'HU ,GHHQPDUNW IU 7UDLQHU &RDFKHV :HLWHUELOGQHU
ZZZ WUDLQHU NRQJUHVV EHUOLQ GH
:RUNVKRSWKHPHQ
$XVVWHOOHU
7HLOQHKPHQGH
)UHLWDJ 0lU]
XQG RGHU
6DPVWDJ 0lU]
$QPHOGXQJ ,QIRV IU $XVVWHOOHU
PDLO#WUDLQHU NRQJUHVV EHUOLQ GH
lautstärke haben. Frauen sind oft auf der
Bühne inhaltlich besser, aber man hört
zu wenig von ihnen in den Medien und
in der Öffentlichkeit. Ich würde sowohl
„schüchternen“ Männern wie Frauen, die
Speaker werden wollen, empfehlen, sich
folgende Frage zu stellen: „Bin ich für
meine Speaker-Karriere bereit und fähig,
lautstark Publicity für mich zu erzeugen,
mich in den Mittelpunkt zu stellen – auch
wenn ich so etwas für meine eigene Per-
sönlichkeit nicht brauche?“
Ist es sinnvoll, dass ein Speaker seinen
Trainerberuf und seine Trainertätigkeit
aufgibt?
Haider:
Einem guten Redner wird auto-
matisch immer auch zugetraut, dass er
erfolgreich Trainings durchführen kann.
Wenn man als Redner gut positioniert
ist, dann wird man quasi automatisch
auch als Trainer angefragt – nur zu höhe-
ren Honorarsätzen. Niemand sollte sein
Trainer-Business aufgeben, nur weil er
Speaker werden will. Aber der Speaker
hat dann Priorität.
Was sollte ein Anfänger im Speaker-
Business auf keinen Fall tun?
Haider:
Anfänger sollten nie mit einer
halbfertigen Rede oder einer halbfertigen
Dramaturgie auf eine Bühne gehen. Die
Idee, vor echtem Publikum ein bisschen
zu üben, führt direkt ins Aus. Eine halb-
fertige Performance spricht sich bei den
Veranstaltern wie ein Lauffeuer herum.
Geübt wird nur im stillen Kämmerlein
oder vor Freunden und Verwandten. 20
bis 30 Auftritte vor privatem Publikum
müssen mindestens sein, bevor man sich
auf eine große Bühne trauen darf. Fertig
ist eine Rede aber nie.
Sie haben Regeln für den Erfolg eines
Speakers aufgestellt. Wie absolut gelten
sie?
Haider:
Was ich empfehle, beruht auf Er-
fahrungswissen als Speaker-Einkäufer.
Und da es sich nicht um unumstößliche
Naturgesetze des Erfolgs handelt, gibt es
zu jeder Regel auch Gegenbeispiele. Jo-
hannes Warth, seit 20 Jahren einer der
erfolgreichsten Kongressredner Deutsch-
lands, ist zum Beispiel in der breiten
Öffentlichkeit nicht sehr bekannt. Er hat
kein einziges Buch geschrieben und ver-
zichtet auf jede aktive Öffentlichkeitsar-
beit. Trotzdem sind seine Vorträge die
Highlights eines jeden Business-Events,
weil sie einer erstklassigen Dramaturgie
folgen und Warth komplizierte Sachver-
halte sehr einfach und anschaulich erklä-
ren kann. Bei Warth stimmt das Produkt
perfekt und nur dann ist das Leben eines
Redners „reich“-haltig und schön.
Interview: Martin Pichler
Siegfried Haider
hat für Trainer
und Berater das
Tool „House of
Marketing“ entwi-
ckelt. Details dazu
stehen in seinem
Buch „Ausverkauft!
Marketing kann
so einfach sein“
(Gabal, 2011).
Foto: Pichler