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www.immobilienwirtschaft.de 11 | 2011
nächsten Jahren auch in Russland gefragt
sein werden. Großveranstaltungen wie
die Olympischen Winterspiele in Sochi
2014 würden den Trend noch unterstüt-
zen, heißt es.
Auch die Hamburger ECE-Gruppe
ist in Russland unterwegs, allerdings
als Dienstleister in Sachen Center-Ma-
nagement. Seit Ende 2009 zeichnet die
ECE für das Management von „Vremena
Goda” am Kutusovkij Prospekt in Mos-
kau verantwortlich. Eigentümer ist das
russische Unternehmen Octan Plus Alfa,
hinter dem Ivanhoe Cambridge und
die Volksbank Österreich stehen. „Das
Shopping-Center verfügt über rund 150
Geschäfe auf einer Mietfäche von etwa
30.000 Quadratmetern mit internationa-
lem Standard“, berichtet Stefan Zeisel-
maier, Geschäfsführer der ECE Russ-
land. Während die ECE vorerst (noch)
auf die Entwicklung eigener Shopping-
Center verzichtet, soll das Dienstleis-
tungsgeschäf in Russland weiter ausge-
baut werden.
Hohe Rendite – hohes Risiko
Der Löwenanteil der gewerblichen Im-
mobilieninvestitionen – etwa zwei Drit-
tel – wird indes noch von russischen
Marktteilnehmern bestimmt. Doch auch
internationale Investoren sind vermehrt
auf der Suche nach passenden Assets.
Für russische Liegenschafen interessiert
sich seit Jahren etwa die österreichische
Immofnanz. Eduard Zehetner, Vor-
standsvorsitzender der österreichischen
Immofnanz Group, bezifert die Rendi-
ten auf 9,5 Prozent bei Büros und 11,5
Prozent bei Einzelhandelsimmobilien.
Zehetner ist der Ansicht, dass die Ren-
diteaufschläge zu hoch sind und Moskau
daher günstig ist.
Das Interesse an Russland-Invest-
ments wird nicht zuletzt durch die Fuß-
ballweltmeisterschaf 2018 befördert.
Der Event sorgt bei der Infrastruktur-
entwicklung der 15 beteiligten Städte –
neben Moskau sind dies St. Petersburg,
Kaliningrad, Podolsk, Nishniy Novgo-
rod, Jaroslawl, Kazan, Saransk, Samara,
Wolgograd, Rostov-am-Don, Krasno-
dar, Sochi, Ekaterinburg – für Aufrieb.
Gleichzeitig wird die touristische Infra-
struktur entwickelt. GUS-weit entwi-
ckeln internationale Ketten neue Hotels.
2010 wurde das Marriott Courtyard in
St. Petersburg eröfnet. 2011 folgten neue
Häuser in Kazan und Irkutsk. Weitere
drei Projekte der Marriott-Kette sind
noch in diesem Jahr geplant.
Hotel, Gastronomie, Freizeit
In Vorbereitung der Olympischen Win-
terspiele 2014 in Sochi werden derzeit
Hotels, Restaurants und Freizeitanla-
gen entwickelt. So ist Drees & Sommer
mit der Bauherrenvertretung und dem
Projektmanagement für den 50 Hektar
großen Freizeitpark „Sochi Park“ beauf-
tragt. Wie Sendler berichtet, sind weitere
Projekte im Bereich Boutique Hotels in
Moskau geplant, zudem drei Hotelpro-
jekte der Rezidor-Kette in Kiew und
eines in Jalta.
Gleichwohl sollte man die bei inter-
nationalen Geschäfen immer gebotene
Vorsicht wahren. Doch Russland-Ex-
perte Andreas Schiller, CEO des Bera-
tungsunternehmens Investment Insight
in Bergisch-Gladbach, kann am Markt
immer mal wieder geäußerte Vorbehalte
nur bedingt nachvollziehen: „Bei Investi-
tionen in Russland geht es nicht zuletzt
um Vertrauen, Partnerschaf und um
Verhandlungen auf Augenhöhe: So kön-
nen Geschäfe erfolgreich auf den Weg
gebracht werden.“
I
|
Auf einen Blick
Selbst bei einer zweiten Krisenwelle wird
›
laut russischem Wirtschaftsministerium
das russische BIP von 2012 bis 2014 zwi-
schen 2,5 und 3,7 Prozent wachsen.
Für Investoren sehen Marktbeobachter
›
insbesondere auf den Einzelhandelsmärk-
ten Chancen.
Die Renditen liegen aktuell bei 9,5 Pro-
›
zent bei Büros und bei 11,5 Prozent bei
Einzelhandelsimmobilien.
Die Olympiade 2014 oder Fußball-WM
›
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