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enthält. In einer solchen GTS werden
vergleichbare Gefährdungsrisiken in-
nerhalb eines bestimmten Beobach-
tungszeitraums (in der Regel zwischen
vier und sechs Jahren) zu einer „Tarifge-
meinschaft“ zusammengefasst. Die For-
mel zur Berechnung einer Gefahrklasse
lautet demnach:
Schon an dieser Stelle können sich er-
hebliche Fehlbeurteilungen einschlei-
chen. So dürfen die Gefahrtarifgemein-
schaften nicht zu klein gewählt werden,
weil dann der vom Gesetzgeber zwin-
gend geforderte Risikoausgleich inner-
halb der Gefahrtarifstelle schwierig
werden könnte. Finden sich in einer
Gefahrtarifstelle nicht vergleichbare
Gefährdungsrisiken wieder, werden
weniger gefahrgeneigte Gewerbezweige
dem höheren Risiko zugeschlagen. Eine
Nachprüfung kann im Detail eigentlich
nur von Spezialisten bewerkstelligt wer-
den. Gleichwohl können Unternehmen
den wesentlichen Impuls für eine solche
Nachprüfung selbst geben. Dies können
sie, indem sie nachforschen, ob die der
Praxisbeispiele
Quelle: Jarumzek/Dalhoff
Die Beispiele sind tatsächlichen Fällen aus der Praxis nachgebil-
det. Der Spareffekt ist dabei auf der Basis einer Lohnsumme von
500.000 Euro berechnet. In den zugrunde liegenden Fällen ging es
um Lohnsummen bis zu 15 Millionen Euro.
schaften (BGen) alljährlich erstellt wer-
den, einmal genau anschaut. Grundlage
der Berechnung ist dabei zunächst fol-
gende Formel:
Während man sich über die richtige
Lohnsumme und den richtigen Beitrags-
fuß nur bedingt streiten kann, kommt
der Gefahrklasse eine entscheidene
Rolle zu. Diese wird jedoch nicht pau-
schal festgelegt, sondern berechnet sich
ihrerseits aus einer neuen Formel, die
den Begriff der Gefahrtarifstelle (GTS)
Die Lage vor dem BG-Check
Die Lage nach dem BG-Check
Bisherige
Veranlagung
Neue
Veranlagung
Spareffekt
Ein Unternehmen stellt Fertighäuser her und
bietet diese einschließlich der schlüsselfer-
tigen Montage auf dem Markt an. Bei der
Veranlagung durch die Berufsgenossenschaft
wurde das Unternehmen wie ein vollwertiges
Baunternehmen eingestuft.
Das Unternehmen konnte darstellen und nach-
weisen, dass es seinen eigentlichen Schwerpunkt
in der Herstellung von Fertigteilen und nicht in
der Bauausführung hat. Zwar war weiterhin die
Bau-BG zuständig. Es musste wegen des geringe-
ren Gefährdungsrisikos jedoch eine Änderung der
Gefahrklasse vorgenommen werden.
Gefahrklasse
15,12
Gefahrklasse
7,48
16.426 Euro
Ein Industrieunternehmen hat nicht nur eine
Produktionssparte, sondern auch einen be-
deutenden Vertrieb und ist Anbieter diverser
Dienstleistungen. Es wird mit einer einheitli-
chen Gefahrklasse als Produktionsunternehmen
veranlagt.
Das Unternehmen konnte erreichen, dass
eine differenzierte Betrachtung vorgenom-
men wurde. Das Ergebnis: Dem Unternehmen
wurden zwei Gefahrtarifstellen für „fremdartige
Nebenunternehmen“ nach § 157 Abs. 4 SGB VII
zusätzlich zugestanden.
Gefahrklasse
2,2
Einrichtung
neuer Gefahr-
tarifstellen mit
den Gefahr-
klassen 2,1
(Handel/Ver-
trieb) und 0,8
(Entwicklung/
Werkservice)
1.670 Euro
Ein Motorenhersteller war von seiner Berufs-
genossenschaft seit Gründung durchgängig als
reiner Produktionsbetrieb eingestuft worden.
Während der letzten Jahre war die Anzahl der
Beschäftigten, die außerhalb der Produktion
eingesetzt wurden, kontinuierlich angestiegen.
Der BG wurde erfolgreich erläutert, dass ein
erheblicher Teil der Mitarbeiter mit Tätigkeiten
außerhalb der Produktion beschäftigt ist. Das
Ergebnis: Das Unternehmen wurde mit einem
Viertel seiner Belegschaft zu einem Tarif für
Handelsunternehmen veranlagt.
Gefahrklasse
4,2
Gefahrklasse
2,1
1.076,25 Euro
Eine Maschinenfabrik hat sich vor 20 Jahren auf
die Herstellung von Schleifmitteln verlegt. Die
Veranlagung wurde gleichwohl auf der Basis
der Herstellung von Maschinen fortgeführt.
Auf Antrag akzeptierte die Berufsgenossen-
schaft den geänderten Schwerpunkt und
legte einen erheblich günstigeren Gefahrtarif
zugrunde.
Gefahrklasse
3,54
Gefahrklasse
1,82
4.429 Euro
Ein traditioneller Werkzeughersteller aus dem
bergischen Land war mit der Herstellung von
Kleineisen und Werkzeugen groß geworden. Im
Laufe der Zeit wurden von diesem Unterneh-
men immer mehr Produkte extern beschafft.
Das Unternehmen stellte gegenüber der BG
klar, dass sich die tatsächlichen Unternehmens-
schwerpunkte immer mehr in den Handelsbe-
reich verschoben haben.
Gefahrklasse
3,54
Gefahrklasse
1,82
4.429 Euro
Lohnsumme x Beitragsfuß x Gefahrklasse
1.000
x 1.000
Belastung der GTS
gezahltes Entgelt in der GTS