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GESUNDHEITSMANAGEMENT
personalmagazin 10 / 09
Bei Fragen wenden Sie sich bit te an
mensentwicklung und den Ansprüchen
der Eigentümer genügt? Diese Fragen
tragen dazu bei, das Waren- und Dienst-
leistungsangebot marktgerecht zu gestal-
ten, sodass den betrieblichen Ausgaben
im Betrachtungszeitraum entsprechend
hohe Einnahmen gegenüberstehen. Eine
derart differenzierte Betrachtungsweise
stärkt die Ausgewogenheit des betrieb-
lichen Handelns im Marktumfeld. Sie
verhindert, dass eine unzweckmäßige
Verquickung wirtschaftlicher und zwi-
schenmenschlicher Interessen den Ge-
meinschaftssinn im Betrieb schwächt.
Beurteilung aus vier Perspektiven
Die Steuerung des „gesunden Unter-
nehmens“ und die Beurteilung der
Wirksamkeit der umgesetzten Maßnah-
men erfolgte anhand von dynamischen
Gleichgewichtsbeziehungen in den vier
BSC-Perspektiven: Kundenperspektive
(Ausgewogene Leistungsbewertung oder
Preisgestaltung durch Orientierung des
Leistungsangebots am Kundenbedarf);
Prozessperspektive (Motivation für den
Einzelnen, um eigene Vorstellungen im
Sinne des Unternehmenszwecks unter
Wahrung gemeinschaftlicher Interessen,
Rechte und Pflichten zu verwirklichen);
Potenzialperspektive (Erwerb individu-
eller Kenntnisse und Fähigkeiten und
eigeninitiative Entfaltung in anforde-
rungsgerechten Tätigkeiten); Finanz-
perspektive (Ausgewogenes Verhältnis
der betrieblichen Ausgaben und der lei-
stungsbezogenen Einnahmen).
Da sich Gesundheit hier definitions-
gemäß in der Ausgewogenheit der be-
trieblichen Perspektiven manifestiert,
stellt die Gesundheits-BSC kein autarkes
Steuerungsinstrument dar. Vielmehr sol-
len ihre Ziele und Ausgleichsprinzipien
in die Vielzahl der bestehenden betrieb-
lichen Scorecards eingebunden werden.
Bei der Beurteilung der jeweiligen Aus-
gleichsbeziehungen durch erfahrene
Führungspersonen und Mitarbeiter sol-
len die möglichst übereinstimmenden
Einzelbeurteilungen im Betrachtungs-
raum dem Anspruch der gemeinsamen
Strategieumsetzung genügen.
Steuerung von BGM-Maßnahmen
Beispielhafter Aufbau und Inhalte einer „Strategy Map“ zur Steuerung der BGM-Maßnahmen.
Senkung der Kosten
Förderung der Kenntnis der
Produktionsbedingungen
Steigerung der Flexibilität
Verfügbarkeit von Mitteln und
Ausstattung
Steigerung der Produktivität
Förderung der gesundheits-
bezogenen Fachkompetenz
Steigerung der Qualität
Förderung der Selbst- und
Sozialkompetenz (Vorbild)
Wertbeitrag
Erhalt von Gesundheit und
Unversehrtheit (Senkung von
Absentismus/Präsentismus)
Förderung von Kooperation und
Kommunikation
Kuration, Rehabilitation und
Integration von erkrankten/ver-
letzten Beschäftigten
Förderung von Leistungsfähigkeit
und Handlungskompetenz
Situationsangemessenheit von
Maßnahmen
Angemessene Mitarbeiterpositio-
nierung hinsichtlich Leistungsan-
forderung und -voraussetzungen
Stärkung von Gesundheits-
ressourcen, Minimierung von
Gesundheitsrisiken
Förderung von Leistungsbe-
reitschaft, Commitment und
Veränderungsbereitschaft
Hoher Durchdringungsgrad von
Maßnahmen
Motivation der Beschäftigten zu
gesundheits- und leistungsge-
rechtem Verhalten
Finanzperspektive/
Kosten und Nutzen
Interne Kunden-
perspektive
Interne Kunden-
perspektive
Potenzial
Perspektive
Quel le: Kliesch/Braun
berät intern und extern als Personalent-
wicklerin bei der Mypegasus GmbH.
Gesa Kliesch
ist Experte für menschengerechte Arbeits-
gestaltung, Fraunhofer IAO, Stuttgart.
Dr. Martin Braun
ORGANISATION