tagen tagen 02.26 52 Foto: Виктор Высоцкий / gettyimages.de Die körperliche Aktivität macht das Natur-Coaching so attraktiv: Es besteht wohl eine enge Beziehung zwischen Bewegung und Gedankenfluss, Kreativität, Stimmung und Wohlbefinden. Das starre Verhältnis von Coach zu Coachee wandelt sich außerdem beim Nebeneinandergehen rasch in eine partnerschaftliche Begleitung. Aber Natur-Coaching ist mehr: Die Natur wird bei genauer Beobachtung zu einem Resonanzfeld, das der Coach situativ einfühlsam nutzt. Sieht der Coach eine Eiche, kann er sie zum Beispiel als Symbol für Standhaftigkeit benutzen und fragen: „Welche Wurzeln tragen Sie?“. Ein Löwenzahn könnte für Durchsetzungskraft und Beharrlichkeit stehen. Die passende Frage lautet: „Was in Ihnen ist stärker, als Sie glauben?“ Wasser bedeutet in der Regel, dass etwas fließt, weil es losgelassen wurde („Wo darf wieder etwas fließen?“) und ein Stein steht für Klarheit, Grenze, Entscheidung („Welche Entscheidung darf jetzt in Stein gemeißelt werden?“). Dagegen steht eine Feder für Leichtigkeit („Was sollte in Ihrem Leben nicht mehr so schwer sein?“). Viele Gegenstände stehen oder liegen einfach so auf dem Weg, und ein guter Coach nutzt sie als Metapher, die den Geist des Coachees öffnet und Reflexionen anstoßen. Marcel Leeb, ein Business-Coach und Experte für Coaching in Bewegung, schreibt in seinem neuesten Buch „Naturcoaching“ (Verlag Business Village, Göttingen 2026) sehr viel über das Handwerk, die Fundstücke, die die Natur zufällig liefert, in nützliche Metaphern umzudeuten. Wichtig ist ihm aber auch, dass ein Coach, der bei Wanderungen in der Natur coacht, auch eine am Menschen und seinen Nöten orientierte Haltung an den Tag legen kann und auch bestimmte professionelle CoachingFertigkeiten mitbringt, die in der Natur noch wichtiger sind als in einem Zimmer. Für die Leser des „Tagen“-Magazins hat er folgende vier Fertigkeiten zusammengefasst (in seinem Buch sind es insgesamt sieben). Marcel Leeb berichtet von seiner Arbeit als wandernder Business-Coach: Sehen, was andere nicht sehen Ich arbeite auch als Bergwanderführer und weiß deshalb: Ausrüstung, Kartenlesen, Wetterkenntnisse und Erfahrung in Gruppenführung gehören zum Handwerk. Doch was eine Tour prägt, liegt jenseits davon. Es ist das Gespür für Tempo, das intuitive Erfassen von Stimmungen, der Moment, in dem eine Pause Wander-Coaching in inspirierender Natur Von Marcel Leeb Tagungshotels, die in einem Park liegen oder direkt an einem Wanderweg, berichten immer öfter davon, dass Veranstalter ihre Teilnehmenden mit einem Coach auf Wanderschaft schicken. „Walk and Talk“ hat sich zu einem echten Trend entwickelt. Ein Experte schildert, welche Fertigkeiten ein Natur-Coach mitbringen sollte.
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