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Organisation
_Gesundheitsmanagement
personalmagazin 12 / 13
Bei Fragen wenden Sie sich bit te an
der betrieblichen Gesundheit oder der
Beanspruchungen. Hier gelten gerade
der Folgeprozess, also die Besprechung
der Ergebnisse in Workshops, zwischen
Mitarbeitern und Führungskräften sowie
die Ableitung von Zielvereinbarungen
als sehr wirkungsvoll.
Im Vergleich zu den letzten Jahren
zeigt sich eine deutliche Verschlechte-
rung der Effizienzzuweisungen, was die
Check-ups für Führungskräfte betrifft.
Diese waren – trotz der relativ hohen
Kosten – bis ins letzte Jahr das nach
Ansicht der Befragten wirkungsvollste
Instrument zur nachhaltigen Sensibi-
lisierung der Führungskräfte. 2013 er-
reichen sie mit einer Schulnote von 2,13
nur noch den letzten Platz, werden aber
immerhin von 41,2 Prozent eingesetzt.
Im Branchenvergleich vergeben die teil-
nehmenden Organisationen der öffent-
lichen Verwaltung mit einer Schulnote
von 3,57 hier die mit Abstand schlech-
testen Bewertungen, wohingegen Unter-
nehmen aus demMaschinenbau und der
Schwerindustrie den Führungskräfte-
Check-ups mit 1,6 eine exzellente Wirk-
samkeit bescheinigen. Die schlechte
Benotung der öffentlichen Verwaltung
ist zumindest teilweise darauf zurück-
zuführen, dass aufgrund der hierfür
fehlenden Geldmittel nur 5,4 Prozent
Führungskräften Check-ups anbieten.
In der Energie-/Wasserwirtschaft sind
es mehr als neunzig Prozent.
Effizienteste Gesundheitsleistungen
Bei der Frage nach dem Vorhandensein
und der Kosten-Nutzen-Effizienz von
rund 40 Maßnahmen der Betrieblichen
Gesundheitsförderung zeigte sich als ef-
fizienteste aller Gesundheitsleistungen
die ergonomische Arbeitsplatzgestal-
tung. Sie ist in 96,5 Prozent aller befrag-
ten Unternehmen umgesetzt.
Dr. Oliver-Timo Henssler
ist Geschäftsführer der EuPD
Research Sustainable Ma-
nagement GmbH.
Angebote zur betrieblichen
Gesundheitsförderung
Kosten-Nutzen-
Effizienz
(in Schulnoten)
Unternehmen, die
die Leistung für
mindestens 50 Pro-
zent der Mitarbeiter
anbieten (in Prozent)
Ergonomische Arbeitsplatzgestaltung
1,55
96,5
Rauchverbot (ausgenommen sind spezielle
Raucherplätze)
1,58
92,65
Maßnahmen zur familiengerechten Arbeitsorgani-
sation (flexible Arbeitszeiten, Eltern-Kind-Arbeits-
zimmer et cetera)
1,59
85,85
Dokumentierte Vorgaben zum Umgang mit Sucht
(zum Beispiel Stufenplan oder Betriebsvereinba-
rung)
1,59
88,55
Alkoholverbot (ausgenommen sind genau
eingegrenzte besondere Anlässe)
1,61
78,05
Strukturen und Prozesse zum betrieblichen Ein-
gliederungsmanagement (BEM)
1,68
97,15
Interne Sozialberatung/psychologische Betreuung
(Vor-Ort-Präsenz einer qualifizierten Fachkraft –
Fokus auf Face-to-Face-Beratung)
1,70
51,15
Kinderbetreuung (unternehmensintern oder
Bezuschussung durch das Unternehmen)
1,71
57,95
Die Effizientesten Gesundheitsmassnahmen
Quelle: EUPD Research Sustainable Management GMBH
Ergonomie und Nichtraucherschutz erweisen sich als die effizientesten Gesundheitsmaß-
nahmen. Sie sind neben BEM-Strukturen auch am weitesten verbreitet.
Steuerungsinstrumente BGM
Relevanz für
den Erfolg
des BGM
(in Schulnoten)
Unternehmen, die
das Steuerungsin-
strument bereits
implementiert haben
(in Prozent)
BGM-Koordinator/zuständiger Gesundheits
manager
1,43
80,8
Steuerungskreis/Arbeitskreis BGM
1,50
80,5
Einheitliche Leitlinien/Rahmenvorgaben, Be-
triebsvereinbarung, Handbuch zum BGM
1,86
55,1
Jährlicher Gesundheitsbericht (zeigt durchgeführte
Maßnahmen und Erfolge auf und leitet Optimie-
rungspotenziale ab)
1,92
45,5
Übergreifendes Controlling des Gesundheits
managements
2,03
45,5
Die besten Steuerungsinstrumente
Quelle: EUPD Research Sustainable Management GMBH
Am besten beurteilt wird der BGM-Koordinator. Berichte und Controlling schneiden
ebenfalls noch mit „gut“ ab, sind aber kaum in jedem zweiten Betrieb vorhanden.