Tagen 2/2026

REDAKTION Martin Pichler (V.i.S.d.P.) Chefredakteur martin.pichler@haufe-lexware.com AUTOREN UND AUTORINNEN Moritz Colmat, Marcel Leeb, Uta Müller, Katrin Nauber-Happel, Gudrun Porath GRAFIK/LAYOUT Ruth Großer, Maria Nefzger TITELSEITE andrey / AdobeStock VERLAG Haufe-Lexware GmbH & Co. KG Munzinger Straße 9, D-79111 Freiburg Herausgeber: Reiner Straub www.haufe.com DRUCK L.N. Schaffrath GmbH & Co. KG DruckMedien, Geldern ANZEIGEN Media Sales Annette Förster Tel. 0931 2791-544 Fax 09367 987604 annette.foerster@haufe-lexware.com Bernd Junker Tel. 0931 2791-556 Fax 0931 2791-477 bernd.junker@haufe-lexware.com ANZEIGENDISPOSITION Arno Kossack Tel. 0931 2791-460 arno.kossack@haufe-lexware.com Impressum www.blauer-engel.de/uz195 · ressourcenschonend und umweltfreundlich hergestellt · emissionsarm gedruckt · aus 100 % Altpapier LF 8 82 tagen Foto: anttohoho / gettyimages.de zusatz dazu, dass sie früher einmal ein Kloster waren. So richtig konservativ wird es, wenn die im Buch aufgeführten Tagungshotels bei ihrer Gründung auf männliche oder weibliche Vornamen getauft wurden. Die weiblichen Vornahmen lauten Elisabeth, Luise, Margarethe, Monika, Pauline und Victoria. Bei den männlichen Vornahmen begegnen uns Christopherus, Clemens-August, Franz, Herrmann, James, Maximilian und Peter. Am Hotel „Das James“ lässt sich gut zeigen, dass „Nomen est omen“ so etwas wie „der Name ist Programm“ bedeutet. Im Falle des Hotels „James“ im schleswig-holsteinischen Flensburg heißt das, wir sind hier bei ausgesprochen stilvollen, anglophilen Hanseaten zu Gast. In diesem Hotel steht die britische Eleganz im Mittelpunkt. Wenn man durch eine Großstadt läuft und liest, dass die modernen Friseurstudios „Cre-haar-tiv“, „Haar-monie“, „Hair- Wer im Buch „Top 250 Germany – Die besten Tagungshotels in Deutschland“ ein Hotel sucht, kann das über den Standort tun. In der Regel bedient er sich aber des Inhaltsverzeichnisses, das die Namen der Hotels in alphabetischer Reihenfolge auflistet. Dem aufmerksam Suchenden fällt beim Studium dieses Registers unwillkürlich auf, dass Tagungshotels sich mehrheitlich recht einfache Namen à la „Hotel am Waldesrand“ oder „Hotel Müller“ gönnen. Nur 16 Hotels weisen auf ihre Spezialisierung hin und haben ihren Namen mit dem Zusatz Seminarhotel, Kongresszentrum, Tagungshaus oder etwas Ähnlichem ergänzt. Genauso vielen Hotels ist es wichtig, auf ihre grüne Umgebung hinzuweisen und führen das ergänzende Wort „Park“ im Namen. Immerhin beachtliche 15 Häuser nennen sich Schloss oder Schlösschen und zehn Hotels stehen mit einem entsprechenden Namenslich“ oder „Hair-vorragend“ heißen, muss man froh sein, dass die Tagungshoteliers nicht versuchen, mit witzig gemeinten Namen wie „Bildungs-Bau“, „SeminarSchuppen“, „Kongress-Kaserne“ oder „Tagungs-Tempel“ auf sich aufmerksam zu machen. Dann doch lieber zum Tagen in das Gut Hühnerhof in Gründau. Zu diesem Namen gibt es wenigstens eine businesskompatible, historisch sinnvolle Erfolgsgeschichte: Vor langer Zeit gab es in Deutschland keine einheitliche Währung. An jeder Weggabelung musste man sich neue Münzen besorgen und deshalb war ein Reisender froh, wenn er ein paar Eier als Tauschmittel dabei hatte. Das Huhn war damit eine private Gelddruckmaschine und ein Hühnerhof eine familiengeführte Zentralbank, von deren Image man heute noch zehren kann. Zum Schluss bleibt noch die Frage, warum ein Tagungshotel in der Lüneburger Heide sich „Anders“ nennt. Auf die Frage, was anders im „Anders“ sei, antworten die Mitarbeitenden: „Kommen Sie zu uns, und finden Sie es heraus“. In einer Welt der inflationären Versprechungen ist das eine sehr kluge Antwort. Namens- forschung Von Martin Pichler Die 25. Ausgabe des Nachschlagewerks „Top 250 Germany – Die besten Tagungshotels in Deutschland“ (Gabal Verlag, 2026) enthält ausführliche Porträts von 254 deutschen Tagungshotels. Schon das Inhaltsverzeichnis ist eine Quelle der Inspiration.

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