training und coaching
42
wirtschaft + weiterbildung
09_2013
nebenberuflich) in zehn verschiedenen
Bachelor- und Master-Studiengängen im
Fernstudium. Ziel der Datenerhebung:
Mögliche Zusammenhänge zwischen der
Ausprägung von Persönlichkeitsfaktoren
und dem Studierverhalten im Fernstu-
dium zu identifizieren. Konkret standen
insbesondere die Persönlichkeitsfakto-
ren Extraversion (hoch oder niedrig ex-
trovertiert) sowie Formalität (hoch oder
niedrig gewissenhaft) im Mittelpunkt des
Interesses. Hoch extravertierte Personen
unterscheiden sich von niedrig extraver-
tierten Personen unter anderem durch ihr
Kontakt- und Kommunikationsbedürf-
nis zu anderen Menschen. Dieser Faktor
wurde ausgewählt, da das Fernstudium
eine einsame Angelegenheit sein kann.
Genau deswegen könnte es eine Heraus-
forderung für hoch extravertierte Studen-
ten darstellen, da sie sich im Fernstudium
möglicherweise nicht in der „Komfort-
zone ihres natürlichen Verhaltens“ be-
finden. Der Faktor Formalität hat große
Fernlerner sind verschieden. Dennoch er-
halten alle dasselbe Ausbildungsangebot.
Kann man Ausbildungsangebote (mittel-
fristig) persönlichkeitsspezifisch individu-
alisieren, um so die Lernenden bestmög-
lich (auf die eigene Person ausgerichtet)
zu unterstützen? Um eine Antwort auf
diese Frage zu erhalten, führte der Autor
dieses Fachartikels eine Umfrage unter
Studierenden der Euro-FH durch.
An der Euro-FH studieren etwa 6.000
Studenten (mehr als 90 Prozent davon
Persönlichkeit und Studier
verhalten im Fernstudium
Studie.
Im Juni 2013 fand in Hamburg die Jahrestagung der European Association for
Distance Learning (EADL) statt. Christian Warneke, Professor für Wirtschaftspsychologie
an der Europäischen Fernhochschule Hamburg (Euro-FH), hielt einen viel beachteten
Vortrag zum Thema „The Impact of Personality in Distance Learning“. Seine
Forschungsergebnisse fasst Warneke in diesem Fachartikel zusammen.
Christian Warneke am
Rednerpult.
Die EADL-
Konferenz 2013 fand im
Hotel Hafen Hamburg in
Hamburg statt. Die Spie-
gel an der Wand hinter
dem Redner ermöglichen
es dem Publikum, sich
selbst zu beobachten.
Fotos: Pichler