titelthema
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wirtschaft + weiterbildung
11/12_2011
werteten rückblickend die heutigen Ziele
und Wünsche. Bei dieser imaginativen
Aufgabe gingen die Teilnehmer allein auf
einen Spaziergang. Ihre Gedanken hielten
sie auf Diktiergeräten fest. Die Teilnehmer
entwickelten außerdem ein Wunsch- und
Horrorszenario in Form eines inneren
Bildes. Danach erhielt jeder die Aufgabe,
für sich zu prüfen, was er in der Gegen-
wart aktiv tun kann, um das Wunschsze-
nario zu realisieren und das Horrorszena-
rio zu vermeiden. Die Teilnehmer waren
zudem im Anschluss an die Reflexionstage
angehalten, regelmäßig Termine mit sich
selbst zu vereinbaren. Ziel dieser Selbstre-
flexionstermine sollte es sein, aktuelle Ak-
tivitäten und Verhaltensweisen dahinge-
hend zu prüfen, ob sie das Wunsch- oder
das Horrorszenario nähren. Erfahrungsge-
mäß gewinnen die Teilnehmer nach die-
ser imaginativen, intuitiven Übung eine
klarere Vorstellung darüber, was sie in der
Zukunft wollen und was nicht. Aus der
Zukunftsperspektive heraus schrieb dann
jeder einen liebevollen Brief an sich selbst,
in dem er sich wesentliche Dinge mit auf
den Weg gab, die für das Erreichen des
Zukunftsbildes bedeutsam sein könnten.
Dieser Brief wurde verschlossen und den
Teilnehmern nach etwa zwei Monaten
als Umsetzungskontolle und als Verstär-
ker und Katalysator für die Ziele, Pläne
und Wünsche von co-vadis zugestellt.
Im Mittelpunkt des dritten Tages stand
schließlich die Erarbeitung eines persön-
lichen Entwicklungsplans. Wichtige Ziele
wurden im Detail konkretisiert und in
spezifische Handlungen und „SMARTe“
Maßnahmen überführt. Der detaillierte
Maßnahmenplan bildete die Grundlage
für ein „Follow-Up-Coaching“ mit einem
der beiden begleitenden Coachs. Innerlich
aufgeräumt und entschleunigt kehrt jede
Führungskraft mit seinen Erkenntnissen
und Vorhaben im Gepäck in seinen Alltag
zurück.
Jeder Teilnehmer erhielt zu Beginn ein
Lerntagebuch, in welchem er seine per-
sönlichen Gedanken und Erkenntnisse
niederschreiben konnte. Schon während
der Veranstaltung initiierten die Coachs
eine Coaching-Kette: Jeder Teilnehmer
wählte einen anderen Teilnehmer als sei-
nen Coach und wurde umgekehrt von
einem anderen als Coach gewählt. „Auf
diese Weise haben sich bereits intensive
Netzwerke etabliert, in denen sich Teil-
nehmer treffen, um ihre Erfolge und Fort-
schritte miteinander zu teilen und sich
auf ihremWeg kollegial zu unterstützen“,
berichtet Jens Vogt.
Im Anschluss an die Veranstaltungstage
richteten die Coachs eine „Telefonbereit-
schaft“ für akute Reflexionsbedürfnisse
ein. Zudem wurden den Teilnehmern
sämtliche relevanten Inhalte mit Fotos
ihrer individuellen Arbeitsergebnisse in
Form eines USB-Sticks am Ende der Tage
zur Verfügung gestellt. Auch erhielten sie
eine Literaturliste zu den theoretischen
Hintergründen. Im Nachgang des Follow-
up-Coachings gab es für die Teilnehmer
R
Ein positives Bild von der Zukunft entwerfen
Bestimme das Thema, für das Du die Szenario-Technik
anwenden willst. Dieses Thema sollte eine gewisse Trag-
weite haben (Entwicklung von Eigenschaften, Fähigkeiten
oder die Karriereentwicklung oder die Lebenssituation ins-
gesamt). Stell Dir vor, es ist alles so, wie Du es Dir in Dei-
nen schönsten Träumen ausmalen würdest. Die Situation
ist idealtypisch. Du hast alle Fähigkeiten, Kompetenzen
und Möglichkeiten, die Du brauchst.
Entwickle nun ein inneres Bild zu diesem Wunschszenario
und schreibe alle Punkte nieder, die Dir in den Sinn kom-
men. Schmücke das Bild vor Deinem inneren Auge so lang
aus, bis Du eine genaue Vorstellung von Deiner Wunsch-
situation hast. Die folgenden Fragen können Dir zu Deiner
Inspiration dienen:
In welchem Jahr bist Du gerade? Wo an welchem Ort
bist Du (in welchem Land, in welcher Stadt, in welchem
Haus...)? Welche Gefühle empfindest Du gerade? Wie geht
es Dir? Wo genau spürst Du dieses Gefühl (freies Gefühl
in der Brust, entspanntes Gefühl im Nacken, beschwingt
in den Beinen, klar im Kopf...)? Welche Farben siehst Du
Szenario-Technik.
Anleitung, um die Entwicklung eines persönlichen Wunschszenarios zu einem
ausgewählten Thema zu ermöglichen. Die Anleitung stammt aus dem in diesem Artikel
beschriebenen Seminar von co-vadis (www.co-vadis.de) in Bremen.
(hell, dunkel, bunt...)? Was hörst und riechst Du (Blumen,
Grillduft, Klackern einer Tastatur, Wellenrauschen, Wind in
den Baumwipfeln, Musik...)?
Welche Jahreszeit ist gerade? Ist Dir warm oder kalt? Wel-
che Stimmung liegt in der Luft? Wie verbringst Du Deine
Zeit? Was machst Du beruflich? Wie sieht Dein Privatleben
aus? Wer ist an deiner Seite? Wie geht es den Menschen
um Dich herum? Wie würden die Menschen um Dich herum
Deine Lebenssituation beschreiben? Wie würden Freunde
Dıch wahrnehmen ?
Sobald Du das klare Gefühl hast, dass das Wunschbild
vollständig ist, beantworte noch die folgende Frage: Wie
wünschenswert ist das Szenario? Nutze für die Antwort
eine Skala von O bis 10 – wobei 0 „gar nicht“ und 10 „voll-
ständig wünschenswert“ bedeutet. Was fehlt noch, um zur
10 zu kommen?
Was kannst Du in der Gegenwart konkret tun, um Dein
Wunschszenario zu erreichen? Wenn Du so weitermachst
wie bisher, wie wahrscheinlich ist es, dass Du Dein
Wunschszenario erreichen wirst?