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02_2014
wirtschaft + weiterbildung
57
Online Educa 2013.
Zum 19. Mal fand die Online Educa, Deutschlands großer,
internationaler Kongress für Lerntechnologien, im Hotel Interconti in Berlin statt.
Laura Overton.
Die Chefin von „Towards
Maturity“ plädierte beim Thema
„Technologie“ für noch mehr Praxisbezug.
2 PE-Maßnahmen schneller
realisieren.
Mehr als neun von zehn Organisatio-
nen wollen schneller auf ein sich verän-
derndes geschäftliches Umfeld reagieren
können, aber nur 50 Prozent sagen, dass
ihre Trainingsmaßnahmen schnell genug
greifen.
3 Traditionelle Trainings­
angebote transformieren.
Das klassische Seminar im Seminarraum
ist nicht tot. Drei von fünf Lernern emp-
finden Seminare immer noch als die ef-
fektivste Möglichkeit zu lernen. Gleich-
zeitig wünschen sich neun von zehn
Lernern, in ihrer eigenen Geschwindig-
keit lernen zu dürfen. Das erfordert zum
Teil alternative und zum Teil ergänzende
Lernangebote.
4 Eine neue Lernkultur
fördern.
94 Prozent der Organisationen wollen,
dass das, was im Seminar gelernt wurde,
viel schneller am Arbeitsplatz umgesetzt
wird, aber nur 19 Prozent erreichen die-
ses Ziel. Nur 14 Prozent der Unterneh-
men nutzen Performance-Support-Tools,
um den Lerntransfer nach einem Seminar
zu unterstützen.
5 Lernen und Talent-
förderung integrieren.
91 Prozent der befragten Unternehmen
wollen ihre Talente weiterbilden. Gleich-
zeitig sagen aber nur 19 Prozent, dass sie
es geschafft hätten, ihre Lerntechnologien
mit dem Talentmanagement sinnvoll zu
verknüpfen.
6 Mit neuen Lernmethoden
Arbeitsprozesse fördern.
Die Cloud und mobile Technologien
haben flexibleres Arbeiten möglich ge-
macht. Lernen muss sich dem anpassen.
Weniger als 20 Prozent der Organisati-
onen, die Mobile Learning einführten,
erkennen darin einen wirklich bahnbre-
chenden Vorteil. Denn nur 30 Prozent der
Personalentwicklungsabteilungen bieten
Mobile Learning aus der Cloud an. In Zu-
kunft müssen Unternehmen ihre Lernan-
gebote mehr auf die tägliche Arbeitspra-
xis ihrer Mitarbeiter zuschneiden. Das
bedeutet, sie müssen es den Mitarbeitern
ermöglichen, zu jeder Zeit und an jedem
Ort „mobil“ zu lernen.
7 Das Lernen vereinfachen.
Die Bandbreite der Technologien, die von
der Mehrheit der Unternehmen genutzt
wird, ist in den letzten fünf Jahren um
57 Prozent gestiegen. Gleichzeitig sagen
35 Prozent der Lerner, sie finden nicht
das Lernangebot, das sie brauchen. Sich
durch das Angebot zu navigieren und
sinnvolle Entscheidungen zu treffen,
welches Lernformat das richtige ist, wird
sowohl für Personalentwickler als auch
den einzelnen Lerner immer komplexer.
Es ist daher an der Zeit, die zur Verfü-
gung stehenden Optionen zu vereinfa-
chen.
8 Personalentwickler zu
Change Agents machen.
Nur 29 Prozent der befragten Unterneh-
men stimmen zu, dass ihre Personalent-
wickler die richtigen Fähigkeiten besit-
zen, um das Potenzial von Lerntechno-
logien voll auszunutzen. Immerhin 45
Prozent investieren in die kontinuierliche
Schulung ihrer Personalentwickler, weil
sich dieser Bereich so schnell und grund-
legend verändert. Wer heute als Perso-
nalentwickler tätig ist, muss leistungs­
steigernde Lösungen entwickeln können.
Er sollte den richtigen Technologie-Mix
und die besten Inhalte finden und liefern.
9 Lernende Angestellte
wie Kunden behandeln.
Mitarbeiter sind bereit, anders zu lernen
als früher. 77 Prozent der befragten Ler-
ner gaben an, sie wollten sich noch inten-
siver mit dem Oline-Lernen beschäftigen.
Vier von fünf sind bereit, ihre Erfahrun-
gen und ihr Wissen mit anderen online
zu teilen. Sieben von zehn sind sehr zum
Lernen motiviert, weil sie Tools nutzen
dürfen, die ihnen helfen, sich in Netzwer-
ken mit anderen auszutauschen.
Lerner wissen immer präziser, welchen
Lernbedarf sie haben und erwarten bes-
sere PE-Angebote. Wenn es nach Towards
Maturity geht, sollten Personalentwickler
genauer beobachten, wie sich Lerner ver-
halten, um dann gezielter Interventionen
zu gestalten, die den Lernbedarf decken
und die Lerner motivieren.
Gudrun Porath
Fotos: Porath