Seite 19 - Immobilienwirtschaft_2014_07-08

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19
-8.2014
summary
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In Deutschland
agierten Immobilieninvestoren aus dem asiatischen Raum bislang eher zurückhaltend, sie zeigten in Europa vor allem
in London Flagge.
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Großvolumige Objekte
in den City-Toplagen sind bei Koreanern, Japanern, aber auch bei den im Immobilien-Monopoly immer
stärker mitmischenden Chinesen am beliebtesten.
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Ein kundiger und erfahrener Manager
wird zur professionellen Anbahnung und Durchführung
von Immobiliendeals sowie zur späteren Objektbewirtschaftung von den Asiaten eingeschaltet.
»
Als Co-Investoren
in Form von so genannten Club
Deals beteiligen sich viele asiatische Immobilieninvestoren am liebsten an Investments.
A
usländische Investoren nehmen verstärkt Deutschland
ins Visier. Erst jüngst sorgte die Ankündigung für Aufse-
hen, dass sich das Golf-ScheichtumKatar mit 1,75Milli-
arden Euro am größten deutschen Geldhaus, der Deut-
schen Bank, beteiligt. Staatsfonds – diemeisten stammen
aus Asien wie etwa Singapurs Staatsfonds GIC 2009 – verwalten
inzwischen ein gigantisches Vermögen, das sich Schätzungen zu-
folge in nur sechs Jahren (bis zum ersten Quartal 2014) auf 6,3
Billionen US-Dollar fast verdoppelt hat. Ein Großteil hiervon
steckt in Aktien, auch namhafter deutscher Konzerne wie der
beiden Autobauer VW und Daimler.
Bei Immobilieninvestments, gerade in Deutschland, agier-
ten sie dagegen zurückhaltend. „Investoren aus dem asiatischen
Raum zeigten in Europa bislang vor allem in London Flagge“,
sagt Timo Tschammler FRICS, Geschäftsführer des internatio-
nalen Immobilienmaklers JLL inDeutschland. Schließlich sei die
britische Hauptstadt, auch aufgrund der kolonialen Vergangen-
heit, die Metropole in Europa mit dem größten internationalen
Flair. Hinter London, allerdings mit deutlichem Abstand, so der
Marktkenner, rangiere Paris auf Platz zwei.
Große deutsche Städte wie Berlin, Hamburg und Frankfurt
spielten lange Zeit allenfalls am Rande eine Rolle. „Das mag ver-
wundern“, bemerkt Tschammler. Schließlich ist Deutschland öko-
nomisch das stärkste Land Europas und für viele Länder Asiens
längst einer der wichtigstenHandelspartner. Für die Attraktivität
von Immobilienstandorten seien aber andere Faktoren entschei-
dend, weiß der Branchenexperte. Das gelte fürWohnimmobilien
imBesonderen, aber auch für gewerblicheObjekte wie Büros oder
Shopping-Center. Das fängt mit ungewohnten kulturellen Gege-
benheiten und der Sprache an und endet mit denmanchmal recht
gewöhnungsbedürftigen Eigenarten und Tücken des deutschen
Rechtssystems, etwa imMiet- und Steuerrecht. „Die Aktienkultur
eines Landes, einer Region und die Eigenarten vonUnternehmen
verstehen zu lernen, ist verglichen damit eine Herausforderung,
die mit erheblich geringeremAufwand bewältigt werden dürfte“,
sagt Claus Thomas, Head of Client Capital Group Germany von
LaSalle Investment Management.
»
Fotos: Lim Hyeonsu TongRo Images Corbis
Quelle: JLL
Transaktionsvolumen
in Deutschland
Groß sind die Transaktionsvolumen asiatischer
Investoren am deutschen Gesamtmarkt noch nicht,
aber sie weisen hohe Wachstumsraten auf.
entspricht
0,5 Mrd. Euro
Transaktions-
volumen
gesamt
Transaktions-
volumen asiatischer
Investoren
10,3
0,0
2009
19,3
0,9
2010
23,5
0,6
2011
25,3
0,6
2012
30,7
1,9
2013
35,0
2,5
2014
(Q2 - Q4 Prognose)
Transaktionen
in Mrd. Euro