Personalmagazin - Neues Lernen 6/2025

Kompetenzstufe Definition Lernziele Formate Praxisbeispiel Anfänger (KI-Basis) Mitarbeitende ohne Vorkenntnisse entwickeln ein Grundverständnis für KI Begriffsklärung, einfache Tools nutzen, Risiken erkennen, Datenschutz beachten E-Learning, Microlearning, Q&A-Sessions, kurze Videos, Audiodateien Night of the Prompts Fortgeschrittene (Anwenderkompetenz) Fachkräfte wenden KI sicher in ihrem Arbeitsfeld an Tools zielgerichtet nutzen, Ergebnisse kritisch prüfen, ethische Aspekte reflektieren Use-Cases, Workshops, fachbereichsspezifische Trainings – ergänzt durch Learning Circles, in denen Praxisbeispiele diskutiert und bewährte Prompt-Strategien oder Tools ausgetauscht werden Lernpfade mit Learning Circles, wie zum Beispiel »Seitenweise KI. Ein Streifzug für kreative Köpfe« (www.dielernagentinnen.de) oder der Promptathon »Never Prompt Alone« der Continental AG mit über 3.000 Beteiligten Experten (technisch oder prozessverantwortlich) Personen, die KISysteme evaluieren, integrieren oder entwickeln Modellverständnis, Compliance-Prozesse umsetzen, Risikobewertungen durchführen Projektarbeit, Intensivschulungen, Peer-Coaching begleitet von fachübergreifenden Learning Circles, die den Austausch zwischen Technik, Fachbereich, Personalentwicklung und gegebenenfalls dem Rechtsbereich (»Legal«) ermöglichen Einsatz von HR-Analytics-Tools zum HR-Controlling und den Entscheidungen für Personaleinsatzplanung, Personalanpassung oder betriebliches Gesundheitsmanagement Entscheider (strategische Kompetenz) Führungskräfte und L&D-Verantwortliche, die KI-Einführung und Governance verantworten Einbindung von KI in die Unternehmensstrategie, rechtssichere Skalierung, ChangeProzesse begleiten Executive Briefings, Strategieworkshops, Round Tables – Strategic Learning Circles, in denen Erfahrungen und Entscheidungen in einem vertraulichen Rahmen reflektiert werden können Leadership Augmentation durch Datenaufbereitung und Planungstools mit Szenarioelementen Vier Kompetenzstufen – vier Rollenprofile (Abbildung 2) Neben den genannten, eher allgemein ausgerichteten KI-Tools („General Purpose AI“ in der Definition der EU-KI-VO) gibt es viele Anwendungen, die bereits bestimmte Funktionsbereiche unterstützen können, etwa Chatbots, die das Recruiting unterstützen oder First-Level-Support-Tools im Produktmanagement. Zukunftsszenario zur KI in der PE Zukünftig ist durchaus vorstellbar, dass ein KI-Agent – wir verstehen darunter ein intelligentes System, das selbstständig Aufgaben löst, indem es seine Umgebung analysiert und entsprechend handelt – Vorschläge zu Trainingsangeboten unterbreitet, Lernskripte mit didaktisch zielführenden interaktiven Elementen versieht, kontinuierliche Aktualisierungen überwacht und Updates vorschlägt oder auch Interviews zu absolvierten Lerntrainings führt, statt nur standardisierte Fragebögen zu verschicken. Nur der guten Ordnung halber: Dies zieht leider auch einige Datenschutz- und Compliance-Aspekte nach sich. Selbstredend wird man hier nicht die gesamte Belegschaft unterweisen, sondern nur die jeweiligen Funktionsbereiche. Bei strategischen Aufgaben wird man vor allem die Unternehmensführung adressieren. Mit dem Spieleentwickler Net Dragon aus Hongkong gibt es übrigens schon erste Unternehmen, in denen die CEO-Funktionen von einer KI-Anwendung ausgeübt wird und die nachgelagerten Ebenen ihre Vorgaben quasi im Dialog mit dem „künstlichen CEO“ abholen. Dieses riesige Potenzial an Möglichkeiten bedingt offensichtlich die Notwendigkeit, mit den technologischen Entwicklungen Schritt zu halten. Allerdings greifen auch weitere Aspekte, wie zum Beispiel unklare Marktbedingungen in Zukunft, der Umgang mit begrenzten Ressourcen wie Zeit und Geldbudgets und nicht zuletzt die Beachtung der zum Teil sehr komplexen und interpretationsbedürftigen, interna54 neues lernen – 06/2025

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