Personalmagazin Business Schools 06/2026

Absolventenporträt 25 STEFANIE HORNUNG ist freie Redakteurin beim Personalmagazin. selbst stemmen – ohne Stipendium oder Unterstützung ihres Arbeitgebers. Im Sommersemester 2023 legte sie los. Maschurs Kohorte zählte 53 Studierende aus unterschiedlichen Branchen, 43 Prozent Frauen, 57 Prozent Männer. Mit 40 war sie eine der älteren – eine Mitstudierende war erst Anfang 20. Das MBA-Programm ist auf fünf Semester (90 ECTS) angelegt und kombiniert Selbststudium, Online-Lernphasen und Präsenztermine. Die Basis-Pflichtmodule im 1. und 2. Semester vertiefen Managementwissen – von VWL und empirischen Methoden über Innovationsmanagement, Rechnungslegung, Steuern bis hin zu Personalmanagement, Wirtschafts- und Arbeitsrecht, Strategie und Controlling. Studierende können wählen, ob sie diese Module digital oder in Präsenz absolvieren wollen – oder beides. Alle Vertiefungsmodule sowie die Wahlpflichtmodule finden in der Regel in Präsenz statt. Höhen und Tiefen Ab dem dritten Semester häuften sich deshalb für Tanja Maschur die Termine vor Ort. Die Lern- und Austauschrunden mit den zehn weiteren Studierenden ihres Vertiefungsschwerpunkts Leadership stimmten sie meist euphorisch. Wenn sie nach sieben Stunden Zugfahrt sonntags spät nach Hause kam, hätte sie sich dennoch oft mehr Online-Unterricht gewünscht. Sie hat sich die Reisezeit in den zweieinhalb Jahren ganz genau zusammengerechnet: 373 Stunden und 24 Minuten. „Freitag bis Sonntag unterwegs, häufig verspätete Züge, unter der Woche Studienbriefe und weitere Aufgaben – neben einem Job mit mehr als 40 Stunden. „Ich musste auch gucken: Pack ich das?“, berichtet sie von Selbstzweifeln zu Studienbeginn. Für den Austausch gab es eine WhatsApp-Gruppe, für die VWL-Grundlage schloss sie sich einer Lerngruppe von Führungskräften aus der Verwaltung an – Stoff abfragen, gemeinsam sortieren, dranbleiben. Doch sie musste sich vor allem selbst gut organisieren und motivieren. „Struktur und Ordnung haben mein Leben im Studium ungemein erleichtert.“ Sie dokumentierte und plante ihren Lernplan konsequent. Dazu kam der Rückhalt ihres Mannes, der sie oft irgendwo abholte, wenn die Bahn ausfiel. Was Tanja Maschur auch bei der Stange hielt: Dass sie in ihrem Arbeitsalltag konkrete Lernerfolge spürte. Einen Aha-Moment erlebte sie, als sie kurz nach der Vorlesung in Rechnungswesen den Auftrag bekam, die Abschreibungen in ihrem Team zu kontrollieren. „Früher habe ich einfach abgehakt, welche Stühle noch da sind“, so die Teamleiterin. Kosten transparent machen, Verantwortung stärken, die Planung steuern und bessere Investitionsentscheidungen treffen – „jetzt habe ich das Warum verstanden.“ Aha-Momente – mit und ohne KI Für ihre Masterthesis suchte sie ein „unternehmerisches Führungsthema zum Anlangen“. Und fand es in der Frage, wie man mit KI bestehende B2B-Angebote der Mediengruppe Main-Post optimieren kann. Während des Studiums hatte sie ihre Mitarbeiterinnen zum Experimentieren animiert. Ein Highlight: Als eine Mitarbeiterin intuitiv KI als Sparringspartnerin für ein Beschwerdegespräch nutzte, als gerade niemand aus dem Team erreichbar war. Um ihre Kenntnisse für die Abschlussarbeit zu vertiefen, besuchte sie ein erst später neu angebotenes Wahlpflichtmodul zum Thema angewandte KI in Remagen. Gleichzeitig ging es an die Feinarbeit: Sie sichtete die vorhandenen Angebotsformen, systematisierte sie nach Vertriebsart, Region und Digitalisierungsgrad. Mit einem Optimierungsprompt testete sie vier verschiedene KI-Lösungen. Führungskräfte aus ihrem Unternehmen bewerteten die Ergebnisse – ohne zu wissen, welche KI dahintersteckte. Die Transformation der Medienbranche macht auch vor Tanja Maschurs Bereich nicht halt. Sie weiß, dass ihre Führungsaufgaben im Zuge technologischer und struktureller Neuerungen künftig andere sein werden. „Das Studium hat mir geholfen, mich auf diese Veränderungen vorzubereiten und gut damit umzugehen.“ Beim Absolventenball im Oktober 2025 Robe tragen und Hut werfen – das fand sie schlicht cool. Noch mehr feierte sie etwas anderes: nach Hause zu kommen und nichts mehr lernen zu müssen. „Endlich Freizeit!“ „ Das Studium hat mir geholfen, mich auf technologische und strukturelle Veränderungen vorzubereiten und gut damit umzugehen.“

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