Liebe Leserinnen und Leser, der Wunsch, das gesamte Wissen der Menschheit zu sammeln, zu strukturieren und in eine logische Ordnung zu bringen, prägte die Arbeit der Gelehrten seit der Antike. Sehr bekannt dürften heute noch die Enzyklopädisten der Aufklärung sein. Denis Diderot und Jean le Rond d’ Alembert gaben die berühmte Encyclopédie (1751 bis 1780) heraus. Dabei verfolgten sie das Ziel, das Wissen der Welt zu sammeln und dessen Systematik offenzulegen. Sie ordneten das Wissen nach den drei Kriterien Geschichte, Wissenschaft und Kunst. Keine Angst, jetzt kommt kein Jammern darüber, wie weit sich unsere politische Diskussion vom Zeitalter der Aufklärung entfernt hat. Ganz im Gegenteil: Ich möchte voller Freude darauf hinweisen, dass ein österreichischer Professor die Kunst des Eventdesigns enzyklopädisch durchdrungen hat (Artikel ab Seite 58). Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Durch das Beobachten der wirklichen Wirklichkeit (Paul Watzlawick), einer Metaanalyse der einschlägigen Studien und durch die Diskussion mit erfahrenen Didaktikern wurden „die“ zentralen neun Aktivitäten identifiziert, deretwegen Berufstätige zu einer Tagung oder zu einem Kongress fahren. Außerdem wurde erkannt, dass jede dieser (Kern-) Aktivitäten aus drei verschiedenen Richtungen betrachtet werden kann, die sich je mit 13 Tools bearbeiten lassen. Profis können aus 3x13, also 39 möglichen Tools, auswählen, und schon steht das Eventkonzept! Bemerkenswert ist, dass der Professor bestätigt, dass nicht nur das Informieren und Vernetzen zu einer Tagung gehört, sondern auch das Genießen und Entspannen. Auf einer Tagung sollte es Zeit geben für Erholung, Frischluft, Kunst, Kultur und Musik. Eine besondere Rolle kommt dem gemeinsamen Essen zu. Essen ist ein soziales Ritual, das längere Gespräche ermöglicht. Mahlzeiten können zu neuen Beziehungen führen. Die Besucher und Besucherinnen brauchen und erwarten mittlerweile aber auch kreative Auszeiten und Ruhepausen, um das Erfahrene zu verarbeiten. Und ein paar Bewegungsangebote könnten auch nicht schaden. Wie sie aussehen sollten, lesen Sie ab Seite 16. Mit herzlichen Grüßen Martin Pichler Chefredakteur „Die Wissenschaft hilft sehr, Inhalte, Räume, Technik und Interaktion aufeinander abzustimmen.“ tagen Editorial tagen 02.26
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