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www.immobilienwirtschaft.de 11 | 2011
Der deutsche Immobilienmarkt, so scheint es, hat die Finanz-
krise relativ unbeschadet überstanden. Hierzulande gab es im
Gegensatz zu den USA und einigen europäischen Staaten we-
der bei Gewerbeimmobilien noch bei Wohnimmobilien einen
spekulativen Preisboom und daher auch keinen vernichtenden
Preisverfall oder gar Marktzusammenbruch.
Zwar war die Krise vereinzelt spürbar, wie etwa bei der Kre-
ditbeschafung von Immobilienfrmen, aber weniger stark als
in anderen Ländern. Momentan proftiert die Branche von der
noch guten gesamtwirtschaflichen Entwicklung in Deutsch-
land und der Immobilie als vermeintlich sichere Anlageform
– besonders vor dem Hintergrund eines immer volatileren Fi-
nanzmarkts. In der Folge sind auch die Gehälter der Beschäf-
tigten in der Immobilienwirtschaf angestiegen.
Führungskräfe in der Immobilienwirtschaf verdienen
3,2 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Die Gehälter von
Fachkräfen sind um 3,9 Prozent gestiegen. Das ist ein Ergeb-
nis der Vergütungsstudie „Führungskräfe und Spezialisten in
der Immobilienwirtschaf 2011/2012“. Bereits zum siebten Mal
hat die „Immobilienwirtschaf“ zusammen mit dem auf Ver-
gütungsfragen spezialisierten Hamburger Beratungsunterneh-
men PersonalMarkt die Gehälter der Branche untersucht. Für
die Studie wurden insgesamt 4.888 Gehaltsdatensätze aus der
Immobilienwirtschaf ausgewertet, davon 533 Datensätze von
Führungskräfen und 4.355 Datensätze von Fachkräfen und
Spezialisten.
Besser als in anderen Branchen
Die Gehälter in der Immobilienwirtschaf haben sich nicht nur
positiv entwickelt, sie sind sogar stärker als in vielen anderen
Weniger Prämien, mehr
Grundgehalt für Führungskräfe
Exklusive Studie.
Am deutschen Immobilienmarkt hellt sich die Stimmung
immer weiter auf. Die Vergütung ist für Führungskräfte im Vergleich zum
Vorjahr um 3,2 Prozent gestiegen – und es soll weiter bergauf gehen.
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Titelthema
Heike Friedrichsen, PersonalMarkt, Hamburg
Bereichen gestiegen. Zu den Spitzenverdienern der Branche
zählen Fondsmanager, Geschäfsführer und Niederlassungslei-
ter. Bei den Fachkräfen haben Key-Account-Manager, Fonds-
manager und Vertriebsleiter die Nase vorn.
Die höchsten Steigerungsraten beim Gehalt konnten kauf-
männische Leiter, Geschäfsführer und Fondsmanager erzie-
len. Das Gehaltsniveau eines kaufmännischen Leiters in der
Immobilienwirtschaf ist um neun Prozent gestiegen, das von
Geschäfsführern um zehn Prozent. Allerdings muss hier dif-
ferenziert werden: Dies gilt nur für Geschäfsführer in großen
immobilienwirtschaflichen Unternehmen. Geschäfsführer
kleinerer Firmen haben bei den Gehältern lediglich um einen
Prozent zugelegt. Auch Fondsmanager konnten ihre Gehälter
um zehn Prozent steigern. Bei den Fachkräfen und Spezialisten
haben die Asset-Manager großer Firmen und die Key-Account-
Manager die Nase vorn: Asset-Manager konnten ihre Gehälter
Auf einen Blick
Die Gehälter sind in der Wohn- und Immobilienwirtschaft stärker
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gestiegen als in vielen anderen Branchen.
Zu den Top-Verdienern bei den Führungskräften gehören Fonds-
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manager, Geschäftsführer und Niederlassungsleiter.
Die erzielten Gehaltssteigerungen gehen teilweise auf höhere
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Grundgehälter zurück.
Die variable Vergütung ist nicht weiter verbreitet als im ver-
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gangenen Jahr.
Die schlechtesten Gehälter werden nach wie vor in Ostdeutschland
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gezahlt.
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