Eigentümer der historischen Siedlung sind
Evonik Wohnen und die Interessengemein-
schaft Bergmannssiedlung. Diese setzt sich
aus den Eigentümern der 82 von insgesamt
118 Häusern der denkmalgeschützten Sied-
lung zusammen, die Evonik Wohnen seit
dem Jahr 2000 privatisiert hat. Die neuen
Eigentümer sind sowohl alteingesessene
Bewohner als auch junge Familien, die von
außerhalb hinzugezogen sind.
Die Gemeinschaftsaktion von Anwohnern,
Interessengemeinschaft, Evonik Wohnen
und Kommune verschaffte dem Quartier
nicht nur ein einheitliches und verschönertes
Aussehen, sondern verbesserte zudem das
Image des Stadtteils und beeinflusste den
Zusammenhalt der Bewohner positiv. Über
sieben Monate hatten die Anwohner über-
wiegend in Eigenleistung die Fassadenar-
beiten durchgeführt. Die dafür notwendige
intensive Kommunikation untereinander
und die gegenseitige Hilfe haben die
Gemeinschaft in der Siedlung nachhaltig
gestärkt.
Die Umsetzung der Fassadensanierung
wurde von den 81 Privateigentümern und
der Evonik Wohnen gemeinsam gestemmt.
Die Materialkosten, das Gerüst, die Bau-
stelleneinrichtung, die Leihgeräte, die
Werkzeuge, die Schutzkleidung sowie das
Honorar für die Bauleitung und fachkun-
dige Betreuung wurden mithilfe des Städ-
tebauförderungsprogramms „Soziale Stadt
NRW“ finanziert. Interessant: Die Ausfüh-
rung der Sanierung übernahmen die jewei-
ligen Eigentümer und erwirtschafteten so
einen Eigenanteil an der Förderung. Mehr
als die dafür erforderlichen 10.000 Arbeits-
stunden kamen zusammen.
Vor jedem Sanierungsabschnitt
wurden die Eigentümer schrift-
lich zu zwei Versammlungen
eingeladen. Und jeden Freitag
trafen sich die Bauherren zur
gemeinsamen Baustellenbespre-
chung in einer Bürgerbegeg-
nungsstätte.
Der Jury des Wettbewerbs
„Soziale Stadt 2010“ war das
eine Anerkennung wert, „weil
dadurch neue Wege zur Stär-
kung der Eigeninitiative und
Beteiligung in der Sozialen Stadt
beschritten werden“. Überzeugend fand die
Jury außerdem, dass sich alle Hauseigen-
tümer unter Einbeziehung des Wohnungs-
unternehmens beteiligt haben. Das hohe
Engagement und die beträchtliche Eigen-
leistung seien beispielhaft und hätten zu
einer nachhaltigen Stärkung der Gemein-
schaft im Stadtteil beigetragen. Zudem
konnte erreicht werden, dass die Siedlung
ein einheitliches Äußeres erhalten hat und
wieder attraktiv sei, gerade auch für junge
Familien.
Anja Steinbuch, Hamburg
Am 13. Januar 2011 wurde in Berlin der „Preis Soziale Stadt 2010“ verliehen. Der Preis,
der Bemühungen um ein soziales Miteinander in Stadtquartieren prämiert, wurde
bereits zum sechsten Mal von einer Gemeinschaftsinitiative aus Politik, Wissenschaft,
Wohnungswirtschaft und Wohlfahrt ausgelobt. Seit dem Jahr 2000 wird er alle zwei
Jahre vergeben (siehe auch DW 2/2011, Seite 18). Von 178 eingereichten Projekten
wurden zehn herausragende Beispiele sozialen Engagements ausgezeichnet und elf
weiteren Initiativen mit einer besonderen Anerkennung versehen. Mit diesen Beiträgen
endet die kleine DW-Serie zu den beim „Preis Soziale Stadt“ ausgezeichneten Projekten.
Preis Soziale Stadt 2010
Evonik Wohnen erhält Anerkennung für
Bergmannssiedlung in Eschweiler
Gemeinsam mit der Stadt Eschweiler und der Interessengemeinschaft Bergmannssiedlung Eschweiler-Ost hat das Wohnungs-
unternehmen Evonik Wohnen im Wettbewerb „Soziale Stadt 2010“ für ihre Fassadensanierung in der denkmalgeschützten
Zechensiedlung Eschweiler eine Anerkennung erhalten. Durch das Engagement aller Beteiligten erstrahlen die Zechenhäus-
chen rund um den Eduard-Mörike-Platz in neuem Glanz. Die Bewohner, die teilweise inzwischen auch Besitzer ihrer Behau-
sung sind, haben dabei tatkräftig mitgeholfen.
Bewohnerversammlung
Quelle: Evonik Wohnen
Eduard-Mörike-Platz in der denkmalgeschützten Berg-
mannssiedlung heute.
Quelle: Evonik Wohnen
Die Wohnungswirtschaft
10/2011
24
Städtebau
soziale stadt