34 · Digital Guide · Real Estate 2026 Künstliche Intelligenz Nachverdichtung TEXT Jasper Radü NEUE TECHNOLOGIEN UND SYSTEMATISCHE FORTBILDUNG KI stützt serielle Nachverdichtung oder Sanierung durch strukturierte Potenzialanalysen. Das spart an dieser Stelle enormen manuellen Aufwand. Von Planung bis Übergabe erkennt sie Probleme früh, verarbeitet Daten effizient und minimiert Zeit- sowie Kostenüberschreitungen. KI ALLEIN REVOLUTIONIERT ABER KEINE BAUSTELLEN: Auch Bauhandwerker werden weiterhin gebraucht. 1 EINFLUSS Die Werbung für die belgische Arbeitsvermittlung Impact an einem unvollendeten Gebäude in Antwerpen ging viral 1. KI-Agentenstruktur Basierend auf Microsoft-Technologien entwickelt Peter Gross neue Agenten für den Arbeitsalltag. Verträge könnten etwa automatisch analysiert, Nachträge erkannt und generiert werden. Auch die Materialerfassung und Dokumentation soll künftig weitgehend automatisiert ablaufen. „Unser Anspruch ist es, die Technologien so zu implementieren, dass sie jederzeit up to date und skalierbar sind. Anstatt eigene Software zu entwickeln, setzen wir auf die Konfiguration bestehender Lösungen – das spart Zeit und Kosten und vereinfacht unsere Arbeitsprozesse spürbar“, erläutert Paul. Die Agenten können direkt mit Microsoft-Anwendungen wie Outlook, Copilot und Teams verknüpft werden. Das Ergebnis ist ein nahtloser Workflow. 2. Systematische Fortbildung Im Rahmen der firmeneigenen Akademie werden die 3.000 Beschäftigten fortgebildet und in der Nutzung von KI-Agenten geschult. Eine Einweisung in die jeweils eingesetzte Planungssoftware erfolgt, sofern dies für die Tätigkeit erforderlich ist: ein nach dem EU AI-Act verlangter Vorgang. 3. Ökonomisch stringente Anbindung von Technologiepartnern Externe Partner zieht Peter Gross nur hinzu, wenn innerhalb des Systems keine Lösung verfügbar ist, der Prozess durch die Anwendung verbessert wird und die Implementierung auch wirtschaftlich sinnvoll ist. „Manchmal ist weniger mehr. Microsoft hat beispielsweise kein Building Information Modeling (BIM) im Einsatz. Es gibt aber ebenso viele Szenarien, in denen eine konfigurierte Lösung der effektiDiese Anzeige auf der rechten Seite der Personalvermittlung Impact an einer Baustelle in Antwerpen ging viral. KI könne viel, aber eben keine Gebäude bauen, sagte das Unternehmen damals. Roland Riethmüller, Vorstand des Bundesverbands digitales Bauwesen, bestätigt: „Während die Bauindustrie bereits mit KI arbeitet, ist das Bauhandwerk von Digitalisierung noch ganz weit entfernt. Einen völligen Verzicht auf den Faktor Mensch halte ich erstmal für kaum realisierbar. Mit KI und Robotik kann vieles vereinfacht werden, aber die heutigen Baustellen sind darauf nicht ausgelegt. Anders als in einer Fabrik gibt es Unwägbarkeiten und Herausforderungen, die individuell gelöst werden müssen. Da ist einfach Erfahrung und Manpower gefordert.“ Aber das könne sich ändern. KUKA und die RWTH Aachen arbeiten schon heute an Baurobotern. TIEFGREIFENDE VERÄNDERUNGEN STEHEN BEVOR Und auch an den Schreib- und Planungstischen heißt es immer öfter: „Hey ChatGPT, plan this building.“ Denn der Druck ist angesichts von Wohnraumknappheit, der stockenden Sanierungsquote und den Herausforderungen von Nachverdichtungsprojekten hoch. Künstliche Intelligenz soll der Gamechanger werden und der durch Kostendruck geprägten Branche Entlastung bringen. „KI wird in den kommenden Jahren die Bauwirtschaft tiefgreifend verändern. Wer jetzt nicht in die Technologie investiert, wird ins Hintertreffen geraten und nicht überleben“, sagt Frank Paul, Geschäftsführer Hochbau bei Peter Gross Bau. Er fasst die KI-Strategie des 140 Jahre alten Bauunternehmens folgendermaßen zusammen:
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