Seite 55 - wirtschaft_und_weiterbildung_2013_02

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02_2013
wirtschaft + weiterbildung
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Alma Mater (nährende Mutter)
ist eine Bezeichnung für Universitäten, da Studierende
dort metaphorisch mit Bildung und Wissen genährt werden. Die Columbia Universität
in New York schmückt ihren Aufgang zum Hauptportal mit einer ausgesprochen
imposanten Alma-Mater-Statue.
S. Dweck dient als Quelle. Die Psycholo-
gie-Professorin an der Stanford Univer-
sity hat herausgefunden, dass Menschen
ihren Erfolg entweder ihrer angeborenen
Intelligenz zuschreiben, oder aber über-
zeugt sind, ihn sich durch harte Arbeit
erarbeitet zu haben und damit an eine
„wachsende Intelligenz“ glauben. Zudem
arbeitet Wadhwa mit Daniel J. Siegel zu-
sammen. Der Professor für Psychiatrie
an der UCLA School of Medicine hat sich
mit der Funktionsweise eines achtsamen
Gehirns beschäftigt. „Der Kurs ist sehr
eklektisch“, sagt Co-Entwickler Matthias
Birk. „Wir nehmen nur das, für das es
eine starke wissenschaftliche Evidenz für
die Wirksamkeit gibt.“ Das sei das einzige
Kriterium und auch eines der Erfolgsre-
zepte. „Gerade Ingenieuren und Betriebs-
wirtschaftlern müssen Sie klare Beweise
und Zahlen vorlegen, sonst betrachten
die das nur als Ringelpietz und steigen
aus“, sagt der Psychologe. Doch gerade
bei den wissenschaftlichen Belegen sei
die Leadership-Szene notorisch schwach.
Zudem gebe es nur wenige Angebote, bei
denen man konkrete Werkzeuge an die
Hand bekomme. „Da wird zwar erklärt,
was emotionale Intelligenz ist, aber nicht,
was ich mache, wenn ich wütend werde“,
so Birk, der früher bei der Unternehmens-
beratung McKinsey gearbeitet hat.
Persönliche Beziehung zum
Professor selbstverständlich
Darüber, wie er ein Online-Programm
aufbaut, hat sich Professor Wadhwa lange
Gedanken gemacht. Er finde die meisten
E-Learning-Programme nicht sehr inspi-
rierend, sagt er. Guter Unterricht zeichne
sich durch einen guten Inhalt, eine gute
Form der Vermittlung und ein unterstüt-
zendes Umfeld aus. Das müsse man auch
auf Online-Unterricht übertragen. „In vie-
len Programmen erstellt einer den Inhalt
und ein anderer präsentiert das Ganze in
einem drögen Studio“, so Wadhwa. „Das
ist doch nicht authentisch. Man muss die
gesamte Produktionskette kontrollieren.“
Das habe er von Steve Jobs gelernt. Also
habe er sich mit einem Executive Produ-
cer von BBC zusammengetan und in New
York und auf dem Campus kurze Sequen-
zen gefilmt und führt selbst durch das ge-
samte Programm.
„Ich baue eine Beziehung zu den Teil-
nehmern auf und gebe ihnen bestimmte
Aufgaben“, erklärt Wadwha. Dabei ließen
sich viele Antworten voraussehen. „Ich
fordere sie zum Beispiel auf, die Namen
ihrer fünf engsten Freunde aufzuschrei-
ben“, nennt der Professor ein Beispiel.
Dann fragt er die Zuhörer, ob sie sich
auch selbst aufgeschrieben hätten, was
bei den meisten nicht der Fall sei. „Glau-