training und coaching
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wirtschaft + weiterbildung
07/08_2014
Konzepte zur Förderung der Resilienz der
Mitarbeiter realisiert.
Was Personen mit einer hohen
Resilienz auszeichnet
Diese Konzepte basieren auf der Erkennt-
nis der Resilienzforschung, dass Men-
schen, die eine Widerstandsfähigkeit
haben, in der Regel über folgende acht
Eigenschaften beziehungsweise Persön-
lichkeitsmerkmale verfügen:
1. Optimismus:
Widerstandsfähige Men-
schen reagieren auf neue An- und
Herausforderungen nicht panisch. Sie
denken vielmehr: Irgendwie schaffe ich
das schon – auch wenn ich noch nicht
weiß, wie.
2. Selbstwertgefühl:
Widerstandsfähige
Menschen glauben an sich und an das,
was sie tun.
3. Problemlösefähigkeit:
Widerstandsfä-
hige Menschen denken lösungsorien-
tiert. Sie planen ihre Zukunft statt ihr
besorgt entgegenzuschauen.
4. Selbstverantwortung:
Widerstandsfä-
hige Menschen nehmen ihr Leben in
die Hand. Sie lassen sich nicht in eine
Opferrolle drängen.
5. Selbstwirksamkeit:
Widerstandsfä-
hige Menschen akzeptieren (negative)
Dinge und Umstände zunächst so, wie
sie sind. Sie lassen diese aber nicht so,
wie sie sind. Sie verändern sie.
6. Soziale Kompetenz:
Widerstandsfähige
Menschen schotten sich bei Stress nicht
ab. Sie bleiben vielmehr in einem Di-
alog mit ihrer Umwelt und bitten bei
Bedarf um Unterstützung oder orga-
nisieren sich die nötige Unterstützung
selbst.
7. Achtsamkeit:
Widerstandsfähige Men-
schen haben ein ausgeprägtes Gespür
für sich selbst. Sie wissen, was ihnen
(nicht) gut tut, und spüren, wann sie
an ihre Belastungsgrenzen stoßen.
8. Stressbewältigungsstrategien:
Wi-
derstandsfähige Menschen haben für
sich Strategien entwickelt, um auch in
Stresszeiten für die nötige Entspannung
zu sorgen und, soweit möglich, die Ba-
lance in ihrem Leben zu wahren.
Die Resilienzforschung zeigt auch: Die
genannten Fähigkeiten und Eigenschaf-
ten schlummern eigentlich in (fast) allen
Menschen. Ohne eine externe Unter-
stützung fällt es vielen Menschen aber
schwer, diese zu aktivieren. Denn dies
setzt ein Bewusstsein darüber voraus:
Wie reagiere ich regelmäßig in gewissen
Situationen? Zum Beispiel bei neuen He-
rausforderungen? Oder wenn wichtige
Entscheidungen anstehen? Des Weiteren:
Warum reagiere ich so und nicht anders?
Diese Fragen kann sich jeder Mensch zu-
mindest theoretisch auch allein stellen.
Doch faktisch tun dies viele Menschen
nicht. Und wenn doch? Dann finden sie
trotz intensiven Nachdenkens allein oft
nicht die richtigen Antworten. Zum Bei-
spiel, weil sie gar nicht registrieren, dass
sie in vergleichbaren Situationen stets
ähnlich reagieren. Oder weil ihnen ihr
Verhalten als so selbstverständlich er-
scheint, dass sie sich gar nicht vorstellen
können, anders zu reagieren.
Deshalb stellen Unternehmen, die ihre
Mitarbeiter beim Steigern ihrer Resili-
enz unterstützen möchten, diesen oft
einen professionellen Sparringspartner,
wie einen Coach oder Mentor, zur Seite.
Er unterstützt sie dabei, ihre Denk- und
Verhaltensmuster zu erkennen und ge-
gebenenfalls zu verändern. Ein weiteres
Ziel dieser Unterstützung ist es, die so-
genannte „Selbst-Achtsamkeit“ der Mitar-
beiter zu erhöhen. Das heißt, die Sensibi-
lität der Teilnehmer dafür soll verbessert
werden, rechtzeitig zu erkennen, wann
sie aufgrund der vielen neuen Herausfor-
derungen in eine Situation der Überforde-
rung geraten.
Birgit Huber-Metz
R
Birgit Huber-Metz
ist eine der bei-
den Geschäfts-
führerinnen des
Un t e r nehmen s
„Balance fürs Leben“, Urbar bei Kob-
lenz, das Einzelpersonen beim Auf-
rechterhalten oder Wiederherstellen
der gewünschten Balance in ihrem
Leben und Unternehmen beim Erhalt
der Gesundheit und Leistungskraft
ihrer Mitarbeiter unterstützt. Außer-
dem werden „Systemische Resilienz-
coachs“ ausgebildet.
Balance fürs Leben
Huber-Metz & Kissel GbR
Klostergut Besselich
D-56182 Urbar
Tel. +49261 9623112
AUTORIN
Gesundheit.
2.565 Besucher und 139 Aussteller kamen
Ende Mai zur Corporate Health Convention, der vierten
Messe für betriebliche Gesundheitsförderung und Demo-
grafie, nach Stuttgart.
Keynote-Speaker Prof. Dr. Jochen Prümper zitierte aus der
„Trendstudie Betriebliches Gesundheitsmanagement“, für
die im November 2013 genau 556 Unternehmensvertreter
befragt wurden. 43 Prozent der Teilnehmer (Personalmana-
ger) gaben an, Betriebliches Gesundheitsmanagement zu
betreiben, weitere 29 Prozent erklärten, dies in Planung zu
haben. Im Verhältnis zur explodierenden Krankheitsquote
täten die Unternehmen „eindeutig zu wenig“, bemängelte
der Professor. Eine Gefährdungsbeurteilung psychischer
Belastungen werde kaum vorgenommen. „Da die Unter-
nehmen ihre Hausaufgaben nicht machen, bin ich für eine
Anti-Stress-Verordnung.“
Unternehmen tun zu wenig