Seite 64 - Immobilienwirtschaft_11_2011

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11 I 2011 www.immobilienwirtschaft.de
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Special
Der aktuelle Nachhaltigkeitsbericht des Bundesministeriums
für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung bestätigt erneut, dass
40 Prozent des deutschen Endenergieverbrauchs und etwa ein
Drittel der Kohlendioxid-Emissionen auf den Gebäudebereich
entfallen. Bei Immobilien kann Umwelt- und Klimaschutz je-
doch nur dann erfolgreich realisiert werden, wenn die Maß-
nahmen aufeinander abgestimmt sind. Die wichtigsten Aspekte
lassen sich unter demBegrif „Nachhaltigkeit“ zusammenfassen
und sind durch Zertifzierungssysteme wie LEED (Leadership
in Energy and Environmental Design), BREEAM (Building Re-
search Establishment Environmental Assessment Method) und
das Deutsche Gütesiegel für Nachhaltiges Bauen (DGNB) fest-
gelegt. Weltweit gibt es mehr als 60 unterschiedliche Systeme,
die auf freiwilliger Basis beruhen und verschiedene bauliche,
ökologische und soziale Bewertungskriterien zugrunde legen.
„Dennoch werden sie auf dem freien Markt besser wahrgenom-
men als Maßnahmen, die nur der Reduzierung des Energiever-
brauchs dienen“, so die Beobachtungen von Tajo Friedemann,
beim Immobiliendienstleister Jones Lang LaSalle zuständig für
Energieefzienz und Nachhaltigkeit. „Der Energieausweis be-
sitzt weniger Akzeptanz, da er im Vergleich zu den Zertifkaten
nur wenige Qualitäten besitzt, die der Vermarktung förderlich
sind. Der alleinige Fokus auf die energetische Performance von
Objekten ist nicht ausreichend“, so Friedemann.
Umwelt & Rendite
64 - Nachhaltigkeitsbericht des BMVBS
65 - Die Hülle spielt die Hauptrolle
66 - Transparente Wärmedämmung
mit hoher Lichtdurchlässigkeit
67 - Pilotprojekte im Bestand
Studien & Fallbeispiele
68 - Primärenergieverbrauch in
Deutschland
69 - IPD-Studie: Immobilien-Performance
70 - Drei Fragen an: Lars Dormeyer,
Deutsche Wohnen
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Special
Energieeffizienz
Inhalt
Langsam verstärkt sich der Trend: Investiti-
onen in Energieeffizienz werden auf lange
Sicht mit einer positiven Rendite einherge-
hen. Auch die CO2-Steuer und der CO2-Zerti-
fikate-Handel werden künftig Impulse in die
richtige Richtung geben.
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Nachhaltigkeit
wird normaler
Energieefzienz.
Energetische Modernisierung ist
kein gewinnträchtiges Geschäft. Sinnvoll ist sie als
Investition in langfristig gute Vermietbarkeit. Eine
Zwischenbilanz in Studien und Fallbeispielen.
Jola Horschig, Springe
Auf einen Blick
Die bauphysikalischen Eigenschaften der Gebäudehülle haben den
größten Einfluss auf den Energiebedarf und -verbrauch.
Bei Wohnobjekten wie auch bei Nicht-Wohnimmobilien zeichnet
sich der Trend ab, dass Investitionen in Energieeffizienz mit einer
möglichst positiven Rendite einhergehen.
Die CO
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-Steuer und der CO
2
-Zertifikate-Handel könnten in der Im-
mobilienbranche künftig eine Rolle spielen.