als 10 Prozent und weitere 54 Prozent gehen trotz globaler Krisen immerhin fest von stabilen Gewinnen aus. Die wirtschaftliche Lage ist in vielen Ländern der Welt nicht annähernd so schlecht wie in Deutschland, heißt es im „Global Exhibition Barometer“. Dennoch sagen 19 Prozent der Messegesellschaften, dass die kurzfristig(!) drängendste geschäftliche Herausforderung die „Wirtschaftslage auf dem jeweiligen Heimatmarkt“ sei. Der Zustand der heimischen Wirtschaft vor Ort bleibt also das brennendste Thema in den meisten Regionen der Welt. Gleichwohl stehen geopolitische Herausforderungen mit geringem Abstand (18 Prozent) auf Platz zwei. Es gibt allerdings zwei nicht unerwartete Ausnahmen. Die Geopolitik ist sowohl im Nahen Osten als auch in Afrika das Hauptanliegen. Noch keine Störungen durch Irankrieg Die Ergebnisse zeigen nur begrenzte Auswirkungen der aktuellen Situation im Nahen Osten auf die weltweite Messewirtschaft. Nur 14 Prozent der Unternehmen weltweit und zehn Prozent außerhalb des Golf-Kooperationsrates (GCC) berichten über starke negative Auswirkungen auf die Unternehmen zum Zeitpunkt der Umfrage im Juni 2026. „Unser Barometer zeigt, dass es keine wirklichen Beweise für einen signifikanten Knock-on-Effekt der aktuellen Störung des Nahen Ostens außerhalb des GCC gibt. Positive Trends bleiben auf der ganzen Welt, trotz der Besorgnis über den Zustand der Volkswirtschaften an einigen Orten der Welt“, schreibt Chris Skeith, Managing Director und CEO bei der UFI in Paris. Im Nahen Osten gebe es einen verständlichen Einfluss des Konflikts, aber die Situation habe sich im Laufe der Zeit positiv entwickelt und man sei zuversichtlich, dass sich die Branche schnell erholen werde. Diese jüngste Ausgabe des UFI-Berichts basiert auf Daten von 466 Unternehmen in 59 Ländern und Regionen. Die Studie umfasst Ausblicke und Analysen für 20 Schwerpunktländer – Argentinien, Australien, Brasilien, China, Kolumbien, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Indien, Italien, Malaysia, Mexiko, Südafrika, Spanien, Thailand, Türkei, Saudi-Arabien, die VAE, Großbritannien und die USA. Außerdem wurden fünf weitere aggregierte regionale Zonen berücksichtigt. Generative KI-Anwendungen Weltweit geben 70 Prozent der Messegesellschaften an, dass sie derzeit Standard-KI-Tools in zumindest einigen ihrer Geschäftsbereiche verwenden. Darüber hinaus verfügen 17 Prozent über KI-gestützte Tools, die in ihre bestehenden Systeme integriert sind und vier Prozent haben bereits proprietäre Algorithmen entwickelt, die mit internen Daten trainiert wurden. Gleichzeitig stiegt der Anteil der Unternehmen, die KI-Lösungen testen oder implementieren: 62 Prozent für „Verbesserung der Unternehmens- und Prozesseffizienz“, 53 Prozent für „Verbesserung der Kundenerfahrung“, 28 Prozent für die „Erwirtschaftung von Umsatz mit KI-betriebenen Produkten“. Der 37. Global-Exhibition-BarometerBericht der UFI (Global Association of the Exhibition Industry) wurde in Zusammenarbeit mit 33 Messeverbänden durchgeführt. Im Einklang mit dem Ziel der UFI, der gesamten Messebranche wichtige Daten und Best Practices zur Verfügung zu stellen, können die vollständigen Ergebnisse unter www.ufi.org/ knowledge-hub heruntergeladen werden. Direkter und indirekter Nutzen von Messen Im Rahmen der Studie „Global Economic Impact of Exhibitions“ aus dem April 2026 veröffentliche UFI folgende Zahlen, die sich auf 2025 beziehen, zu den direkten Auswirkungen von Messen: • I m Jahr 2025 nahmen weltweit fast 318 Millionen Besucher und fast fünf Millionen Aussteller aus mehr als 180 Ländern direkt an Messen teil. • D ie Messen generierten direkte Ausgaben in Höhe von rund 158 Milliarden Euro durch Besucher, Aussteller und weitere messebezogene Ausgaben. • M essen sicherten weltweit 1,8 Millionen direkte Arbeitsplätze und erwirtschafteten so 91,7 Milliarden Euro. • A usgehend von weltweit rund 4,7 Millionen Ausstellern und 158 Milliarden Euro (siehe Punkt 2) generierten Messen weltweit rund 33.800 Euro an direkten Ausgaben pro Aussteller. Nach Berücksichtigung der indirekten und den induzierten Auswirkungen erbrachten Messen und Ausstellungen weltweit folgende gesamtwirtschaftliche Wirkung: • 3 92,8 Milliarden Euro Gesamtleistung (Umsatz aller beteiligten Unternehmen) • 4 ,3 Millionen Arbeitsplätze insgesamt (auch bei Dienstleistern wie Taxis oder Hotels) • 2 26,6 Milliarden Euro als Beitrag des Messe- und Ausstellungssektors zum weltweiten Bruttoinlandsprodukt Ausgehend von einer Gesamtwirtschaftsleistung von 392,8 Milliarden Euro und einer weltweit verfügbaren Ausstellungsfläche von insgesamt 44,27 Millionen Quadratmetern (wie sie in der UFI World Map of Exhibition Venues 2025 ausgewiesen wird) belief sich die Gesamtleistung pro Quadratmeter Ausstellungsfläche im Jahr 2025 auf etwa 8.900 Euro. Weltweit erzielten Messen und Ausstellungen unmittelbar eine höhere Wirtschaftsleistung als zahlreiche große Wirtschaftssektoren wie zum Beispiel die Werkzeugmaschinenbranche. Das vom weltweiten Messe- und Ausstellungssektor unterstützte BIP von 226,6 Milliarden Euro macht die Branche theoretisch zu einer Volkswirtschaft, die gemessen an seiner Wirtschaftsleistung auf Platz 59 der größten Volkswirtschaften der Welt einzuordnen wäre. Deutschlands Messen drehen leider ins Minus Aktuelle Daten über die deutsche Messebranche bezogen auf das erste Quartal 2026 veröffentlichte der Verband der deutschen Messewirtschaft (AUMA) im Juni 2026. Die Botschaft lautete: „Die Wirtschaftsflaute in Deutschland schlägt nun auch auf die deutsche Messewirtschaft durch.“ Nach Jahren schwächt sich nun auch hierzulande das Wachstum der Messewirtschaft ab. Die AUMA-Prognose für das messestarke erste Quartal 2026 zeigt, dass die Zahlen der Aussteller (-2,3 Prozent) und der vermieteten Standfläche (-4,6 Prozent) verglichen mit ihren Vorveranstaltungen ins Negative rutschen. Zugleich wachsen aber die Besucherzahlen weiter (+0,9 Prozent). Die Schlussrechnung der Messen 2025 war noch durchgehend positiv: Auf den 304 Messen des Vorjahres wurden rund 192.000 ausstellende Unternehmen gezählt, was einem leichten Plus von 0,7 Messewirtschaft 75
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