Seite 63 - wirtschaft_und_weiterbildung_2013_04

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03_2014
wirtschaft + weiterbildung
63
Wer schon immer wissen
wollte, wie kreative Geistes-
blitze entstehen, sollte Hen-
ning Becks Buch „Biologie
des Geistesblitzes“ lesen. Das
Erfreuliche daran ist: Becks
Werk ist selbst ein kreatives
Meisterwerk, man merkt dem
Autoren sowohl die Freude
an der Wissenschaft als auch
am Vortragen an. Denn Beck,
der 2012 deutscher Meister
im Science Slam war, organi-
siert sein Buch wie eine Slam-
Veranstaltung: Er kleidet den
komplizierten Stoff (wie etwa
die Funktionen der verschie-
denen Hirnareale) in einfache
Worte, richtet sich direkt an
sein Publikum, unterhält und
integriert Zwischenrufe. Kost-
probe gefällig? „Ohne das
Kleinhirn würden wir jeden-
falls ziemlich dumm dastehen
(beziehungsweise eher liegen,
denn schon das Stehen wird ja
vom Kleinhirn kontrolliert).“
Als Bonus gibt es einige Tipps,
um Geistesblitze zu begünsti-
gen. Menschen, die beruflich
mit anderen Menschen zu tun
haben, können daraus zweier-
lei lernen: wie sie ihre eigene
Kreativität anregen und wie
sie andere mit Wissen und
Worten begeistern können.
Mit Wissen und Worten begeistern
Henning Beck:
Biologie des Geistesblitzes:
Speed up your mind, Sprin-
ger, Berlin Heidelberg 2013,
243 Seiten, 14,99 Euro
Der Held des Buchs heißt
Robin, ist frisch gebackener
Vertriebsleiter und gerade auf
dem Weg in sein erstes Füh-
rungsseminar. Weil er die
falsche Tür nimmt, landet er
statt im Führungskräftesemi-
nar in der Schauspielausbil-
dung. Es dauert nicht lange,
bis Robin merkt, dass die
Schauspiel-Tipps für seine
Chef-Rolle wertvoll sind – und
entscheidet sich zu bleiben,
als er den Irrtum erkannt hat.
Autor des Büchleins „Traum-
rolle ‚Chef‘“ ist der Coach
und Trainer Stefan Häseli,
Goldpreisgewinner des Inter-
nationalen Deutschen Trai-
ningspreises 2012/2013. Seine
Führungsfiktion ist sehr unter-
haltsam geworden – und sehr
didaktisch. Die Erzählpassa-
gen wechseln sich ab mit Dia-
logen, der Ich-Perspektive des
Helden, dessen Notizen und
die Möglichkeit für den Leser,
eigene Gedanken aufzuschrei-
ben. Dazu gibt es Transferhil-
fen, die zeigen, wie Regeln des
Schauspiels in den Führungs-
alltag übernommen werden
können: etwa, wie Mitarbei-
tergespräche von der Verhör-
taktik des Fernseh-Inspektors
Columbo profitieren können.
Was Chefs von Schauspielern lernen können
Stefan Häseli:
Traumrolle „Chef“: Was Füh-
rungspersönlichkeiten im
Schauspielunterricht lernen
können, ohne etwas vorspie-
len zu müssen, Innofutura,
CH-Bözen, 2013, 68 Seiten,
29,00 Euro
Das
Gestaltungskonzept
„Organisationale Achtsam-
keit“ haben Wissenschaftler
des Forschungszentrums für
Nachhaltigkeit der Universität
Bremen in vier Unternehmen
unterschiedlicher Branchen
entwickelt und umgesetzt.
Das Konzept soll helfen, nach-
haltige Veränderungen durch-
zuführen. Den Prozess dazu
stellen Guido Becke und seine
Co-Autoren von der Uni Bre-
men als Kompass dar, in des-
sen Zentrum das Ziel liegt, den
Wandel achtsam zu gestalten.
Um diesen Mittelpunkt drehen
sich alle Themen, die wichtig
sind, um das Ziel zu erreichen:
„Beteiligung organisieren“,
„Veränderungen kommuni-
zieren“, „Mit Veränderungen
experimentieren“, „Mit Kon-
flikten umgehen“, „Gesund-
heit fördern“ und „Führungs-
kräfte stärken“. So haben die
Autoren ihr Handbuch zum
Thema „Organisationale Acht-
samkeit“ aufgebaut. Damit
geben sie Verantwortlichen in
Unternehmen eine Anleitung
für Veränderungsprozesse an
die Hand, die zahlreiche Er-
kenntnisse aus Wissenschaft
und Praxis aufzeigt.
Kompass für nachhaltige Veränderungsprozesse
Guido Becke et al.
Organisationale Achtsamkeit:
Veränderungen nachhaltig
gestalten, Schäffer Poeschel,
Stuttgart 2013, 197 Seiten,
39,95 Euro