Kolumne Wohnungsmarkt
Erfolgslogik: mehr Sicherheit
für Entscheidungen
Mein Lieblingsplanungsbuch
trägt den Titel „Die Logik des
Misslingens“
1
. Der Psychologie-
professor Dörner schildert darin,
wie Testpersonen sich in unüber-
sichtlichen Entscheidungssituati-
onen verhalten und zeigt auf, wie
unterschiedlich wir mit Komple-
xität und Unsicherheit umgehen.
Was hat das mit der Wohnungs-
wirtschaft zu tun? Viel, denn
die Entwicklung der Wohnungs-
märkte und der Unternehmen
wird schwerer zu überblicken
sein. Demografische Faktoren,
Veränderungen der Nachfrage,
der wirtschaftlichen Rahmenbe-
dingungen sowie Technikfolgen
bergen eine ganze Reihe von
„Unsicherheiten“.
Wissensunsicherheit
tritt auf,
wenn wichtige Informationen
fehlen oder nicht entscheidungs-
bezogen aufbereitet sind. Wie
wird sich die künftige Wohnungs-
nachfrage entwickeln? Wann
werden sich Umbrüche zeigen? Es
besteht die Gefahr, dass Wissens-
lücken mit Vermutungen ausge-
füllt werden, Ängste und Abwehr
aufkommen. Das richtige Maß an
Information ist wichtig, ein Über-
maß problematisch. Prägnante
Analysen sind erforderlich – über
Trends, Risiken und Chancen. Es
gilt, den Planungsspielraum auf-
zuzeigen: Wo liegen die Heraus-
forderungen der Zukunft, welche
Antworten haben wir parat, wie
setzen wir Maßnahmen um.
Unsicherheit herrschen auch
über Effekte und Folgen neuer
Entwicklungen. Bei Projekten,
die organisatorische Umstellun-
gen in den Unternehmen erfor-
dern oder der Implementierung
neuer Software, fragen sich die
Betroffenen, welche Folgen die
Maßnahmen für sie haben. Wer-
den ungünstige Wirkungen be-
fürchtet, können Informationen
über wichtige Entwicklungen ver-
drängt werden. Unternehmen in
Umstellung, müssen sich also mit
Sozial- oder Systemunsicherheiten
auseinandersetzen: Betroffene
Mitarbeiter haben oft das Ge-
fühl, sich nicht auf das Unterneh-
men und Ihre Kollegen verlassen
zu können – ein vollständiger
Verlust des „Systemvertrauens“
droht. Abhilfe bieten Konzepte,
in deren Entwicklung die Mitar-
beiter einbezogen werden. Wich-
tig ist es, klare Ziele vorzugeben,
die Grundlage für einheitliches
Handeln sein können: wohin wol-
len wir, welche Entwicklungen
sollen möglichst vermieden wer-
den. Die Erfahrung zeigt, arbei-
ten Abteilungen wie Technik und
Vermietung aufgrund personeller
Differenzen schlecht zusammen
oder gar gegeneinander, ist das
beispielsweise für die Kundeno-
rientierung bei der Vermietung
dramatisch.
Bei
Handlungsunsicherheit
ver-
festigt sich der Eindruck, man
könne gegen eine Entwicklung
nicht angehen oder habe keinen
Einfluss auf die Lösung. Hier hilft
es, „gute Beispiele“ vergleichba-
rer Unternehmen zu kennen, die
ein Problem erfolgreich bewältigt
haben. Vermieden werden sollte
aber die Anwendung bestimmter
Rezepte und Maßnahmen ohne
eine nähere Situationsanalyse.
Bereits erprobte Modelle können
durch eine nähere Analyse an die
Erfordernisse des Unternehmens
angepasst werden. Geboten ist
also ein, einer „Logik des Erfol-
ges“ – nicht des „Misslingens“ –
folgender Umgang mit Unsicher-
heiten.
Dr. Bernd Leutner
Geschäftsführer F+B Forschung und
Beratung für Wohnen, Immobilien und
Umwelt GmbH, Hamburg
www.f-und-b.de
1
Die Logik des Misslingens. Strategisches
Denken in komplexen Situationen. Dörner,
Dietrich. 320 S. Rowohlt Verlag, Reinbek
bei Hamburg 2003. 9,99 Euro. ISBN:
978-3-499-61578 (Taschenbuch), 978-3-
644-01161 (e-book)
Die Bauzulieferindustrie
hat
in den letzten Jahren die Bedeu-
tung der Wohnungswirtschaft
erkannt und kümmert sich mit
großem Engagement um die
Entwicklung von Produkten und
Systemen, die ganz speziell auf
die Bedürfnisse der Wohnungs-
wirtschaft zugeschnitten sind.
Allerdings reicht es nicht aus,
neue Wege aufzuzeigen. Die
Akteure aus der Wohnungswirt-
schaft müssen auch im Detail
informiert werden. 2012 wird
anlässlich der Deubau in Essen
vom 10. bis 14. Januar 2012
deshalb ein Informationspaket
angeboten, das den Besuchern
aus der Wohnungswirtschaft
einen Überblick über die für
sie interessanten Produkte und
Ausstellungsthemen ermög-
licht. Dieser „Innovationsfocus
Wohnungswirtschaft“ wurde
in Zusammenarbeit mit der
DW Die Wohnungswirtschaft,
der SFB Strategieforum Bauen,
der Baudialog GmbH und der
Bauzulieferindustrie entwickelt.
Dabei finden diese Aktivitäten
im Rahmen des „Innovationsfo-
rum Wohnungswirtschaft“ über-
wiegend in der Halle 5 statt:
• Tag der Wohnungswirtschaft
am 10. Januar 2012 mit:
<
Symposium der Arbeitsgrup-
pe Kooperation (GdW/BDA/
Deutscher Städtetag) im Con-
gress Centrum West
<
Verleihung des Deutschen
Bauherrenpreises Modernisie-
rung 2011/2012 in der Halle 3,
Stand 203
• Deubau-Seminar „Zukunfts-
markt Wohnungswirtschaft“ für
Entscheider aus der Bauzulie-
ferindustrie am 11. Januar 2012
im Congress Centrum Ost
• Juniorentag Wohnungswirt-
schaft: veranstaltet vom EBZ
Europäisches Bildungszentrum
der Wohnungs- und Immobi-
lienwirtschaft am 13. Januar
2012 im Congress Centrum
West
• Deubau-Plattform Woh-
nungswirtschaft: mit Beiträgen
zur Technik rund um Moderni-
sierung und Neubau findet vom
11. bis 13. Januar 2012 täglich
von 11.00 bis 15.30 Uhr statt.
• Deubau-Innovationsfocus:
Informationsstände der Her-
steller
• Innovationspreis Wohnungs-
wirtschaft: Die ausgezeichne-
ten Produkte/Systeme werden
in der Halle 5 vorgestellt.
• Geführte Rundgänge für Be-
sucher aus der Wohnungswirt-
schaft vom 11. bis 13. Januar
2012, jeweils 10 und 14 Uhr.
Start in Halle 5, Stand 244.
Zudem wird in der Dezember-
ausgabe der DW ein Innovati-
onskatalog beigelegt mit wich-
tigen Informationen zu neuen
Produkten, die auf der Deubau
2012 ausgestellt werden.
Deubau Essen
Die Wohnungswirtschaft
im Innovationsfocus
Schon immer hat die Deubau in Essen alle maßgeblich am Planen und
Bauen Interessierte auch über die Grenzen von Nordrhein-Westfalen
hinaus angezogen.
Quelle: Baudialog GmbH
Die Wohnungswirtschaft
10/2011
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