Seite 37 - Immobilienwirtschaft_2014_07-08

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-8.2014
makler-Recht
Aktuelles Urteil
Seite 42
Der Käuferprovisionsanspruch des
Nachweismaklers kann erhalten bleiben,
wenn der Verkäufer den Maklervertrag
kündigt und einen anderen Makler mit
dem Verkauf beauftragt, sofern nicht eine
Unterbrechung des Kausalzusammen-
hangs zwischen dem Nachweis und dem
Erwerb vorliegt.
Preisindex IMX
Immobilienpreise entwickeln sich je
nach Lage unterschiedlich
Die Angebotspreise für Kaufobjekte in Deutschland
entwickelten sich im Mai sehr unterschiedlich, wie der
Preisindex IMX von ImmobilienScout24 zeigt. So sanken
etwa die Preise in München im Neubaubereich deutlich,
während sich Bestandsimmobilien verteuerten. Anders
in Berlin, Hamburg und Frankfurt: Hier verteuerten sich
alle Segmente unabhängig vom Baujahr. In der bundes-
weiten Betrachtung werden neu gebaute Wohnungen
und Häuser nicht mehr im gleichen Maße teurer wie in
den Vormonaten. Die Objekte im Bestand bewegen sich
weiterhin seitwärts. Besonders bei Einfamilienhäusern ist
dieser gegenläufige Trend zu beobachten: minus 1,4 Pro-
zentpunkte im Neubau, plus 0,8 im Bestand. Das gleiche
Bild zeichnet sich fürMünchnerWohnungen ab. Ähnlich
verhält es sich auch in Köln, wo Neubauten jedoch nicht
ganz so stark verlierenwie an der Isar. Berlin holt weiter in
großen Schritten zu den anderenMetropolen auf, hier be-
tragen die Zuwächse imMonatsvergleich zumTeil andert-
halb Prozentpunkte. Bei den Mieten scheint bundesweit
eine Stabilisierung einzusetzen, denn die Verteuerung
beträgt seit zwei Monaten nur noch 0,4 Prozentpunkte.
Verglichenmit demerstenQuartal scheint sich derMarkt
vorerst beruhigt zu haben. In den Metropolen stehen die
Zeichen auf moderaten Mietanstieg: In allen Top 5 erhö-
hen sich die Angebotsmieten zumindest geringfügig um
0,3 (Frankfurt) bis 0,5 Prozentpunkte (Köln). InMünchen
ist nach langer Seitwärtsbewegung sogar ein Plus von 0,8
Prozentpunkten festzustellen.
Bewertung
Neuer Index für das
Immobilienmarkt-Monitoring
Die Sprengnetter Immobilienbewertung hat einen neuen Index
speziell für das Immobilienmarktmonitoring entwickelt. Auf-
grund der Eigenkapitalvorschriften von Basel III und Solvency
II müssen viele Banken und Versicherungen das institutseigene
Portfolio beliehener Immobilien eigenverantwortlich beobachten
und wahrgenommene Risiken steuern. Für dieses Monitoring
der institutseigenen Immobilien benötigen die Banken und Ver-
sicherungen Indizes, die die Wertentwicklung ihrer beliehenen
Immobilien über mehrere Jahrzehnte hinweg abbilden. Bislang
gibt es laut Sprengnetter nur einen Index, der diese Anforderung
erfüllt. Allerdings liegt dieser nicht flächendeckend für Deutsch-
land vor. Insbesondere dieWertentwicklungen in den ländlichen
Regionen werden nicht dargestellt. Andere verfügbare Indizes
bilden den Immobilienmarkt in Deutschland entweder nicht mit
der erforderlichen Granularität oder nur über einen zu kurzen
Zeitraum ab. Oder sie sind nicht wissenschaftlich fundiert abge-
leitet. Weitere Informationen unter
Jeder dritte Mieter könnte Eigentum finanzieren
Jeder dritte Mieter in Deutschland hätte das Geld, sich eine Immobilie zu kaufen.
Zu diesem Ergebnis kommen das Beratungsunternehmen
Prognos und das Allensbach-Institut in einer Studie für den Verband der Sparda-Banken. Dabei gehen die Institute davon aus, dass sich Eigentum ab
einem monatlichen Nettoeinkommen von 1.500 Euro finanzieren lässt. Das gelte natürlich nicht für jede Region. Durchschnittlich zahlen Käufer der
Studie zufolge fünf Jahresnettoeinkommen eines Haushalts für ein Einfamilienhaus, etwa 223.000 Euro.
„Die Mietpreisbremse muss
fünf Jahre befristet bleiben.“
Jens-Ulrich Kießling,
Präsident IVD
Die Preise in München sanken im Neubaubereich deutlich,
während sich Bestandsimmobilien verteuerten.