ein Umdenken in der Organisation. Finance muss in der Lage sein, innerhalb von Wochen – nicht Quartalen – umzusteuern. Für Controller bedeutet das: Weniger Zeit für die Erstellung des „perfekten Plans“, mehr Zeit für schnelle Neuausrichtung und strategische Weichenstellungen. Integration schlägt Insellösungen Die größte Herausforderung vieler Finance-Abteilungen: Sie arbeiten mit 15 oder mehr Tools, die nicht miteinander sprechen. Das Ergebnis sind Datensilos, manuelle Übertragungen und inkonsistente Reportings. 2026 wird zum Jahr
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