Seite 29 - DIE_WOHNUNGSWIRTSCHAFT_10_2011

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jektstadt: „Diese erneute Würdigung zeigt,
dass sich durch die im Stadtteil Spessart-
viertel kontinuierlich geleistete Arbeit tat-
sächlich viel bewegt hat. Alle Beteiligten
haben über dreizehn Jahre lang mitge-
holfen, dem Stadtteil ein Gesicht zu geben,
das den Bewohnern würdig ist.“
Die Jury urteilt: „Die speziellen Lern- und
Sportangebote, das Miteinander und die
mit dem Prozess einhergehende Anstren-
gung zur Verstetigung sind auszeichnungs-
würdig, da sie von der Lebenssituation
der Menschen ausgehen und sie selbst als
Experten einbinden. Eine hervorragende
Initiative, die zeigt, wie neue soziale Ange-
bote dauerhaft zum festen Bestandteil des
Lebensumfelds werden können.“
Von Dietzenbach nach Marburg
„Wie lernt man sich am besten kennen?“
Diese Frage stellte sich der Verein Netzwerk
Richtsberg. In der Siedlung am Marburger
Stadtrand wohnen rund 8.000 Menschen
aus über 80 Nationen. Die Kommunikation
in den Hausfluren scheitert oft an simplen
Sprachbarrieren. Doch eine Sprache, die
alle verstehen, ist die der Geschmacks-
nerven. Schließlich werden in allen Kulturen
Suppen zubereitet. Der Stadtteilverein rief
deshalb ein internationales Suppenfest ins
Leben und erhielt dafür eine Anerkennung
im Wettbewerb Soziale Stadt 2010.
Inzwischen wurde bereits das fünfte Sup-
penfest am Richtsberg gefeiert. Dabei
haben sich sehr unterschiedliche Partner
zusammengefunden: Der Magistrat der
Stadt Marburg, die Bürgerinitiative für
soziale Fragen, die Thomaskirche Marburg,
die Marburger Tafel, die Vereinigung der
der Köche Marburgs, Slowfood Marburg
und die Oberhessische Presse. Die besten
Suppen wurden auch in diesem Jahr wieder
prämiert. „Das Leuchten der Gesichter der
preisgekrönten Suppenköche ist die Beloh-
nung für uns Organisatoren“, erklärt Helga
Pukall, vom Verein Netzwerk Richtsberg.
Und so funktioniert der Wettbewerb: Für
2,50 Euro erhält jeder Besucher Schale und
Löffel, um alle Suppen zu probieren, und
eine Rezeptsammlung zum Nachkochen.
Eine Jury aus teilweise professionellen Gas-
tronomen prämiert dann die Besten.
Der finanzielle Aufwand ist mit rund 3.000
Euro gering. Organisatorin Helga Pukall
bringt es auf den Punkt: „Das Suppenfest
Perfekt aufgestellt!
Hält perfekt –
mit nur 2 Stäbchen.
Wo immer Sie Balkone planen: Wir fnden die
Lösung. Ob auf zwei Stützen oder frei aus­
kragend, unsere Balkonsysteme sind technisch
ausgereift und thermisch optimal entkoppelt.
Darüber hinaus machen der hohe Standardi­
sierungsgrad und die geringen Montage­
zeiten unsere Produkte extrem efzient.
www.schoeck-balkonsysteme.de
vereint die Menschen in gegenseitigem
Interesse und im gemeinsamen Wunsch,
die Andersartigkeit des Nachbarn kennen
zu lernen.“ Ein Auszug aus der Laudatio
der Jury: Die Marburger haben mit ihrer
Idee, gemeinsam Suppen zu teilen und
ein Fest zu feiern, bewiesen, dass Inte-
grationsansätze mit den einfachsten
Mitteln der gegenseitigen Anerkennung
möglich sind. Das gemeinsame Essen und
die vielen verschiedenen Suppen locken
Bürger aus der ganzen Stadt in das Quar-
tier.“ Helga Pukall freut sich schon auf das
kommende Suppenfest. „Auch ohne das
Programm Soziale Stadt wird es das Fest
weiter geben“, bestätigt sie. „Hier wird
mit geringem Aufwand so viel bewirkt,
dass die Stadt Marburg die Veranstaltung
weiter unterstützt.“
Ein spannendes und geringinvestives
Projekt, welches auch ohne Beteiligung
der Wohnungswirtschaft ein nachahmens-
wertes Beispiel für diese sein kann.
Anja Steinbuch, Hamburg
Die Wohnungswirtschaft
10/2011