Tagen 2/2026

Tagungen und Kongresse sollten nicht so anstrengend sein wie früher, als Redner Frontalunterricht abhielten und sich mit dem Abfeuern von Reizen nicht zurückhalten mussten. Heute lautet die Regel: Sobald Teilnehmende ein Tagungshotel oder eine Kongresshalle betreten, sollten sie auch Inseln der Ruhe vorfinden. Moderne Menschen wünschen sich Informationsformate, die nicht überfordern, sondern Orientierung geben, Kraft schenken und echte Verbindung mit anderen Menschen möglich machen. Körperliche Aktivitäten: Die Kraft des Unspektakulären Eine regelmäßige körperliche Aktivität senkt unter anderem das Risiko für koronare Herzkrankheit, Schlaganfall, Bluthochdruck und Typ-2-Diabetes, verbessert die kardiorespiratorische und muskuläre Fitness, verringert Depressionen und kann sich positiv auf Arbeitsleistung und Produktivität auswirken. Die aktuellen Leitlinien der Weltgesundheitsorganisation WHO zu körperlicher Aktivität nach sitzendem Verhalten führen zu folgenden Ratschlägen für Event- und Tagungsveranstalter: Schaffen Sie über den Tag verteilt viele kleine Möglichkeiten, sich während einer Tagung zu bewegen. Das Wichtigste ist, das Sitzen zu unterbrechen. Eine oder zwei Bewegungspausen (selbst während eines eintägigen Events) tun gut. Ärzte sprechen von der „Kraft des Unspektakulären“. Bewegen den halten und mit dem anderen Arm wiederholen. Die „Wirbelsäulendrehung“: Das rechte Bein über das linke schlagen. Den Körper langsam nach rechts zur Stuhllehne drehen und die Position 15 Sekunden halten. Langsam wieder nach vorn drehen. Die Bewegung in die andere Richtung wiederholen. Die Übung zehnmal ausführen. Das „Beinstrecken“: Die Sitzfläche des Stuhls greifen, den Körper stabilisieren und die Beine parallel zum Boden ausstrecken. Die Füße abwechselnd strecken und die Zehen zum Körper ziehen. Zehn Sekunden halten und zehnmal wiederholen. Ein Hotel sollte auch freie Flächen bieten Ein Tagungsveranstalter sollte sich laut WHO ein Hotel oder eine Eventlocation aussuchen, die den Teilnehmenden ein Umfeld bietet, das körperliche Aktivität erleichtert. Zu einer gesunden Tagung gehört eine Umgebung, in der körperliche Aktivitäten angemessen leicht fallen. Es sollte sich um einen Veranstaltungsort handeln, an dem die Teilnehmenden einfach und sicher spazieren gehen können und eventuell sogar einen Fitnessbereich besuchen dürfen. Das Hotel sollte im Idealfall im Tagungsraum oder davor aktivierende Geräte bereitstellen – zum Beispiel Stehpulte, Fahrräder zum Aufladen von Mobiltelefonen, einen Tischtennistisch oder einen Tischkicker. Die Teilnahme an den Bewegungsangeboten sollte freiwillig und ohne Druck erfolgen, kulturell angemessen sein, körperliche Einschränkungen berücksichtigen und kreativ, sicher und unterhaltsam gestaltet werden. Das Motto lautet: „Jede Bewegung zählt“, denn jede Muskelbewegung setzt Botenstoffe frei, die den Stoffwechsel aktivieren. Auch ein Veranstalter kann körperliche Aktivität unterstützen. Er sollte sich fragen, ob wirklich genügend Pausen mit unterschiedlichen Bewegungsmöglichkeiten in die Tagesordnung aufgenommen wurden. Pausen mit tiefem Atmen eignen sich besonders für den Beginn und das Ende eines Tages. Zu Beginn sollte er auch klarstellen, dass spontanes Aufstehen und Gehen während der Tagung erlaubt und ausdrücklich erwünscht ist. Er sollte darauf hinweisen, dass die Kleiderordnung eine legere Bekleidung kann man sich immer, wenn zum Beispiel soziale Aktivitäten anstehen. So kann man sich zum Kennenlernen, zum Netzwerken oder zur Arbeit in Kleingruppen erheben und ein paar Schritte herumlaufen. Bei mehrtägigen Tagungen sollten längere Bewegungs- und Sporteinheiten vor und nach einer Tagung stattfinden. Wer Pausen planen will, sollte folgende Pausenarten kennen. Es gibt Pausen im Stehen (60 Sekunden auf der Stelle gehen und dabei die Arme anheben). Des Weiteren gibt es Pausen zum Dehnen am Platz (Durchblutung und Beweglichkeit der Muskulatur werden verbessert). Und dann gibt es noch Pausen zur Bewegung (einfache Übungen wie zum Beispiel Tanzbewegungen zu Musik). Die Übungen im Einzelnen: Die „Arme-zur-Decke-Dehnung“: Die Arme nach oben strecken, die Finger beider Hände verschränken und die Handflächen nach oben drehen. Die Position zehn Sekunden halten. Anschließend den Oberkörper in einer Kurve nach rechts neigen, bis die Dehnung an der linken Rumpfseite zu spüren ist. In die Ausgangsposition zurückkehren und die Bewegung zur linken Seite wiederholen. Zehnmal hintereinander. Die „Schulter- und Oberarmdehnung“: Den rechten Arm gerade nach vorn ausstrecken. Mit der linken Hand den Ellenbogen des ausgestreckten Arms fassen und den Arm über die Brust ziehen, bis die Schulter- und obere Rückenmuskulatur maximal gedehnt ist. Zehn SekunWas gehört zum gesunden Tagen? 1. Gesunde Ernährung: Konferenzen sind nicht dafür bekannt, einen gesunden Lebensstil zu fördern. Man denke nur an viel zu kurze Pausen, die zum ungesunden Snacken genutzt werden. Veranstalter sollten frisches Obst, Vollkornprodukte, Nüsse sowie ausreichend Wasser anbieten. Vermieden werden sollte schweres, fettiges Essen, das müde macht. 2. Gesunde Pausen: Veranstalter sollten Bewegungseinheiten, Stretching oder einen kurzen Spaziergang einplanen, um den Kreislauf der Teilnehmenden anzuregen. Man achte auch auf rückenschonende Sitzmöglichkeiten, ausreichend Tageslicht und regelmäßiges Lüften. 3. Gesundes Entspannen. Veranstalter sollten kleine Entspannungsübungen oder Atempausen in das offizielle Programm integrieren. Gerade zwischen dicht getackteten Programmpunkten kann so dem Tagungsstress vorgebeugt werden. tagen 18 tagen 02.26

RkJQdWJsaXNoZXIy Mjc4MQ==